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Borna Kitzscher will per Vorkaufsrecht Grundstück von der BVVG haben
Region Borna Kitzscher will per Vorkaufsrecht Grundstück von der BVVG haben
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16:35 19.10.2017
Dieses Areal, auf dem im Sommer noch Mais stand, will die Stadt Kitzscher der BVVG abkaufen. Quelle: Jens Paul Taubert
Kitzscher

Hatte es die Verwaltung dank einer glücklichen Fügung einfach nur geahnt, oder hatte jemand etwas läuten hören? Im Juni beschloss der Stadtrat eine Satzung, mit der sich die Stadt ein Vorkaufsrecht für ein Areal an der Leipziger Straße sicherte. Nur Wochen später will der Eigentümer, die bundeseigene Vermögensgesellschaft BVVG, das Gelände tatsächlich verkaufen und die Stadt macht, wiederum per Stadtratsbeschluss, ihren Anspruch auf Kauf des Grundstückes geltend. Ohne den vor der Sommerpause gefassten Beschluss wäre das nicht möglich gewesen.

Die Stadt sieht in dem jetzt landwirtschaftlich genutzten Areal zwischen der Leipziger Straße, den Wohnblöcken in der Braußwiger Straße und dem Potenzial für eine städtebauliche Entwicklung. Ohne, wie Bürgermeister Maik Schramm sagt, jetzt schon konkret zu wissen, was drauf geschehen soll. Das müsste später erst durch einen Bebauungsplan festgelegt werden. Im Moment konzentriert sich Kitzscher auf die weitere Vermarktung des Wohngebietes im Nordwesten. Deswegen werde die Fläche, um die es jetzt geht, mindestens noch weitere fünf Jahre der Landwirtschaft zur Verfügung stehen, sieht Schramm voraus. Ein Blick auf die Karte legt tatsächlich nahe, dass das Areal für eine bauliche Abrundung der Stadt im westen geeignet wäre.

Die Stadt hat der BVVG ihre Absicht, das Gelände selbst zu kaufen, mitgeteilt, Gespräche gebe es aber noch nicht. Das gut 21000 Quadratmeter große Grundstück gehört zu einem Paket aus mehreren Grundstücken, welches die BVVG komplett verkaufen will. Jetzt muss sich die Behörde mit der Stadt auseinandersetzen und das Paket wahrscheinlich aufschnüren.

In einem früheren Fall wollte sich die Stadt per Vorkaufsrecht ein Grundstück am Bockwitzer See sichern. Dazu kam es nicht, weil der Käufer das betreffende Grundstück unter diesen Umständen dann lieber gar nicht verkaufte. Theoretisch könnte auch die BVVG den Verkauf stoppen. Damit rechnet Schramm allerdings nicht, denn: „Es ist die Aufgabe dieser Gesellschaft, bundeseigene Grundstücke zu veräußern“, sagt er.

Daher scheint nur offen, zu welchen Bedingungen die Stadt an das Grundstück kommt. Laut Stadtratsbeschluss will Kitzscher höchstens zwanzig Prozent mehr als den Bodenrichtwert zahlen. „Man wird miteinander reden müssen“, sagt Schramm. Noch ist nicht einmal bekannt, welchen Preis die Bundesgesellschaft angesetzt hat.

Von André Neumann

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