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Borna Kitzscheraner Landwirte feiern Betriebsjubiläum mit Operettenklängen im Kartoffellager
Region Borna Kitzscheraner Landwirte feiern Betriebsjubiläum mit Operettenklängen im Kartoffellager
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09:00 22.08.2016
Ungewöhnlicher Auftrittsort: Das Leipziger Symphonieorchester spielt beim Jubiläum des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher in dessen Kartoffellagerhaus. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kitzscher


Das LSO hat durchaus Erfahrungen mit ungewöhnlichen Konzertstätten. Schon nahezu legendär sind seine Auftritte im Tagebau Vereinigtes Schleenhain und in einer Werkhalle der Firma TDE in Espenhain. Doch als Orchestergeschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch sich die Kartoffellagerhalle in Kitzscher anschaute, fühlte er sich daran erinnert, wie er einmal eine Recyclinganlage für ein Konzert inspiziert hatte. In beiden Fällen gaben sich die Veranstalter mit Erfolg alle Mühe, ihre Produktionsstätte in einen passablen Konzertsaal zu verwandeln. Für Martin Landgraf, den Chef des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher, ging es bei der Auswahl des kulturellen Höhepunktes fürs Betriebsjubiläum auch darum, das Orchester, dem er und seine Familie sich verbunden fühlen, in dessen derzeit angespannter finanzieller Situation zu unterstützen. Das LSO ging darauf gern ein und hatte sogar ein paar zur Landwirtschaft passende Stücke im Programm.

Zum Beispiel die Ouvertüre aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss (Sohn), in der auch Töne aus dem Lied des Schweinezüchters anklingen. Darin bekennt der unter anderem: „Ja! Auf das Schweinemästen versteh’ ich mich am besten.“ Nun werden in Kitzscher schon seit Jahren keine Schweine mehr gemästet, aber mit der ebenfalls aus Strauss’ Feder stammenden Bauern-Polka trafen die Musiker definitiv ins Schwarze.

Der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher hat sich seit langem auf reine Feldwirtschaft spezialisiert. 1991 entstand die GmbH als Nachfolger aus drei Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), die sich zusammengeschlossen hatten. Seitdem ist die Geschichte des Landwirtschaftsbetriebes, der sich erfolgreich am Markt behauptet, auch eine der Schrumpfung. Landgraf, der seit 2004 im Betrieb ist und seit acht Jahren Geschäftsführer, spricht von einem „großen Strukturwandel“.

Von der Tierhaltung hat sich das Unternehmen, das heute 2450 Hektar Land bewirtschaftet, komplett verabschiedet. Bullen- und Schweinemast in Hainichen sind ebenso Geschichte wie Schweinehaltung in Thierbach und Kitzscher. Zuletzt stellte das Unternehmen im Jahr 2011 die Haltung von Milchkühen in Steinbach ein. Angesichts der heutigen Situation auf dem Milchmarkt, sagt Landgraf, sei das eine gute Entscheidung gewesen. So wie alle Veränderungen „immer die richtige Entscheidung für das Unternehmen“ gewesen seien. Auch wenn in der Konsequenz von einst mehr als 400 Beschäftigten nur noch 32 übrig geblieben sind. „Wir haben immer versucht, sozialverträglich abzubauen“, sagt der Geschäftsführer. Und wenn einstige Mitarbeiter heute sogar einen besser bezahlten Job haben, dann „habe ich auch kein schlechtes Gewissen“.

Aktuell bewegt sich der Landwirtschaftsbetrieb auf einem globalisierten Markt. Das macht Landgraf unter anderem am Preis für Weizen fest, der international unter Druck stehe. „Wir müssen auf TTIP gar nicht warten, in der Landwirtschaft sind wir schon globalisiert“, sagt er. Regional spürt der Landwirtschaftsbetrieb auch den Preisverfall bei der Milch, obwohl er selbst keine mehr erzeugt. Der Preisdruck kommt über das Futter im Unternehmen an, welches an den benachbarten Milchviehbetrieb in Dittmannsdorf geliefert wird.

Von André Neumann

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