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Klassenziel verfehlt?

Klassenziel verfehlt?

Die künftigen Fünftklässler und ihre Eltern haben gewählt - und Bewegung in die Anmeldezahlen an den Mittelschulen und Gymnasien der Region Borna-Geithain gebracht.

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Die Neuntklässlerinnen der Dinterschule in Borna genossen gestern den Frühling.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Während einige Bildungseinrichtungen zulegen konnten, rutschten vier Mittelschulen unter die Marke von 40 Anmeldungen. Die Bornaer Dinterschule traf die magische Zahl exakt. In unmittelbare Gefahr geraten Schulen nicht, denn es gilt bis 2014/15 ein Moratorium, das eine Klassenbildung schon ab 20 Köpfen erlaubt.

Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, dazu wollte Roman Schulz, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig, sich am Montag nicht festlegen lassen. „Wir sehen jetzt, wie wir eine vernünftige Klassenbildung hinbekommen", sagte er. Das werde mit den Kommunen besprochen. Unter Umständen würden einige der Schüler an andere Schulen umgelenkt, doch das sei im Augenblick Spekulation. Ohnehin erhielten die Eltern erst im Frühsommer die endgültigen Bescheide.

Die Messlatte von 40 Schülern verfehlten mehrere Schulen. Die Geithainer Paul-Guenther-Schule mit nur 30 Anmeldungen - statt der 52 des vergangenen Jahres - am deutlichsten. In Gefahr sieht Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) den Schulstandort deshalb keinesfalls: „Wir müssen mit dem Moratorium arbeiten." Es sei Sache der Landesregierung, Strukturen zu ermöglichen, die auch auf dem Land dauerhaft Mittelschulen ermöglichten. Schüler aus anderen Kommunen, die „im Windschatten der Gemeinschaftsschule" nach Geithain gekommen seien, blieben jetzt auch wegen schlechter Busverbindungen weg, sagte Bauer mit Blick auf den Raum Rochlitz/Wechselburg/Seelitz.

„Das Ziel ist erreicht, die Zweizügigkeit geklärt", kommentierte Frank Ziemann, der die Bornaer Dinter-Mittelschule leitet, die 40 Anmeldungen. Im Jahr zuvor waren es 64 gewesen. Erfahrungsgemäß kämen in den folgenden Wochen noch einige Schüler hinzu. Letztlich entschieden die Eltern, sagte Ziemann. Wer aber die Anmeldezahlen der vergangenen Jahre miteinander vergleiche, mache es sich zu einfach; wichtig sei etwa die Gesamtzahl derer, die im Sommer die 4. Klasse beendeten.

„Positiv. An diesem Erfolg haben viele Anteil: die Lehrer, der Förderverein", meinte der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU). Sogar 56 statt 53 Schüler meldeten sich an der Mittelschule an. „Ich denke, auch dass wir weiter investieren werden, hat viele Eltern bewogen, ihre Kinder hier anzumelden."

Eine „stabile Dreizügigkeit für unser Gymnasium" ist für den Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) die erwartete Nachricht. Was die Mittelschule betreffe, werde die im Schulnetzplan ja gemeinsam mit der im benachbarten Pegau betrachtet. Nehme man beider Zahlen, „kommen wir für beide Schulen auf eine stabile Zweizügigkeit".

Zweifel, die das Kultusministerium an der Zukunftsfähigkeit der Mittelschulen Kitzscher und Regis-Breitingen hegt, sind zumindest gegenwärtig gegenstandslos. Der Rechtsstreit mit dem Landkreis, der das anders sieht, ruht bis Ende nächsten Jahres. Bis 2014/15 sogar gilt eine Übereinkunft, die die Klassenbildung auch dann erlaubt, wenn weniger als 40 und mehr als 20 Schüler angemeldet sind. Abgesehen davon: Regis-Breitingen konnte sich von 43 auf 52 steigern. Erheblich weniger Schüler entschieden sich für Kitzscher: 34 statt 48. „Das ist sehr unglücklich für uns", räumte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) unumwunden ein. Allerdings seien 17 Mädchen und Jungen von der Grundschule der Stadt an ein Gymnasium gewechselt statt der üblichen runden zehn: „So hoch war diese Rate bisher nie." Schön für die Eltern, problematisch für die Mittelschule.

Das Markkleeberger Gymnasium zählte 123 Anmeldungen, das Freie Gymnasium Penig kam auf 33.

Ekkehard Schulreich

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