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Borna Klassenzimmer am Gymnasium Großdeuben wird zur Unterwasserwelt
Region Borna Klassenzimmer am Gymnasium Großdeuben wird zur Unterwasserwelt
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12:18 30.03.2016
Mia (li.), Geografie-Lehrerin Tonja Lehmann und Emilia (re.) haben „Unterschlupf“ im begehbaren Herbstraum gefunden. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen/Großdeuben

Ein Schachspiel aus Kronkorken, Handtuchhalter aus Tennisbällen und Portemonnaies aus Tetrapacks: Die Schüler des Gymnasiums im Böhlener Stadtteil Großdeuben zeigen, dass Müll nicht ausschließlich in die Tonne gehört, sondern durchaus noch andere Zwecke erfüllt. Auch wenn die Alltagshelfer zuweilen skurril anmuten. Diese Kreationen waren ein Ergebnis des Projektes „Natur und Umwelt“, mit dem sich die Schüler der Klassen 5 und 6 in den vergangenen Monaten beschäftigt haben.

Drei Themen standen zur Auswahl: die vier Jahreszeiten, die Wasserwelt und Umweltschutz. Zu ersterem entstanden unter anderem Modelle des Planetensystems und dessen Einfluss auf die Jahreszeiten sowie ein begehbarer „Herbstraum“. Für das Projekt „Umweltschutz“ gingen die Fünft- und Sechstklässler in der Umgebung der Schule auf „Müllsuche“. Dabei fanden sie nicht nur Unmengen von Zigarettenkippen, sondern auch jede Menge Abfall an und in der Pleiße. „Einige besonders skurrile Dinge kamen dabei zum Vorschein, zum Beispiel Autoreifen, Toilettenbecken und Flaschen“, sagt Andrea Billard vom Verein Lernwelten, Träger des freien Gymnasiums. Und aus manchem Fundstück sei schließlich ein Gebrauchsgegenstand geworden. So dienten Teile der Autoreifen nun als Armbänder.

Eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre entstand bei der Präsentation der Unterwasserwelt, die am Gründonnerstag in der Schule zu sehen war. Mit Licht- und Soundeffekten wurden die Besucher unter Wasser eingeladen. Mit Hilfe von Walgesängen, gefärbtem Wasser, abgedunkelten Fensterscheiben und weiteren Lichtquellen hatte jeder das Gefühl, tatsächlich unter Wasser abzutauchen. Zudem gab es zahlreiche Informationen zum Leben im tiefen Dunkel der Ozeane. Die Inspiration dazu hatten einige Schüler und Pädagogen von Ausflügen in das Ozeaneum in Stralsund mitgebracht.

Laut Billard gehören umfangreiche Projekte zu den Besonderheiten der Schule. „Uns geht es darum, dass sie fächerübergreifend sind“, macht sie deutlich. So spielten bei dem jetzigen nicht nur Biologie und Geographie eine Rolle, sondern auch das Fach Technik und Computer. Das nächste langwierige Projekt steht auch bereits in den Startlöchern. Dann geht es um die 1000-jährige Geschichte Großdeubens.

Die ersten Vorbereitungen für das Jubiläum im kommenden Jahr laufen bereits (die LVZ berichtete), die Schüler des Gymnasiums suchen derzeit nach Zeitzeugen, die noch mehr Licht ins Dunkel der Historie bringen können. „Die ersten haben sich auch schon gemeldet“, sagt Billard. Doch Befragungen und Auswertungen würden erst mit Beginn des nächsten Schuljahres anfangen. Resultat des Projektes könnte ein Film oder zumindest ein Hörbeitrag sein, der dann anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten vorgestellt wird.

Von Julia Tonne

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