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Borna Klein, aber glaubensfest: Großes Fest zur Gründung vor 100 Jahren
Region Borna Klein, aber glaubensfest: Großes Fest zur Gründung vor 100 Jahren
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15:06 11.03.2018
Rita Merkel und Klaus Pagenkopf Quelle: Nikos Natsidis

Wer an Kirche in Borna denkt, hat die Lutheraner in der Stadtkirche oder die katholische Gemeinde in der Stauffenbergstraße im Blick. Das religiöse Spektrum in Borna ist aber breiter. Mit der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) in der Altstädter Gasse gibt es eine Freikirche, die sich bewusst von den großen Kirchen unterscheidet. Zählte die FeG in Borna vor 20 Jahren noch etwa 50 bis 60 Gemeindeglieder, sind es mittlerweile sieben. Der intensiven Glaubensüberzeugung ihrer Mitglieder indes tut dies keinen Abbruch.

Pagenkopf predigt in den Gottesdiensten

Klaus Pagenkopf, der keineswegs kirchlich aufgewachsen ist, könnte auch ein ganz normaler Lutheraner sein. Ist er aber nicht. In der sächsischen Landeskirche gebe es Dinge, „die ich nicht mit meinem Glauben vereinbaren kann“. Das fange mit deren Struktur an – „oben der Bischof, dann der Superintendent und dann der Pfarrer“, bevor die einfachen Gemeindeglieder folgen.

Freikirchen wie die FeG hingegen seien „nicht so pfarrerzentriert“. Stattdessen lebe hier das so genannte „Priestertum aller Gläubigen“, demzufolge jedes Gemeindemitglied die Aufgaben, die in anderen Kirchen Pfarrern vorbehalten sind, selbst übernehmen darf. Klaus Pagenkopf, der eine Ausbildung als Sozialpädagoge hinter sich hat, steht deshalb in den Gottesdiensten, zu denen mehr als die sieben Gemeindemitglieder kommen, vorn und predigt.

Freikirche verzichtet auf Kirchensteuer

Rita Merkel, mit Pagenkopf nach außen hin Vertreter der Gemeinde, war selbst lange Jahre Lutheranerin. Auch die Mutter zweier Kinder predigt mittlerweile in der FeG, und es ist diese ganz besondere Art von Basisarbeit, die für Rita Merkel wie Klaus Pagenkopf den Unterschied zu den großen Kirchen macht. Allerdings keineswegs den einzigen. So erhebt die FeG keine Kirchensteuer und finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Was Rita Merkel wie Klaus Pagenkopf bei Lutheranern wie Katholiken fehlt, ist die Evangelisation, die aktive Verbreitung der eigenen Glaubensüberzeugung. Die wollen sie auch Gästen vermitteln, die den Gottesdienst im Gemeindehaus in der Altstädter Gasse besuchen.

Was die FeG ebenfalls zumindest von den evangelischen Kirchen unterscheidet, ist ihre strikte Ablehnung der Homosexualität. „Das“, sagt Klaus Pagenkopf, „entspricht nicht der Bibel.“ In der Tat halten die Freien evangelischen Gemeinden, die in Deutschland etwa 41 000 Mitglieder zählen, daran fest, dass Homosexuelle entweder zur Umkehr zu bewegen seien oder ein Leben in sexueller Abstinenz führen sollten.

Öffentlichkeit zur 100-Jahr-Feier

Die Freien evangelischen Gemeinden entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst in Wuppertal. Von dort kam auch Gustav Weischet 1911 nach Borna, als er die Harmonium-Fabrik von Olaf Lindholm übernahm. Weischet stamme aus einer Freien evangelischen Gemeinde, und so kam es zunächst zur Gründung eines Hauskreises, aus dem 1919 die FeG Borna entstand. Die Bornaer Gemeinde ist damit die älteste ihrer Art in Sachsen.

Zum Jubiläum im nächsten Jahr sucht die FeG deshalb verstärkt die Öffentlichkeit – und zwar mit einer Zelt-Evangelisation. Dazu wird im Mai 2019 auf dem Markt ein Zelt für 900 Leute aufgebaut, in dem es ein christliches Programm für kirchenferne und glaubensdistanzierte Menschen gibt.

Von Nikos Natsidis

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