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Borna Kleingärtner aus Eritrea kochen zur Vereinsfeier
Region Borna Kleingärtner aus Eritrea kochen zur Vereinsfeier
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00:41 09.07.2015
Das Essen der Kleingärtner aus Eritrea fand einige Liebhaber beim 40. Geburtstag der Anlage Bergmannserholung in Espenhain. Quelle: Julia Tonne
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Espenhain

Bei tropischen Temperaturen feierte der Verein am Sonnabend sein 40-jähriges Bestehen. Tagsüber trauten sich nur wenige Kleingärtner zum Festgelände, das änderte sich dann aber schlagartig am Abend.

Doch gerade diese Temperaturen sind es, die so mancher mit grünem Daumen herbeisehnt. "Wir haben mittlerweile viele Gartenfreunde, die exotische Früchte wie Melonen und Kiwis anbauen", begründet Knoche, der ebenfalls unter die Melonenbauer gegangen ist. Allerdings brauchen die auch viel Wasser, "doch daran scheitert es derzeit". Doch nicht nur exotisches Obst hat Einzug gehalten, in 40 Jahren haben sich noch andere Gepflogenheiten geändert. So hat der Vereinsvorsitzende festgestellt, sei die Gemeinschaft vor einigen Jahren noch enger gewesen, heute werkeln viele lieber für sich. Auch das Interesse, Gemüse und Obst anzubauen, habe in den vergangenen Jahren abgenommen, "denn viele scheuen die Arbeit, wenn es doch alles zu kaufen gibt".

56 Parzellen gehören mittlerweile zum Kleingartenverein, "angefangen haben wir mit gerade einmal acht Leuten", erinnert sich Horst Busch, der erste Vorsitzende des Vereins, als dieser 1975 gegründet wurde. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Areal stetig vergrößert, "viele wundern sich immer wieder, dass wir insgesamt vier Eingänge haben. Aber wir sind ja auch immer weiter gewachsen", sagt Busch.

Zwei Gärten hat der Verein für die Tafel freigehalten, sie werden bewirtschaftet, die Ernte geht an die Tafeln. Zudem ist der Verein einer der ersten, der Gärten an Asylbewerber verpachtet. Diese haben erst kürzlich junge Männer und Frauen aus Eritrea übernommen (die LVZ berichtete). "Die Integration hat super geklappt", sagt Espenhains Bürgermeister Jürgen Frisch. Und auch Dawit Tesfameskel fühlt sich hier gut angenommen. "Wir reden viel mit unseren Nachbarn und bekommen auch Hilfe, wenn wir mal nicht weiter wissen", sagt der junge Mann, der sich seit drei Monaten Kleingärtner nennt und hervorragend deutsch spricht.

Zusammen mit seiner Freundin und Freunden hat er sich für das Jubiläumsfest des Vereins etwas Besonderes einfallen lassen. Sie haben gemeinsam typisch afrikanisch und vegetarisch gekocht - mit Gemüse, das im heimischen Garten wächst. Und bei den Besuchern kam das gut an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2015
Julia Tonne

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