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Klimaschutzkonzept für Borna: Elektroautos könnten am Markt Strom tanken

Bauausschuss Klimaschutzkonzept für Borna: Elektroautos könnten am Markt Strom tanken

Das Leipziger Ingenieurbüro Seecon soll den Zuschlag für die Entwicklung eines Klimakonzepts für Borna erhalten, sofern die Weichen dafür im Rahmen einer Sondersitzung des Bauausschusses am 22. Juni erstellt werden. Inhalt würden auch Ladesäulen für Elektroautos sein.

Ladesäulen wie diese soll es auch in Borna geben.

Quelle: Andre Kempner

Borna. Nein, die Welt wird Borna nicht retten. Das weiß auch Florian Finkenstein vom Leipziger Ingenieurbüro Seecon. Das Büro soll den Zuschlag für die Entwicklung eines Klimakonzepts erhalten, sofern die Weichen dafür im Rahmen einer Sondersitzung des Bauausschusses am 22. Juni gestellt werden. Dass die Stadt ein Klimaschutzkonzept entwickeln muss, daran führt kein Weg vorbei, wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) klarmacht. „Das brauchen wir, um förderfähig zu sein.“

Konkret könnte dabei eruiert werden, wo in der Stadt Ladesäulen für Elektroautos installiert werden. Zunächst sicher am Markt, wie Luedtke sagt. Auch das Parkhaus in der Mühlgasse sei als Standort denkbar. Interesse habe zudem der Betreiber der Pension in der Altstadt gezeigt. Allerdings macht die Rathauschefin deutlich, dass sie von politisch motivierter Beschränkung des Autoverkehrs wie etwa in Leipzig wenig hält. Wenn es neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Borna gibt, dann nicht auf Kosten „normaler“ Autos. Durch das neue Angebot dürfe kein bisheriger Parkplatz wegfallen.

Allerdings verberge sich hinter einem Konzept zum Klimaschutz mehr. Luedtke: „Da geht es auch um Beleuchtung und Grünflächen.“ Finkenstein, seines Zeichens Bereichsleiter Klimaschutz bei Seecon, verweist darauf, das es sich dabei vielmehr um ein Querschnittsthema handelt. „Das umfasst Verkehr und Industrie, aber auch Demografie.“ Wenn es um den Klimaschutz gehe, „ergeben sich völlig neue Fragestellungen“. Die natürlich kontrovers diskutiert werden können, wie der Fachmann betont. „Und das ist dann auch gut so“, weil die oftmals zu findende Ablehnung des Themas durch „die genervte Öffentlichkeit“ durchaus ein positives Zeichen sei. „Das zeigt, dass es den Leuten nicht egal ist“, so Finkenstein weiter.

Das Planungsbüro hat bisher etwa 50 Klimaschutzkonzepte erstellt, weshalb Finkenstein weiß, „dass sich daraus im Idealfall ein Prozess ergibt“. Keineswegs sei es Sinn und Zweck, „einfach nur ein Heft vollzuschreiben“.

In Borna gebe es bereits gute Ansätze, so der Experte mit Blick auf das Klimaschutzquartier im Hochhausviertel. Auch dabei habe Seecon mitgewirkt, als es darum ging, die Bemühungen der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS) um effizientere Nutzung von Energie zu unterstützen. Die energetische Sanierung von Gebäuden wie im Hochhausviertel funktioniere jedenfalls besser, wenn der Vermieter mit dem Energieanbieter, konkret den Städtischen Werken Borna (SWB), zusammenarbeitet.

Klimaschutz spielt nach Überzeugung von Finkenstein auch beim Thema Verkehr eine Rolle. Etwa dann, wenn die Stadt das Ziel habe, dass die Leute für die Fahrt nach Leipzig weniger das eigene Kraftfahrzeug, sondern die S-Bahn nutzen. Wer Kraftfahrer zum Umstieg auf den Zug motivieren wolle, der müsse ausreichend Parkplätze anbieten – auch für Radfahrer, die Sicherheit bräuchten, dass sie ihren Drahtesel am Abend auch wiederfinden und nicht als gestohlen bei der Polizei melden müssen.

Seecon hat Klimaschutzkonzepte bereits für Kommunen wie Grimma, Zwickau und Wurzen entwickelt. Sollte das Büro den Zuschlag erhalten, dürfte es ein Dreivierteljahr oder auch etwas länger dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Von Nikos Natsidis

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