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Klinik: Ohne Einschränkungen

Klinik: Ohne Einschränkungen

Borna. Ab Sonnabend, 0 Uhr, sind die Kliniken in Borna und Zwenkau raus aus dem Helios-Verbund. Das grüne H ist dann Geschichte.

An der Qualität der medizinischen Versorgung aber ändere sich überhaupt nichts. Das zu versichern, waren gestern der neue Eigentümer HCM SE und die bisherige und künftige Geschäftsführerin Stefanie Ludwig nachdrücklich bestrebt. Gerald Meder, Geschäftsführender Direktor des neuen Eigentümers, traf erstmals in Borna mit Geschäftsleitung, Chefärzten und Betriebsrat zusammen. Landrat Gerhard Gey (CDU) schließt die Übernahme des Bornaer Krankenhauses durch den Landkreis nicht aus.

"Wir heißen ab Sonnabend zwar nicht mehr Helios. Aber ansonsten bleibt alles, wie es ist. Es gibt keinerlei Abstriche", bekräftigt Kliniksprecher Oliver Winklmüller. Zwar sei in der Bevölkerung eine gewisse Verunsicherung spürbar, seit zu Wochenbeginn der Verkauf der Kliniken Borna und Zwenkau bekannt wurde. Es gebe dafür jedoch keinen sachlichen Grund. Alle - Chefärzte, Schwestern, Pfleger - setzten wie gewohnt ihre Arbeit fort. Alle Behandlungstermine blieben in Kraft. Was sich ändere, sei lediglich das Corporate Design, die grüne Marke Helios.

"Das Ziel des Verkaufs der Kliniken in Borna und Zwenkau an die HCM SE war es ja gerade, einen womöglich überhasteten Verkauf an einen Dritten zu vermeiden, auf dem der Druck des Abschlusses der übergeordneten Helios-Rhön-Transaktion lastete", sagte gestern Unternehmenssprecher Stephan Holzinger. Im Vorfeld der Verhandlungen zwischen der Rhönklinikum AG und dem Helios-Verbund über den milliardenschweren Eigentümerwechsel von 40 Kliniken und 13 Versorgungszentren habe das Bundeskartellamt "ganz konkrete Bedenken geäußert", die die Marktsituation im Leipziger Raum beträfen: "Es war allen Beteiligten klar, wie sich diese Bedenken auf den endgültigen Bescheid ausgewirkt hätten. Wir wollten deshalb frühzeitig handeln." Hätte man sich erst nach einer Entscheidung der Kartellwächter auf die Suche nach einem geeigneten Käufer für die Kliniken in Borna und Zwenkau gemacht, hätte man gewiss ein Jahr verloren und Unsicherheiten geschürt. Beides habe man durch einen Verkauf bereits zum 1. Februar vermeiden können.

Rhönklinikum-Gründer Eugen Münch, alleiniger Eigner der HCM SE, habe nicht zuletzt "aus Verantwortung für sein unternehmerisches Lebenswerk" so gehandelt, sagt Holzinger: "Es war seit jeher sein Ziel, Voraussetzungen für eine Netzwerk-Medizin zu schaffen. Durch den Zusammenschluss von Helios und Rhön ist das nun gegeben. Gerade weil Herr Münch seit vier Jahrzehnten eine umfassende Erfahrung in der Branche hat, ist HCM sehr wohl in der Lage, einen seriösen und verantwortungsvollen Käufer für die Häuser in Borna und Zwenkau zu finden." Beide seien "gut geführte und gut laufende Kliniken" und blieben als Klinikum Leipziger Land bestehen: "Unser Ziel ist es auch, Stefanie Ludwig als Geschäftsführerin an Bord zu halten."

"Unsere Häuser funktionieren ganz normal weiter. Das deutlich zu machen, ist zurzeit die wichtigste Botschaft", sagte gestern Nachmittag Dr. Andreas Klamann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor der Helios-Kliniken Leipziger Land. Die Einrichtung sei hervorragend aufgestellt, die Mitarbeiterschaft ungeachtet der ihnen begreiflicherweise nahegehenden Entwicklungen entschlossen, nach vorn zu schauen. "Menschen, Gesichter haben unter dem Namen Helios gearbeitet. Die bleiben. Welches Logo künftig über der Tür steht, spielt doch eine eher untergeordnete Rolle", so der Mediziner, der seit 2002 in Borna und seit 2007 Ärztlicher Direktor ist. Es sei das Ziel, die Belegschaft in Borna und Zwenkau beieinander zu halten.

Landrat Gey erklärte nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführenden Direktor von HCM SE, Meder, dass es für den neuen Eigentümer keinen Weg zurück zu Helios geben werde. Und er brachte eine völlig neue Perspektive für die bisherige Bornaer Heliosklinik ins Gespräch. Eine Übernahme des Hauses durch den Landkreis wolle er nicht völlig ausschließen, so Gey, womit die Klink wieder zu einem Kreiskrankenhaus werden würde. Er erklärte weiter, er lasse derzeit das Vorkaufsrecht des Landkreises prüfen.

Die Forderung nach einer Beschäftigungssicherung und vor allem nach dem "Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen" erneuerte die Gewerkschaft Verdi. Das betreffe Borna und Zwenkau ebenso wie jene Einrichtungen, die Helios in Leipzig und deutschlandweit erwerbe. "Wir rufen deshalb zu einer bundesweiten Aktionswoche auf", so Tarifkoordinator Bernd Becker. In Borna soll es am 5. Februar eine Informationsveranstaltung für die Beschäftigten geben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.01.2014
Ekkehard Schulreich

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