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Klinikum Borna: Sorgfalt statt Tempo

Klinikum Borna: Sorgfalt statt Tempo

Das Klinikum Borna und die Klinik Zwenkau nicht nur weiterbetreiben, sondern weiterentwickeln: Genau darum gehe es, sagt Gerald Meder, Geschäftsführender Direktor des neuen Eigentümers HCM SE.

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Gerald Meder

Quelle: Frank Prenzel

Borna. Nach der Herauslösung beider Häuser aus dem Helios-Konzern investiere die Kliniken Leipziger Land GmbH in ihre Zukunft. Bei der Suche nach einem Käufer mit Potenzial und langjähriger Erfahrung im Krankenhausbetrieb setze HCM auf Sorgfalt statt auf Tempo.

 

 

"Ich glaube fest daran, dass das funktioniert", sagte gestern Stefanie Ludwig, Geschäftsführerin der Kliniken Leipziger Land GmbH, eine Woche nach der Loslösung der Häuser in Borna und Zwenkau aus dem Helios-Verbund. Helios und HCM als neuer Eigentümer betrieben diese Entflechtung "mit Augenmaß" und unter der Maßgabe, dass der Betrieb in den Krankenhäusern Borna und Zwenkau uneingeschränkt und ohne Abstriche an der medizinischen Qualität fortgesetzt werde, versicherte Gerald Meder gestern im LVZ-Gespräch. HC steht für Health Care, englisch Gesundheit, das M für den Namen des Rhön-Klinikum-Gründers und alleinigen Gesellschafters Eugen Münch. HCM hatte beide Kliniken zum 1. Februar übernommen. Auf diese Weise sollte von vornherein ausgeschlossen werden, dass die milliardenschwere Übernahme von mehr als 40 Rhön-Kliniken durch Helios - unter anderem auch des Herzzentrums und des Parkkrankenhauses in Leipzig - behindert wird.

"Vom Bundeskartellamt gab es das klare Signal, dass wir so handeln müssen", stellte Meder klar. Der 60-jährige Diplomkaufmann war seit 1980 bei Rhön, zuletzt im Vorstand der AG, verstand sich als Schnittstelle zwischen Medizin und Unternehmensverwaltung. Der gebürtige Hammelburger hat seit vergangener Woche ein Büro im Bornaer Klinikum. Er legt aber Wert auf die Feststellung, dass das operative Geschäft der Kliniken Leipziger Land nach wie vor in den Händen von Geschäftsführerin Stefanie Ludwig und ihrem Team liegt. Dass in dieser Woche erst zwei neue Operationssäle in Betrieb gingen (die LVZ berichtete), nimmt Ludwig als Beleg dafür, dass weiterhin investiert werde. Zurzeit werde ein moderner Magnet-Resonanz-Tomograph montiert: "Bisher haben wir Investitionen immer aus eigener Kraft gestemmt." Daran halte man fest, ebenso an dem Ziel, von einem Grundversorger in die Liga der Schwerpunktversorger aufzusteigen. Intensivieren wolle man die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern in Grimma und Wurzen.

"Die medizinische Weiterentwicklung der Kliniken ist die beste Beschäftigungsgarantie für die 900 Mitarbeiter", griff Meder eine erst vorgestern auf einer Verdi-Informationsveranstaltung formulierte Forderung der Gewerkschaft nach Beschäftigungssicherung auf. Meder, selbst über Jahre bei Rhön als Arbeitsdirektor in Tarifverhandlungen eingebunden, sieht für vertragliche Fixierungen keinen Grund. Durch den Eigentümerwechsel blieben die einst mit Helios abgeschlossenen Arbeitsverträge jedes Einzelnen unberührt. Für den Fall, dass bis Jahresende noch kein geeigneter Käufer gefunden sei, erklärte Meder die Bereitschaft, mit dem Betriebsrat gegebenenfalls sogar über Tarifanpassungen nach oben zu verhandeln. "Schon zugesagt" habe er dem Betriebsrat bereits, dass neue Mitarbeiter nicht zu neueren, sprich ungünstigeren Bedingungen eingestellt würden wie die Stammbelegschaft: "Damit unterstreichen wir unseren Willen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unternehmens."

Bei der Suche nach einem Käufer, sagt Meder, gehe "Sorgfalt vor Eile". Man werde zu passender Zeit geeignete Interessenten ansprechen. Deren entscheidende Kompetenz: "Beide Häuser vernünftig weiter betreiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014
Schulreich, Ekkehard

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