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Borna Köpping besucht Asylheim in Witznitz und lobt die Helfer
Region Borna Köpping besucht Asylheim in Witznitz und lobt die Helfer
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00:20 12.01.2016
Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD). Quelle: LVZ-Archiv
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Borna

Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hat die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln scharf verurteilt. Das sei „durch absolut nichts zu rechtfertigen“, erklärte die frühere Bornaer Landrätin bei einem Besuch der Asylbewerberunterkunft in Witznitz im Norden von Borna. Zugleich würdigte sie das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher bei der Betreuung der Flüchtlinge.

Von Leuten wie Tim Schabrowski. Der gebürtige Bornaer mit Wohnsitz Markkleeberg organisiert die Sammlung von Kleiderspenden direkt in der Witznitzer Asylbewerberunterkunft. Die werden permanent in Haus F des einstigen Lehrlingswohnheims der Augsburger Lehmbaugesellschaft angenommen. Und gebraucht werde vieles: Die Palette reicht von Winterschuhen, Unterwäsche, Strümpfen und Socken über Kinder- und Sportwagen, Fahrräder, Dreiräder und Roller bis hin zu Rucksäcken, Reisetaschen und Koffern. Benötigt werden zudem Kleidungsstücke vor allem in kleinen Herrengrößen, so Schabrowski sowie Englisch-Deutsch-Wörterbücher. Viele Asylbewerber hätten Interesse an der deutschen Geschichte, „und die würden darüber gern etwas in Englisch lesen“.

In Witznitz leben 280 Asylbewerber. Ein Viertel von ihnen sind Familien mit Kindern, so Betreiber Stefan Hasche von der Abub-GmbH Leipzig. 120 davon besuchen Sprachkurse in Witznitz. Eine Reihe junger Männer hat Anschluss in Bornaer Sportvereinen gefunden, etwa als Fußballer beim Bornaer Sportverein oder als Boxer beim SC Borna, sagt die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Die Einrichtung, die seit Oktober genutzt wird, laufe gut, lobt Ministerin Köpping.

Allerdings kommt sie nicht umhin, sich zu den Ausschreitungen von Köln und in anderen deutschen Großstädten zu positionieren, bei denen vor allem Männer aus Nordafrika und dem arabischen Raum im Fokus standen. „Respekt gegenüber Frauen ist nicht verhandelbar.“ Köpping verweist darauf, dass im Freistaat bereits im Dezember, „also vor Köln“, mit Wegweiserkursen begonnen wurde. Dabei handelt es sich um Modellprojekte in sechs Asylbewerberunterkünften, in denen den Flüchtlingen neben der deutschen Sprache auch Grundregeln des Zusammenlebens in Deutschland wie Gleichberechtigung nahegebracht werden. Den Inhalt dieser Kurse gebe es zudem als Broschüre in sechs Sprachen. Auch Anti-Aggressionstraining sei Bestandteil der Wegweiserkurse.

Zugleich fordert die Integrationsministerin „die Bevölkerung auf, nicht wegzuschauen“ bei Ereignissen wie in Köln. Das fange schon bei der Belästigung einer Helferin an. Zugleich warnt sie vor einem Generalverdacht gegenüber Asylbewerbern. Bleibt die Frage, ob die Integrationsministerin im Merkelschen Sinne glaubt, ob wir das schaffen. „Ich hoffe es.“ Und weiter: „Ich kann es aber nicht garantieren.“

Von Nikos Natsidis

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