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Borna Kommt bald die Fusion von Borna mit Regis?
Region Borna Kommt bald die Fusion von Borna mit Regis?
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13:18 13.02.2019
Die Oberschule Regis-Breitingen. Quelle: Andreas Döring
Borna

Offiziell handelt es sich lediglich um eine Kooperationsvereinbarung. Die soll der Bornaer Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend im Goldenen Stern beschließen, um damit die Weichen für die Errichtung einer neuen Oberschule in Regis-Breitingen zu stellen. Wer will, kann daraus aber sehr wohl einen Schritt in eine zumindest nicht unlogische Fusion beider Kommunen sehen.

Grundlage für die Zusammenarbeit von Borna und Regis

Es wirkt förmlich und fast ein bisschen wie bei einem Auftritt auf diplomatischem Parkett. Und so ist das Papier, das den Bornaer Stadträten nunmehr zur Beschlussfassung vorliegt, auch gehalten – mit einer Präambel, wie sie an sich nur Dokumenten von höchster Bedeutung vorangestellt wird. Die Kooperationsvereinbarung soll „die Grundlage der zukünftigen Zusammenarbeit der Stadt Regis-Breitingen mit der Großen Kreisstadt Borna bilden“. In feinster Diktion amtlicher Verlautbarungen heißt es dann weiter, dass beide Kommunen anstreben, „die zukünftige Umsetzung der Paragrafen 8 und 9 der sächsischen Gemeindeordnung „zu prüfen und die entsprechenden Schritte vorzubereiten“.

Bornaer OBM: Bin kein Freund von Eingemeindungen

Dabei handelt es sich um die Paragrafen, in denen es im Kern um die „Einwohneranhörung bei Änderungen des Gemeindegebietes“ (Paragraf 8) und die „Vereinbarung über die Änderung des Gemeindegebietes“ (Paragraf 9) geht. Das allerdings soll zunächst keine Rolle spielen, erklärt Oberbürgermeisterin Simone Luedkte (Linke). „Ich persönlich bin kein Freund von Eingemeindungen.“ Anders sehe es mit der Zusammenarbeit zweier Kommunen aus.

Kommentar: Erst die Weichen für eine neue Schule stellen

Vordergründig geht es nur um eine neue Schule. In Regis-Breitingen, wo eine moderne Bildungseinrichtung gebraucht wird, die mit Bornaer Hilfe entstehen soll. Weil es in Borna jetzt und in der Perspektive nicht genügend Oberschulplätze gibt. Dass es dabei unterm Strich um mehr gehen könnte, ist allerdings klar.

Das will selbstredend niemand der potenziell Beteiligten bestätigen. Und zwar nicht nur deshalb, weil Gemeindezusammenschlüsse, und darum geht es am Ende, immer heikel sind. Nämlich für die Gemeinde, die sich quasi „übernehmen“ lässt – wie feinfühlig und freundlich auch immer ein Eingemeindungsvertrag formuliert wird. Also für Regis. Für den größeren Teil des neuen größeren Ganzen, weil der Aufgaben zu lösen hat, die es bisher nicht gab. Also für Borna.

Im speziellen Fall von Borna und Regis-Breitingen kommen noch Irritationen dazu, die von früheren Annäherungsversuchen herrühren. Ganz abgesehen davon, dass in beiden Städten in diesem Jahr Stadtratswahlen anstehen. In Regis wird zudem kurz nach Neujahr ein neuer Bürgermeister gewählt. Genügend Unwägbarkeiten also. Das aber sollte die Verantwortlichen nicht daran hindern, die Weichen für eine vernünftige Kooperation in Sachen neue Oberschule zu stellen.

n.natsidis@lvz.de

Borna und Regis standen sich schon einmal nahe

Immerhin standen sich Borna und Regis in dieser entscheidenden Frage schon einmal recht nahe. Luedtke hatte Gespräche mit dem damaligen Regiser Bürgermeister Thomas Kratzsch (CDU) in dieser Sache geführt, die aber kurz vor knapp scheiterten. Dennoch will sie „eine Fusion mit Regis-Breitingen nicht für alle Zeiten ausschließen“.

Borna will sich am Bau der Regiser Schule beteiligen

Zunächst gehe es aber um das konkrete Projekt einer Mittelschule, an deren Bau oder Sanierung sich Borna schon deshalb beteiligen sollte, weil die Bildungseinrichtung in Regis bereits jetzt von Schülern aus den südlichen Bornaer Ortsteilen stark frequentiert werde. Derzeit dürften etwa 50 Mädchen und Jungen aus Borna in Regis zur Schule gehen.

Borna setzt auf Zuzug

Eine Zahl, die aktuellen Prognosen nach zunehmen dürfte, wie die Bornaer Ratshauschefin vermutet. Schließlich erwarte die Stadt mit der Erweiterung der Siedlung Kesselshain und denkbaren weiteren neuen Wohnstandorten mehr Familien, deren Kinder kaum noch alle in der Dinterschule unterkommen werden. Eine Beteiligung an einer neuen Schule in Regis-Breitingen sei deshalb auch für Borna sinnvoll. Die dürfte mit Kosten von elf Millionen Euro bei einem Neubau und 13 Millionen Euro bei einer Sanierung des vorhandenen Gebäudes allerdings durchaus nennenswert zu Buche schlagen.

Druck in Regis-Breitingen

Der Druck ist auch in Regis-Breitingen nicht gering. Der dortige Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) hatte in seiner Stadtratssitzung erklärt, dass etwas passieren müsse“.

Arbeitsgemeinschaft mit Bornaern und Regisern

Zunächst aber muss das Feld dafür bereitet werden. Deshalb soll der Beschlussvorlage zufolge, die der Stadtrat absegnen muss, eine Arbeitsgemeinschaft gebildet werden, der neben den beiden Rathauschefs auch die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden angehören sollen.

Von Nikos Natsidis

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