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Kommunales Jobcenter: Außenstellen machen dicht

Personalüberhang Kommunales Jobcenter: Außenstellen machen dicht

Das Kommunale Jobcenter soll künftig nur noch in den Mittelzentren des Landkreises - also in Grimma, Wurzen, Borna und Markkleeberg – vertreten sein. Über die neue Struktur entscheidet der Kreistag auf seiner Sitzung am Mittwoch. Für vier Außenstellen käme demnach das Aus.

Künftig sollen Bedarfsgemeinschaften und andere Leistungsempfänger nur noch vier Anlaufstellen im Landkreis vorfinden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Landkreis Leipzig. Die Frage der Wirtschaftlichkeit der Außenstellen des Kommunalen Jobcenters (KJC) war erstmals 2014 so richtig aufgekommen. Damals mussten 32 Mitarbeiter der Naunhofer Dependance ihre Büros räumen, weil zu hohe Schadstoffwerte in der Luft festgestellt wurden. Schon damals wurde das Problem thematisiert, ob im Sozialraum Partheland, zu dem Naunhof gehört, überhaupt eine neue Außenstelle etabliert werden sollte.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wibera war zu dem Zeitpunkt bereits im Auftrag des Landkreises in der Spur. Prozesse und Strukturen wurden von den externen Experten unter die Lupe genommen. Auf Grund der Besorgnis erregenden Raumluftproben wurde die Außenstelle Naunhof im August 2014 geschlossen und der Mietvertrag mit der Stadt Naunhof als Eigentümer der Immobilie gekündigt. Die Betroffenen werden seitdem in Grimma und Wurzen betreut.

Kreistag soll am Mittwoch entscheiden

Kreisräte hatten damals bereits darauf hingewiesen, dass die gesamte Außenstellen-Struktur auf den Prüfstand müsse. Nachdem das Thema vor der Landratswahl in zwei Ausschüssen von der Tagesordnung flog, steht es nun erneut auf der Agenda. Am Mittwoch soll der Kreistag der Verwaltung empfehlen, die Anzahl der Dienststellen des Kommunalen Jobcenters zu reduzieren. Nicht mehr in acht, sondern nur noch in vier Kommunen sollen die Leistungen angeboten werden. Die Annahme des Beschlusses gilt als wahrscheinlich. Wibera kam zu dem Schluss, dass ein Personalüberhang besteht. Die bereits 2014 auf Grund der Raumluftprobleme geschlossene Außenstelle in Naunhof bleibt demnach geschlossen. Sie wird auch nicht durch andere Offerten wie die der Stadt Brandis oder die der Gemeinde Borsdorf ersetzt. Beide hatten für eine Unterbringung der Mitarbeiter zwischenzeitlich alternative Objekte vorgeschlagen.

Die Stadt Brandis hatte das Kulturhaus Beucha, die Gemeinde Borsdorf erneut den Bahnhof ins Spiel gebracht. Auch diese beiden Vorstöße sind mit der Entscheidung gegen eine Außenstelle im Partheland nunmehr vom Tisch. Naunhof hatte 2014 ebenfalls versucht, die Außenstelle in den Stadtmauern zu halten. Die Offerte Carolinenhof hätte allerdings erst aus Privathand erworben und umgebaut werden müssen.

In Naunhof wurde die Außenstelle schon 2014  geschlossen,  weil die Luft im Innern des Gebäudes Gesundheitsrisiken barg

In Naunhof wurde die Außenstelle schon 2014 geschlossen, weil die Luft im Innern des Gebäudes Gesundheitsrisiken barg.

Quelle: Roger Dietze (Archiv)

Ihre Pforten sollen außerdem die bisherigen Außenstellen in Groitzsch, Markranstädt und Geithain schließen. Nur noch in den Mittelzentrun des Landkreises - also in Borna, Grimma, Markkleeberg und Wurzen - soll das Jobcenter vertreten sein. Ein maßgebliches Kriterium bei der Erarbeitung der künftigen Dienststellenstruktur sei die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr gewesen. „Für Kunden, die im Einzelfall aus persönlichen oder finanziellen Gründen nicht in der Lage sind, die Dienststelle zu erreichen, werden wie bisher individuelle Lösungen angeboten“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter. So wäre bei Antragstellungen zum Beispiel auch die Weiterleitung durch die Heimatkommune möglich.

Für die Umsetzung des 4-Dienststellen-Konzeptes sei von einer Dauer von ein bis drei Jahren auszugehen. So müsste auf bestehende Mietverträge mit längeren Laufzeiten Rücksicht genommen werden. Gleichzeitig müssten in Borna und Markkleeberg für die Unterbringung der Mitarbeiter aus den Außenstellen geeignete Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Noch nicht bezifferbar sei zudem, wie sich die Flüchtlingsthematik auf die Aufgaben des KJC auswirke. Erst wenn Asylbewerber offiziell in Deutschland bleiben dürfen, ist das Jobcenter für sie zuständig. „Da weder die Herkunft noch die genaue Zahl der erwarteten Flüchtlinge hinreichend bekannt sind, kann der Zugang ins SGB II-Leistungssystem und die örtliche Zuständigkeit des KJC derzeit nicht abgeschätzt werden“, so die Kreisbehörde.

Von Simone Prenzel

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