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Borna Komplimente erlaubt
Region Borna Komplimente erlaubt
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17:41 19.05.2015

Doch seit der Debatte um den FDP-Bundestagsfraktionschef Politiker Rainer Brüderle trauen sich viele Männer nicht mehr, Komplimente zu machen, um nicht Gefahr zu laufen, als Sexist zu gelten.

Die Medaille des Umgangs zwischen Mann und Frau hat allerdings zwei Seiten. Auf der einen sollte Mann nicht zu beherzt ins Repertoire seiner Sprüche greifen, auf der anderen kann Frau auch mal einen flotten Spruch entgegnen, wenn ihr Gegenüber zu anzüglich geworden ist. "Wenn es uns zu bunt wird, können wir uns ja wehren, da gibt es dann eben eine passende Antwort", betont Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Sie selbst höre sehr gerne nette Worte, wenn sie charmant rüberkommen.

Auch SPD-Stadträtin Manuela Krause rät, nicht "hinter jedem Satz von Männern gleich das Schlimmste zu vermuten". Frauen sollten verbale Fehlgriffe von Männern entspannter sehen und damit lockerer umgehen. Ein Lächeln und "eine schlagkräftige Antwort" verschlagen grenzüberschreitenden Männern durchaus die Sprache. Krause gibt aber auch zu, dass es Männern durch die Debatte zunehmend schwer gemacht werde, Frauen gegenüber nett zu sein.

Doch wo ist die Grenze überschritten, was ist noch nett, was schon plump und anzüglich? Bei einer kleinen Umfrage wird klar: Komplimente über Kleidung, über eine gute Leistung und auch über die Augen einer Frau werden sehr gerne gehört. Doch bei Sätzen wie "Sie haben aber eine reizende Figur" oder "Ihre Beine sind ja traumhaft schön", hört bei vielen Frauen der Spaß auf.

SPD-Stadtratsfraktionschef Dietmar Stein hat seit der Debatte allerdings keine Veränderung im Umgang zwischen den Geschlechtern bemerkt, weder beruflich, noch bei ehrenamtlichem Engagement. "Letztlich ist es für alle wichtig, auf Augenhöhe miteinander umzugehen", betont er. Das funktioniere bereits seit Jahren, auch wenn das eine oder andere öffentliche Ereignis ein anderes Bild zeichnen würde. Er selbst macht natürlich auch Komplimente, bekommt die aber auch zurück.

"Ich überlege mittlerweile schon manchmal, ob ich ein Kompliment machen kann", sagt Joachim Steinhäußer, der FDP-Stadtratsfraktionsvorsitzender. Das hänge erstens vom Rahmen ab, also beruflich oder privat, und davon, wie er die Frau einschätzt.

"Bei uns können sogar die Mädchen gegenüber den Jungs aufdringlich werden", erzählt Silvia Ehritt, Schulleiterin der Grundschule Neukirchen. Deshalb bringen die Lehrer sowohl den Mädchen als auch den Jungen bei, Komplimente zu machen und zu loben, aber eben dort die Grenze zu ziehen, wo es für den anderen unangenehm wird.

Egal bei wem, Komplimente kommen meist gut an, wenn sie nett verpackt sind. Für Petra Köpping, SPD-Landtagsabgeordnete und ehemalige Bornaer Landrätin, sind in dieser Hinsicht österreichische Männer echte Vorreiter, "weil sie noch die alte Schule beherrschen und sich als Gentleman zeigen". Und das auch im Berufsleben. Doch da, erzählt Köpping, sollten bei Frauen andere Maßstäbe gelten, wenn es um die Kleidung geht. Sie selbst ziehe im Landtag nur noch flache Schuhe an und achte sehr genau auf Ober- und Unterteile. "Zu aufreizend sollten Frauen nicht im Büro auftauchen", dann seien unangenehm wirkende Sprüche quasi vorprogrammiert.

Also liebe Männer: Seien Sie galant, wenn Sie Komplimente machen. Für die Frauen mag folgender Tipp hilfreich sein: Denken Sie nicht immer gleich das Schlimmste, wenn Mann über die Stränge schlägt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2013

Julia Tonne

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