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"Konfliktfähiger werden"

"Konfliktfähiger werden"

Um ein Signal zu setzen in einem "Krankenhaus-Monopoly ohne Spielregeln" - so ein Slogan der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi -, veranstaltete die Gewerkschaft vorgestern Nachmittag im Klinikum Borna eine Informationsrunde.

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Abgeschaltet wurde das Helios-H schon vorige Woche. Gestern holte es ein Kran vom Klinikdach.

Quelle: Thomas Kube

Borna. An die 100 Mitarbeiter folgten dieser Einladung. Gestern Vormittag wurde zudem das weithin sichtbare Helios-Signet vom Klinik-Dach geholt.

Das Klinikum Borna gehört seit vergangenem Sonnabend wie die Klinik Zwenkau nicht mehr zum Helios-Konzern. Im Zuge des Erwerbs der Rhön-Krankenhäuser, zu denen unter anderem das Herzzentrum und das Parkkrankenhaus in Leipzig gehören, hatte Helios die Kliniken Leipziger Land an das Unternehmen HCM SE verkauft (die LVZ berichtete).

"Jeder weiß, dass etwas passieren wird. Die Frage ist, bereitet man sich darauf vor?" - Für Verdi-Tarifkoordinator Bernd Becker ist das die zentrale Frage. "Die Ungewissheit unter den Mitarbeitern ist groß, die Stimmung gedrückt. Die Kollegen wissen ja, dass HCM nicht die Endstation sein soll", meinte er gestern auf LVZ-Nachfrage. Eine Schließung des Klinikums, die mancher prophezeie, "ist Quatsch. Aber an wen wird es weiterverkauft - und was bedeutet das für die, die hier arbeiten?"

Einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag hält der Gewerkschafter für ein probates Mittel, um im Sinne der Beschäftigten Pflöcke einzuschlagen. Ein solcher Vertrag würde, sagte Becker, betriebsbedingte Kündigungen ausschließen, vor Ausgliederung schützen, Altersteilzeit und Qualifizierungen regeln sowie Mindestpersonalgrößen festschreiben. Um darüber aber mit der Geschäftsleitung auf Augenhöhe und mit Nachdruck verhandeln zu können, brauche es, räumte Becker ein, eine deutlichere gewerkschaftliche Kraft. Zurzeit sei der Organisationsgrad in Borna nicht eben hoch, geschuldet gewiss den ruhigen Jahren unter der Ägide von Helios: "Um etwas durchsetzen zu können, müssen wir konfliktfähiger werden."

Verdi plant, noch im Februar die Klinik-Mitarbeiter zu befragen - zu ihren Vorstellungen, was ihre künftigen Arbeitsbedingungen betrifft, und zu ihrer Meinung zu einem solch sichernden Vertragswerk. "Wenn wir eine Chance haben, so einen Vertrag durchzusetzen, werden wir den Arbeitgeber zu Gesprächen darüber auffordern", sagte Becker. Denn es seien ja gerade tarifliche Regelungen jene Stellschrauben, "die ein Unternehmer hat, um Profit zu ziehen". Wenn, wie die Arbeitgeberseite gern beteuere, alles so bliebe wie gehabt, dann hätte sie ja auch gar keinen Grund, einen solchen Vertrag nicht zu unterschreiben.

Mit Hilfe eines Krans wurde gestern Vormittag das grüne Helios-Firmen-H vom Klinikdach gehievt. Abgeschaltet war es bereits seit Ende vergangener Woche. Die Schriftzüge des bisherigen Klinik-Eigentümers sind überall im Gebäudekomplex überklebt. An einem neuen Logo für das Klinikum Borna, so der neue neutrale Name, wird getüftelt, auch an einer neuen Markenfarbe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.02.2014
Ekkehard Schulreich

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