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Kontaktbüro zur Zeitzeugenbefragung könnte in Borna eröffnen

Förderverein Dokumentationszentrum Kontaktbüro zur Zeitzeugenbefragung könnte in Borna eröffnen

Der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland will noch im Mai ein Kontaktbüro eröffnen. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Mitgliederversammlung. Der Ort steht noch nicht fest, im Gespräch ist aber laut des Vorsitzenden Walter Christian Steinbach auf jeden Fall Borna.

Sachzeugen wie die Brikettfabriken sollen ebenso eine Rolle spielen für den Förderverein wie auch die Zeitzeugenbefragung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Der Förderverein zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland (kurz DokMitt) will noch im Mai ein Kontaktbüro eröffnen. Das ist ein Ergebnis der vergangenen Mitgliederversammlung. Der Ort steht noch nicht fest, im Gespräch ist aber laut des Vorsitzenden Walter Christian Steinbach auf jeden Fall Borna. Damit sind die beiden Mitglieder des Fördervereins und zugleich Bornaer Stadträte, Sebastian Stieler (CDU) und Brigitta Ast (Freie Wähler), ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen.

Im Januar hatten die zwei einen Antrag an den Verein gestellt, dieser solle in absehbarer Zeit eine Geschäftsstelle einrichten. Bis dahin gab es immer wieder kontroverse Überlegungen zu dem Thema. Erst im November 2016 hatte der Bornaer Stadtrat einen vorab eingebrachten Antrag wieder von der Tagesordnung genommen. Das Gremium wollte sich für einen „Standort“, also eine Adresse, des Dokumentationszentrums aussprechen. Allerdings hatte Thomas Krafczyk, Schriftführer des Vereins, bei der Sitzung betont: „Wenn wir von einem Standort reden, soll das nicht nur grundstücksbezogen sein.“

Nun soll der Verein doch eine Anlaufstelle erhalten. DOKMitt hat im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen“ Fördermittel für eine Zeitzeugenbefragung und Untersuchung beantragt. „Wir rechnen mit einer Rückmeldung im April oder Mai, und im positiven Fall müssen wir im Südraum ein Kontaktbüro eröffnen“, erklärt Steinbach. Die Fördermittel wären zunächst bis Dezember begrenzt, danach will DOKMitt erneut einen Antrag für das nächste Jahr stellen.

Borna sei als ein Standort des Fördervereins durchaus denkbar, „wenn die Stadt es denn will“. Und die habe in der Vergangenheit immer wieder ihre Unterstützung zugesagt.

Angedacht ist, dass in dem Kontaktbüro sowohl ein Historiker als auch ein Sachbearbeiter beschäftigt werden. Ihre Aufgabe: Zeitzeugengespräche. „Viele der ehemaligen Bergleute haben über die Wendezeit etliche Unterlagen aus den Betrieben gerettet, die schwere Arbeit der Bergleute wurde nach der Wende aber auch vergessen“, sagt Steinbach. Deshalb sei es so wichtig, deren Geschichten zu sammeln und zu archivieren. Dokumente aus jener Zeit würden im sächsischen Wirtschaftsarchiv in Leipzig archiviert werden. Doch dem Förderverein sitzt in gewisser Weise die Zeit im Nacken, die meisten Bergleute haben das Rentenalter längst erreicht. Sämtliche Ergebnisse dieser Zeitzeugengespräche könnten anschließend in einer Art Konferenz veröffentlicht werden oder in einer Publikation.

Stieler und Ast sehen in der Eröffnung eines Büro eine Intensivierung der Arbeit des Vereins DokMitt. „Wir brauchen einen Anfang, auf dem man aufbauen kann“, sagt Ast. Ohne Anlaufstelle gehe es nun einmal nicht, ein Netzwerk, das der Verein sein will, müsse dennoch einen Ort haben, den Interessierte aufsuchen könnten. Zudem spreche vieles für Borna, da in der Stadt auch einige Sachzeugen zu finden seien. Beispielsweise die beiden Brikettfabriken Witznitz und Neukirchen. Auch die sollten in der Vereinsarbeit eine Rolle spielen. Möglicherweise sei ja irgendwann ein Museum denkbar. Dennoch: mit einem Kontaktbüro (womöglich) in Borna sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung getan.

Von Julia Tonne

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