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Borna Kontakte als entscheidender Faktor
Region Borna Kontakte als entscheidender Faktor
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16:05 19.05.2015
Polizeihauptkommissar Siegfried Richter ist seit Januar 2013 Bürgerpolizist in Groitzsch. Quelle: Peter Krischunas

Hier arbeitet Richter seit Januar als Bürgerpolizist. Ein Posten, mit dem die Polizei Sachsens Bürgernähe zeigen will. Seit 2009 baut der Freistaat mit seiner Reform "Polizei 2020" Stellen ab und seine Struktur um.

Siegfried Richter schätzt die Lage in Groitzsch, wo rund 8000 Einwohner leben, als recht ruhig ein. Er kennt hier viele Mitglieder der Vereine in der Kernstadt und den 29 Ortsteilen. "Die Kontakte sind ein entscheidender Faktor für eine wirkungsvolle Präsenz", sagt er. Nur so kann der 57-Jährige kleinere Delikte schnell aufnehmen und entsprechend reagieren. Dazu zählen Garteneinbrüche, Diebstähle von Fahrrädern und Schrott, Buntmetall und Diesel aus den Fahrzeugen auf den Baustellen. Bei schweren Delikten übernehmen die Kollegen vom Polizeirevier Borna, dem der Bürgerpolizist untersteht.

Wie die drei Bürgerpolizisten für Zwenkau, Pegau und Neukieritzsch, die ebenfalls seit Jahresbeginn im Polizeibüro am Groitzscher Markt ihren Sitz haben. "Wir arbeiten hauptsächlich eigenständig in den jeweiligen Bereichen", erklärt Richter. Mit seinem Pegauer Kollegen Polizeiobermeister Günther Neitzsch arbeite er allein schon durch die Ortsnähe enger zusammen, etwa bei gemeinsamen Kontrollen von Fahrrädern in den Mittelschulen der beiden Städte.

Die Beamten verbringen viel Zeit in ihren Kommunen. Zusätzlich finden die Einwohner viermal pro Woche einen Ansprechpartner im Polizeiposten Groitzsch. Hierfür ist auch Katrin Petrifke vom Streifendienst zuständig.

Die Voraussetzung für die Arbeit als Bürgerpolizist sind eine polizeiliche Ausbildung sowie Diensterfahrung. Darüber verfügt Siegfried Richter garantiert. Der gebürtige Torgauer, der in Altenburg lebt, war Dienstgruppenführer im Streifendienst Borna, Postenleiter in Kitzscher und die vergangenen vier Jahre bis Dezember 2012 Postenleiter in Groitzsch. Das Büro wurde dann in den Standort der Bürgerpolizisten umgewandelt.

Indes arbeitet Richter eng mit der Stadtverwaltung zusammen. Er ist oft mit der städtischen Vollzugsbediensteten Carmen Wiesehügel auf den Straßen unterwegs, zur Überwachung des ruhenden Verkehrs. Dabei werden auch Schäden an Straßen und Gehwegen aufgenommen und die Schulwege kontrolliert. "Wir ergänzen uns bei unserer Arbeit", sagt Richter.

Die Personalausstattung der sächsischen Polizei war bisher von der Bevölkerungsentwicklung abgekoppelt. Der Rückgang der Einwohnerzahl zwinge aber zur Reform, heißt es. Von derzeit 13 911 Stellen werden laut Innenministerium im Jahr 2020 nur noch 11 280 übrig sein. Die Anzahl der Streifenbeamten soll unabhängig von den Standorten gleich bleiben. Der Streifendienst trägt rund um die Uhr die Hauptlast der operativen polizeilichen Tätigkeit. Zudem soll die Anzahl der Bürgerpolizisten erhöht werden, um die Präsenz auf dem Land sicherzustellen. Dabei kommt ein Bürgerpolizist auf 7500 Einwohner. Im Vergleich: In den Großstädten liegt die Bezugsgröße bei 15 000 Einwohnern.

iPolizeistandort Groitzsch, Mühlstraße 1, Telefon 34296/4690; Sprechzeit: Montag, Donnerstag, Freitag 7 bis 12 Uhr, Dienstag 15 bis 18 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2013

Peter Krischunas

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