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Borna Konzert in Großpötzschau: Restaurierte Orgel erklingt erstmals öffentlich
Region Borna Konzert in Großpötzschau: Restaurierte Orgel erklingt erstmals öffentlich
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00:19 18.10.2017
Ein Ohrenschmaus: Daniel Beilschmidt entlockt der Poppe-Orgel nach deren Weihe 2016 die ersten Töne für ein Konzert. Quelle: René Beuckert
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Rötha/Großpötzschau

Der Ort wirkte am Samstagnachmittag, als in der Kirche Großpötzschau ein Orgelkonzert stattfand, wie ausgekehrt. Grundsätzlich stellen Orgelkonzerte nichts Ungewöhnliches dar, doch die Orgel in Großpötzschau erklang nach ihrer Restaurierung erstmals öffentlich. Kein geringerer als Daniel Beilschmidt, der ab Dezember im Leipziger Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli – beide Orgeln spielen wird, entlockte der Poppe-Orgel im Gotteshaus jene Töne, wie sie die Altvorderen schon gehört haben dürften.

Orgeln in Urfassung sind Glücksfall

Die Liebe zur Orgel in Großpötzschau hat Daniel Beilschmidt schnell entdeckt. „Ich habe auf einer Poppe-Orgel, die zumeist nur im Thüringischen vorkommen, meine ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt. Diese Orgel hier ist sogar noch älter, und deshalb ist es so bedeutungsvoll für mich, darauf zu spielen.“ Außerdem schätze er die Akustik in der Kirche, die mit ihrem intimen Charakter dem Instrument gerecht werde, sagt Beilschmidt. Eigentlich stamme die Orgel noch aus der barocken Epoche. „Solche Orgeln in ihrer Urfassung anzutreffen, ist schon ein Glücksfall. Die meisten Instrumente aus dieser Zeit wurden später überbaut.“

Schnell füllte sich am Nachmittag vor dem Konzert das Gotteshaus. Wer dem Instrument besonders nah sein wollte, nahm auf der Empore Platz, in Sichtweite von Orgel und Organist. Zu den Besuchern zählte auch Doreen Uhlemann aus Oelzschau. „Ich habe mit meinen beiden kleinen Kindern eine Radtour unternommen, um mit ihnen das Konzert zu erleben. Diese Poppe-Orgel habe ich zwar schon einmal gehört, doch in einem Konzert konnte ich sie noch nicht erleben“, erzählt sie.

Regelmäßige Konzerte geplant

Es ist das erste Orgelkonzert nach der Orgelweihe 2016. Für Fördervereinsmitglied Christine Uhlmann ist dies ein spezielles Erlebnis. „Für mich ist das Konzert deshalb so interessant, weil ich den Werdegang des Instruments von seiner Einlagerung, die es vor dem weiteren Verfall rettete, bis zur Restaurierung mitverfolgt habe. Es war schon ein schwerer Kampf, bis das Instrument wieder auf der Empore seinen Platz fand“, sagte Uhlmann. Vor allem freut es sie, dass auch Nichtchristen für die Kirche da sind. „Viele Dorfbewohner unterstützen uns tatkräftig, wenn es um den Erhalt des Gotteshauses geht. Zum Beispiel haben sie einen Zaun gebaut.“ In der Kirche finden natürlich auch weitere Veranstaltungen statt, die Besucher anlocken, wie beispielsweise das Frühlingsliedersingen, Chorauftritte oder andere musikalische Ereignisse, bis hin zu Bandaufführungen. Das Bestreben des Fördervereins ist es, die Orgel nun durch Konzerte weiter in den Mittelpunkt zu rücken und einmal im Jahr ein Orgelkonzert als festen Bestandteil im Veranstaltungsreigen zu etablieren. „Wir sind zwar ein kleiner Verein“, sagt Jürgen Brehme, „aber wir möchten durch kulturelle Beiträge über das Dorf hinaus viele Besucher ansprechen.“

Von René Beuckert

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