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Borna Konzertierte Pflanzaktion in Böhlen
Region Borna Konzertierte Pflanzaktion in Böhlen
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14:03 19.05.2015
Susanne Wendler und Marian Eltzschig sowie weitere Schüler der Oberschule Böhlen beteiligten sich gestern an der Pflanzaktion auf der früheren Aschespülhalde. Quelle: Thomas Kube

480 Stück - Vogelkirschen und Winterlinden - lagen vorsorglich bereit.

Die Stiftung Wald für Sachsen hatte die Fläche gut vorbereitet. Der Boden war frisch gefräst, und etwas Regen vom Vortag sorgte für Feuchtigkeit in der Erde, so dass es bei feinstem Pflanzwetter losgehen konnte. Der neu anzulegende Schutzwaldstreifen am östlichen Rand des Areals werde die angrenzenden Stadtteile von Böhlen vor Wind schützen, so der Projektleiter von der Stiftung Wald für Sachsen, Olaf Kroggel. Bis zum Jahresende wird der Streifen einen Umfang von 6,6 Hektar haben.

Das Gelände diente dem Altkraftwerk Lippendorf von 1968 bis 2000 zur Verspülung von Asche. Rund 20 Millionen Kubikmeter Braunkohlenasche wurden in dieser Zeit dort abgelagert - ein Prozess, der nachhaltige Spuren hinterließ. Eigentümer Vattenfall Europe ist für die Sanierung und Rekultivierung des Areals verantwortlich, die seit 2009 abschnittsweise erfolgt. Unmengen von Bauschutt wurden zunächst aufgebracht, um den Boden zu stabilisieren. Und auch die Renaturierung des Tagebaurestlochs ist weit vorangeschritten. Die ersten zwölf Hektar des neuen Mischwaldes sind bereits fertiggestellt. Insgesamt werden in den nächsten Jahren rund 35 Hektar Waldfläche nahe der Stadt Böhlen entstehen.

"Kraftwerke waren damals etwas Bedenkliches", erinnerte Eberhard Lippmann, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Wald für Sachsen, an die Gegebenheiten in der DDR. Er arbeitete seinerzeit bei der Staatlichen Umweltinspektion. Der Kreis Borna galt als am meisten belastet. Umso schöner sei es, mit den Baumpflanzungen "ein bisschen reparieren zu können".

Die extreme Staubbelastung von damals ist längst Vergangenheit. Die Böhlener schauen nach vorn und freuen sich auf das entstehende Naherholungsgebiet vor ihrer Haustür. Bauamtsleiterin Katrin Aust bedankte sich namens der Stadt für die Einladung und das Engagement von Vattenfall und der beteiligten Partner. "35 Hektar Wald werden die Lebensqualität in einem von Industrie geprägten Gebiet bereichern."

Auch der Staatsbetrieb Sachsenforst unterstützt das Waldmehrungsprojekt, das sich in die Zielstellung der Landesregierung einfügt. Laut Landesentwicklungsplan sollen 30 Prozent der Landesflächen mit Wald bewachsen sein. Für den Bereich Westsachsen, zu dem der vom Tagebau geschundene Südraum gehört, seien selbst 19 Prozent ein hoch gestecktes Ziel, erläuterte Andreas Padberg von Sachsenforst. Zumal die Waldmehrung aufgrund der Konkurrenz um Flächen im Vergleich zu früheren Jahren nur noch in kleinen Hektarzahlen vorankomme.

"Wir freuen uns über jeden, der mithilft", sagte Padberg und genoss im Zweierteam mit Kraftwerksleiter Christian Rosin die schreibtischfreie Zeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2014
Grätz, Saskia

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