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Kosten für Schülerbeförderung wachsen Kitzscher über den Kopf

Ratssitzung Kosten für Schülerbeförderung wachsen Kitzscher über den Kopf

Mit einem selbst finanzierten, kostenlosen Angebot zur Schülerbeförderung hat die Stadt Kitzscher in den vergangenen Jahren Kindern aus umliegenden Orten den Besuch der eigenen Oberschule schmackhaft gemacht. Jetzt wachsen der Stadt die Kosten allerdings über den Kopf.

Mit einem selbst finanzierten, kostenlosen Angebot zur Schülerbeförderung hat die Stadt Kitzscher in den vergangenen Jahren Kindern aus umliegenden Orten den Besuch der eigenen Oberschule schmackhaft gemacht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kitzscher. Mit einem selbst finanzierten, kostenlosen Angebot zur Schülerbeförderung hat die Stadt Kitzscher in den vergangenen Jahren Kindern aus umliegenden Orten den Besuch der eigenen Oberschule schmackhaft gemacht. Jetzt wachsen der Stadt die Kosten über den Kopf. Jahr für Jahr hatte die Stadt mit einem Budget von 10 000 Euro einen kleinen Bus finanziert. Der holte Schüler aus Orten ab, aus denen sie mit dem öffentlichen Busverkehr nicht oder nur ungünstig und mit langen Wartezeiten nach Kitzscher kommen. Hintergrund des Angebotes war das Ringen um die eigene Schule, als deren Bestand noch nicht gesichert war und unbedingt jedes Jahr genügend Schüler für zwei Klassen gebraucht wurden.

Mittlerweile nutzen aber so viele Kinder das Angebot, dass das vorgesehene Geld nicht mehr ausreicht. Die für dieses Haushaltjahr vorgesehenen 10 000 Euro sind schon zum Ende des Schuljahres aufgebraucht. Bis Dezember werden nach Berechnungen der Kämmerei weitere 11000 Euro erforderlich sein. Während Finanzchefin Simone Schubert schon nicht weiß, wo sie dieses Geld hernehmen soll, hatte der Stadtrat jetzt über die Ausgaben für das nächste Jahr zu beschließen. Den Berechnungen zufolge werden 2017 für den zusätzlichen Schülerverkehr 23 000 bis 25 000 Euro gebraucht.

In dieser Situation wurde im Stadtrat das städtische Angebot generell in Frage gestellt: Kristina Oelschlegel von der CDU-Fraktion meinte: „Es kann nicht jahrelang so weitergehen.“ Sie forderte, die Schule sollte sich um bessere Abstimmung der Unterrichtszeiten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bemühen. Angesichts von 18 beförderten Schülern fragte sie zudem: „Wie ist es mit der Gerechtigkeit anderen gegenüber?“ Fraktionskollege Joachim Lohrentz stellte nüchtern fest: Die Schülerbeförderung diene auch zur Sicherung der Schule, man stoße aber an Grenzen, könne sich das nicht mehr leisten. Guido Horn, ebenfalls CDU-Fraktion, sprach sogar von einer Kostenexplosion und warf die Frage auf, die Eltern zu beteiligen.

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) kündigte an, dass demnächst sogar 25 Schüler befördert werden müssten. Dass Kitzscher auf eigene Kosten Schüler zur Schule gefahren hat, „hat uns vielleicht mit gerettet“, sagte er in Bezug auf den nunmehr gesicherten Schulstandort. Wenigstens in diesem Jahr, fügte er hinzu, sei man „den Eltern gegenüber in der Pflicht“. Auch die Stadtverwaltung habe schon daran gedacht, die Eltern ähnlich wie das Landratsamt für den Schülerverkehr mit 100 Euro an den Kosten zu beteiligen.

Hartmut Harbich (CDU) ging noch einen Schritt weiter. Für 2017 sollte die Stadt für den eigenen Schülerverkehr nicht mehr werben, auch weil die Schule nun auch mit nur einer Klasse je Jahrgang bestehen bleiben kann. Harbich regte an, für 2017 nur 15 000 Euro vorzusehen, womit nur noch das im Sommer nächsten Jahres zu Ende gehende Schuljahr abgedeckt wäre.

Bürgermeister Schramm wandte ein, ein Auslaufen des städtischen Angebotes im kommenden Jahr wäre den Eltern gegenüber nicht fair: „Die Kinder sind auch wegen dieses Angebotes hier.“ Auch Ute Reuther (Linke) sprach sich gegen eine grundsätzliche Vorentscheidung aus. Auch der Schule gegenüber solle noch kein solches Signal gegeben werden. Die Leiterin der Kämmerei zeigte sich dagegen überzeugt, dass es für die Schüler auch Angebote vom ÖPNV gebe, „auch wenn die nicht immer so günstig sind.“ Nachdem Harbichs Vorschlag für die reduzierte Summe von 15 000 Euro keine Mehrheit fand, beschloss der Stadtrat mehrheitlich, für nächstes Jahr 23 000 Euro für den selbst finanzierten Schülerverkehr vorzusehen. Die Summe ist damit in der bevorstehenden Haushaltdiskussion gesetzt.

Von André Neumann

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