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Kostenexplosion: Sportplatz in Groitzschsteht teilweise auf blanker Asche

Kostenexplosion: Sportplatz in Groitzschsteht teilweise auf blanker Asche

Der Groitzscher Stadtrat hat in seiner Sondersitzung am Donnerstagabend grünes Licht für den DIN-gerechten Ausbau des Sportplatzes gegeben. Damit können die Bauarbeiten am Montag wieder weitergehen.

Groitzsch. Doch die Kosten für die Sanierung verdoppeln sich auf etwa 600 000 Euro.

 

 

Seit Wochen schon standen die Bauarbeiten auf dem Groitzscher Sportplatz still. Die Grasnarbe ist abgetragen, doch seitdem hat sich hier nichts mehr getan. Sehr zum Leidwesen der Sportler, für die es nun noch länger dauert, bis der Platz wieder bespielbar ist. Der sollte mit Fördermitteln des Freistaates nach dem verheerenden Hochwasser vor zwei Jahren wieder saniert werden, hier haben sich nach Aussage von Bauamtsleiter Dirk Schmidt durch das Wasser unzählige Senken gebildet, die während des Spielbetriebs nicht ungefährlich seien.

 

 

Dass die Bauarbeiten derzeit ruhen, liegt an einem zweiten Baugrundgutachten, das den bisherigen Untergrund für nicht tragfähig hält. "Um ihn tragfähig zu machen, muss der Platz DIN-gerecht gebaut werden", erklärt Groitzschs Bürgermeister Maik Kunze (CDU). Bisher ging auch Bauamtsleiter Schmidt von einem tragfähigen Untergrund aus.

Doch mit dem neuerlichen Gutachten und dem Abtragen der Grasnarbe kam etwas ganz anderes zum Vorschein: "blanke Asche zum Teil noch versetzt mit Teilen von beispielsweise Porzellan", erklärte Schmidt in der Sondersitzung. "Und vor dem Hintergrund können wir nicht sehenden Auges mit der bisher geplanten Sanierung einfach so weitermachen." Erforderlich sei es nun, mit einer Polygonwalze über die Fläche drüberzugehen, um eine Tiefenverdichtung bis zu zwei Metern zu schaffen. Danach könne die Entwässerung eingebaut werden. Der Zeitplan allerdings verschiebt sich damit. Ging die Stadtverwaltung bisher von Ende September aus, bis alles fertig übergeben werden kann, hofft Schmidt nun auf Ende Oktober.

 

 

Damit dieser Ausbau erfolgen kann, musste der Stadtrat zustimmen. Daher trafen sich die Räte am Donnerstagabend zu einer Sondersitzung. "Solch eine Sitzung hatten wir seit Jahren nicht mehr, aber die Diskussion um den Sportplatz machte das notwendig", so Kunze. Zudem treiben die erforderlichen Maßnahmen die Kosten in die Höhe. Bisher ging die Kostenschätzung von etwa 300 000 Euro aus, zudem erhoffte sich die Stadtverwaltung eine Tartanbahn, die noch einmal mit rund 200 000 Euro zu Buche geschlagen hätte. Doch das neue Gutachten bringt die Pläne nun völlig durcheinander. Denn allein der DIN-gerechte Ausbau des Platzes soll rund 600 000 Euro kosten - damit würde sich der Preis verdoppeln, außerdem wäre die Tartanbahn hinfällig, weil nicht mehr finanzierbar.

 

 

Wie berichtet, hatte die Verwaltung gehofft, Sanierungskosten und Kunststoffbahn über die Fördermittel vom Freistaat für die Beseitigung von Hochwasserschäden abrechnen zu können. Nun wird es "nur" noch eine aus Ziegelmehl. "Aber mit den Mehraufwendungen für den Platz an sich ist der Sportplatz dann dauerhaft wiederhergestellt", so Schmidt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2015
Julia Tonne

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