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Borna Krach in Mölbis ohne Folgen: Beschwerde erreicht nur schwer das Umweltamt
Region Borna Krach in Mölbis ohne Folgen: Beschwerde erreicht nur schwer das Umweltamt
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00:19 23.07.2017
Im Espenhainer Unternehmen wird viel Stahlschrott recycelt. Der Stahl wird von allen Fremdstoffen befreit, zerkleinert, in Waggons geschüttet und an Stahlwerke verschickt. Bisher gab es kaum Lärmbeschwerden, so das Unternehmen. Im nahen Mölbis jedoch fühlt man sich jetzt gestört. Quelle: André Neumann
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Mölbis

Keinen Ansprechpartner fand die Mölbiserin Birgit Geuther im Landratsamt, als sie sich am 3. Juli wegen des Krachs einer Recyclingfirma beschweren wollte. Sie habe sich ans Umweltamt in Grimma gewandt und dort gehört, Borna sei zuständig. In Borna wiederum habe man ihr gesagt, sie solle sich nach Grimma wenden. „Zu einem greifbaren Ergebnis kam es für mich nicht. Dann kann man auch von Behördenseite aus mitteilen, es gäbe keine Beschwerden“, so Geuther. Dabei sei der Krach, der ihrer Meinung nach von der nahen Espenhainer Recyclingfirma stammt, „in einigen Nächten anhaltend zu hören“ gewesen. Nun solle dort auch noch eine neue Anlage in Betrieb gehen. Da könne man nur sagen: „Gute Nacht, Mölbis!“, findet die Anwohnerin.

Wie berichtet, hat die Tochterfirma SRW Metalfloat des großen Verwertungsunternehmens Scholz Recycling den Antrag gestellt, eine weitere Anlage auch nachts betreiben zu dürfen. Im Technischen Ausschuss der Stadt Rötha wurde dies kürzlich behandelt und festgestellt, dass es seit 2000 nur zwei Beschwerden wegen Lärms gegeben habe. Der Geschäftsführer des Unternehmens hatte darauf hingewiesen, bei nächtlichem Lärm gleich am nächsten Morgen das Unternehmen zu kontaktieren, um der Ursache nachgehen zu können. In den Espenhainer Betrieb, der mittlerweile zum chinesischen Konzern Chiho-Tiande gehört, wurden bisher 60 Millionen Euro investiert. 270 Leute arbeiten dort.

Brigitte Laux, Pressesprecherin des Landratsamtes, sagte auf LVZ-Anfrage, dass im Amt von einem Beschwerde-Telefonanruf am 3. Juli nichts bekannt sei und dies sich leider auch nicht mehr aufklären lasse. „Ein Problem war aber, dass der Beschwerdeführer offensichtlich sich auch per Mail melden wollte und einen veralteten Link genutzt hat, der nicht funktionierte“, so Laux.

Der Bereich Immission des Umweltamtes sei zwar nicht grundsätzlich für alle Beschwerden zuständig, aber eine gute erste Anlaufstelle für Lärm. „Das Umweltamt geht Beschwerden immer nach, diese können gerne per Mail an SekretariatUWA@lk-l.de gesandt werden“, sagte die Sprecherin. In bestimmten Fällen sei auch das Bauaufsichtsamt mit eingebunden.

Um den Verursacher zu ermitteln, seien möglichst konkrete Angaben erforderlich. Wichtig und hilfreich sind Datum, Uhrzeit und Dauer der Lärmbelästigung. Eventuell lässt sich auch der Höreindruck beschreiben. Wenig sinnvoll seien Aussagen wie: Dort ist immer Krach. Nach Ermittlung des Verursachers und Prüfung der jeweiligen Genehmigung werde dann geprüft, „ob Auflagenverstöße vorliegen oder Anordnungsbedarf besteht“.

Inzwischen ist das Amt der Beschwerde der Mölbiserin nachgegangen. Es ging um Krach in den Nächten vom 28. zum 29. Juni und vom 29. zum 30. Juni. Von beiden in Frage kommenden Firmen wurde eine Stellungnahme abgefordert. „Ein Unternehmen betreibt die Anlagen nachts nicht, dort gab es auch keine Havarien. Beim zweiten Unternehmen konnte festgestellt werden, dass zumindest in einer Nacht Reparaturarbeiten stattfanden“, erklärte Brigitte Laux. Hier könne nach Angaben des Betriebes nicht sicher gesagt werden, ob die Schallschutzkabinen immer geschlossen blieben. Die Mitarbeiter seien nochmals auf diesen Umstand hingewiesen worden.

In der Regel würden die Immissionswerte eingehalten, einzelne Lärmspitzen könnten auch zulässig sein, so die Sprecherin. Da generell anlagenbezogenen Geräusche durchaus wahrnehmbar seien und jeder Mensch auf Lärm unterschiedlich reagiere, käme es immer wieder zu Konflikten. In Espenhain allerdings selten: „Dies war seit 2011 die erste Beschwerde, die das Umweltamt zu diesen Unternehmen erreichte.“ Die Beschwerdeführer hätten mittlerweile eine Antwort erhalten und könnten sich bei Fragen zum Sachverhalt direkt an den Sachbearbeiter wenden, hieß es weiter.

Von Claudia Carell

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