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Borna Kräftzehrender Dauereinsatz
Region Borna Kräftzehrender Dauereinsatz
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16:45 19.05.2015

Flächen wie der Sportplatz in Wyhra standen noch unter Wasser. Für die Feuerwehrleute, seit acht Tagen im Dauereinsatz, endete eine kräftezehrende Woche.

Traurige Routine gestern Mittag in der Gartensparte "An der Wyhra". Dort waren die Parzellen zum zweiten Mal vorgelaufen. "Es ist alles kaputt in den Lauben", sagte Dieter Bleck, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Die Kleingärtner hatten bereits vier Container mit einem Fassungsvermögen von 40 Kubikmetern gefüllt, "und wir werden sicher noch zwei weitere brauchen", so Bleck. Zehn bis 15 Gärten standen gestern immer noch unter Wasser.

Dennoch seiem die Kleingärtner gelassen, sagte Bleck weiter. Dabei können sie große Teile ihrer Ernte in diesem Jahr vergessen. "Die Erdbeeren sind hin", sagte der Vize-Vorsitzende. Kohlrabi und Bohnen könnten dagegen erneut gepflanzt werden.

Während die Sparte "An der Wyhraaue", die Anfang Juli ihr 90-jähriges Bestehen feiert, erneut unter Wasser stand, hatten die Garten östlich des Wyhraviertels Glück. Sie wurden nach Angaben von Wehrleiter Kai Noeske diesmal nicht geflutet. Noeske saß gestern die aufreibende Woche ebenso in den Knochen wie allen anderen Brandschützern in Borna und den Ortsteilen. "Wir waren tagelang im Einsatz mit vielleicht zwei Stunden Schlaf, da verliert man das Zeitgefühl", sagte der Feuerwehrchef.

Beim erneuten Hochwasseralarm am Wochenende waren nach seinen Angaben 125 Brandschützer sowie zehn Mitarbeiter der Stadtverwaltung im Dauereinsatz. Die Brandschützer hatten die Bürger am Sonnabendabend erneut mit Lautsprecherdurchsagen über die drohende Gefahr informiert.

Dabei hatten sich die Feuerwehrleute am Sonnabend Vormittag am Ende ihres mehrtägigen Dauereinsatzes gewähnt. So waren sie am Sonnabendvormittag in der Gartenanlage "An der Wyhra", um mit der Jugendfeuerwehr Pumpen und Notstromaggregate nebst Schläuchen abzubauen. Kurze Zeit später kam der erneute Alarm.

Noeske erklärte nach dem Einsatz, es sei unmöglich in derartigen Situationen, jedem zu helfen. Es komme vielmehr darauf an, dass sich jeder selbst mit einbringe.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), von einem Berlin-Tripp vorzeitigt ins Katastrophengebiet in Borna zurückgeeilt, sagte, Feuerwehr, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Wirtschaftshofes seien in den dramatischen Stunden in der Nacht zum Sonntag durch die Stadt gefahren und hätten die Bürger informiert. Auch das Rathaus sei geöffnet gewesen.

Allerdings nicht das ganze Wochenende über, wie Ellen Wand berichtet. Sie hatte ihre Eltern, die An der Wyhra wohnen, am Sonnabend dort abgeholt und zu sich nach Hause gebracht. Als sie ihren Vater und ihre Mutter am Tag darauf allerdings wieder zurückbringen wollte, habe sich weder im Rathaus noch im Landratsamt ein Ansprechpartner gefunden. "Es hätte wenigstens die Zentrale besetzt sein müssen", erklärte sie gestern.

Falls sich die Situation an den Gewässern, die für Borna von Bedeutung sind, wieder verschärfen sollte, gebe es die eingespielte Informationskette. Rainer Ludwig, in der Stadtverwaltung auch für Grünanlagen zuständig, werde per SMS von der Talsperrenmeisterei über drohende Gefahren informiert - und leite das dann weiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2013

Nikos Natsidis

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