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Kraft und Geschicklichkeit war zum Piratenfest in Rötha gefragt

Vereinsfest Kraft und Geschicklichkeit war zum Piratenfest in Rötha gefragt

In Rötha ist nicht Geschicklichkeit gefragt, sondern Kraft, hier werden Bierkästen nicht zu einem Turm aufgebaut, hier werden sie gegen eine Wand gepresst. Bierkasten stemmen heißt das Spiel, zu dem die Stauseepiraten die Gäste ihres jährlichen Vereinsfestes am Bootshaus einladen, aber auch Drachenbootrennen war angesagt.

Bierkastenstemmen gehörte zum Programm des Piratenfestes. Stefan Kratkey stemmt während Maik Großmann ihm die Bierkästen reicht.

Quelle: André Neumann

Rötha. Hoch stapeln kann jeder. In Rötha ist nicht Geschicklichkeit gefragt, sondern Kraft, hier werden Bierkästen nicht zu einem Turm aufgebaut, hier werden sie gegen eine Wand gepresst. Bierkasten stemmen heißt das Spiel, zu dem die Stauseepiraten die Gäste ihres jährlichen Vereinsfestes am Bootshaus einladen. So wie am vergangenen Sonnabend wieder. Der Boden des ersten Kastens wird gegen eine hölzerne Tafel mit dem Logo der Stauseepiraten gepresst, der nächste davor, der nächste, der nächste… Die horizontale Säule wird länger und länger und schwerer, Schweiß tritt aus den Poren, die Muskeln beginnen zu zucken, irgendwann krachen alle Kästen zu Boden. Stefan Kratkey schafft 13, doch er kommt nicht in die Wertung, denn er ist Stauseepirat und gehört zum Team der starken Drachenbootpaddler. Die Bestmarke unter den Gästen liegt am frühen Abend bei zehn. Dem Sieger winkt ein voller Kasten.

Wie sich das beim Fest eines Wassersportvereins gehört, dürfen die Besucher ihre Kraft und Ausdauer auch auf dem Stausee unter Beweis stellen. Im Drachenboot dem größten Sportgerät der Piraten. Kleinere Sport- und Wanderkajaks haben sie hier auch, denn auch Sportpaddler gehören zum Verein.

Zuerst eine kleine Enttäuschung: Drachenkopf und -schwanz, die das zwanzig Mann fassende gut 400 Kilo schwere Gefährt noch drei Meter länger machen, sind nicht montiert sondern liegen im Bootshaus. Der Steg am heimischen Trainingsgewässer, erklärt Pirat Maik Großmann, ist zu kurz, die Schmuckteile könnten beim An- und Ablegen beschädigt werden. Auch so ist die Fahrt beeindruckend. Steuermann Christian Meister zählt einen sportlichen Rhythmus, vor und wer dem vorn sitzenden Schlagmann Großmann auf die trainierten Schultern schaut, kommt mit dem eigenen Paddel bald gut mit. Das Boot nimmt ordentlich Fahrt auf. Mit an Bord sitzt Cornelia Gutzeit. Die noch amtierende Röthaer Karnevalsprinzessin hatte auf dem Fest zufällig drei ehemalige Sportfreunde getroffen, mit denen sie vor Jahrzehnten gemeinsam beim Sportverein Chemie Böhlen hier auf dem Stausee paddelte. Das Wiedersehen wurde zünftig mit einer Fahrt im Vierer-Sport-Kajak begangen. Einmal außen um den See, die alte Trainingsrunde von damals. Rund 2,5 Kilometer, wie Cornelia Gutzeit sich erinnert. „Die mussten wir damals in einer Trainingseinheit bis zu fünfmal fahren“, sagt Cornelia Gutzeit. Während bei den vier ehemaligen Chemie-Paddlern die Harmonie im Boot schnell wieder stimmt, hat André Pietsch weniger Glück. Auch er paddelte als Schüler, damals in einem Leipziger Verein. Auch er will es nach vielen Jahren erstmals wieder probieren. Weil die Wanderkajaks aber gerade alle mit Besuchern auf dem See unterwegs sind, bleibt ihm nur das schlankere und viel kippeligere Einer-Rennboot. Der Röthaer hat noch nicht richtig vom Steg abgelegt, da liegt er schon im trüben Stausee-Wasser.

Er nimmt es locker, bleibt sogar weiter auf dem Fest. Bei immer noch knapp dreißig Grad am Abend sind T-Shirt und Hose schnell wieder trocken. Außerdem verleitet die Stimmung auf dem Fest zum Bleiben Susann Meister und Mandy Putz geben gerade die letzten Tombola-Preise aus, die Hüpfburg ist gut besucht und viele Röthaer und Ausflügler genießen schon seit dem Nachmittag den Sommertag auf den Freisitzbänken.

Von André Neumann

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