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Kraftstoff aus der Steckdose

Kraftstoff aus der Steckdose

Viele Elektrofahrzeuge sind auf Bornas Straßen noch nicht zu sehen. Doch wer bereits eines fährt, braucht zum Auftanken keine Tankstelle, sondern eine Ladestation.

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An der Ladesäule bei Automobile Borna: Marketing-Mitarbeiter Jens Strehlau (l.) und Verkaufsleiter Jens Kutzner. Noch sind solche Säulen rar gesät.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Natürlich kann jedes Elektro-Auto an einer herkömmlichen Steckdose aufgeladen werden, schneller geht es allerdings an einer Ladesäule. Doch die sind im Stadtgebiet noch rar gesät.

Eine Ladesäule steht auf dem Gelände von Automobile Borna in der Geschwister-Scholl-Straße. "Die Säule haben wir seit etwa einem halben Jahr, zur gleichen Zeit kamen bei uns die ersten Fahrzeuge mit Elektroantrieb ins Sortiment", erklärt Jens Strehlau, Leiter der Marketing-Abteilung bei AMB. Zwei Vorführwagen stehen im Autohaus zur Verfügung, die von neugierigen Kunden getestet werden können. Allerdings sind sowohl der VW Up als auch der Golf fast täglich unterwegs. "Das Interesse an Elektrofahrzeugen ist bei uns groß, viele wollen die Wagen einfach mal ausprobieren", sagt Verkaufsleiter Jens Kutzner. Doch an Privatkunden konnte das Autohaus bisher nur wenige emissionslosen Fahrzeuge verkaufen. Für Kutzner und Strehlau liegt das an den noch hohen Anschaffungskosten. So muss man beispielsweise für den Up mit Elektro-Antrieb stolze 26 000 Euro hinlegen. In der herkömmlichen Version mit Benzin-Motor sind es gerade mal 16 000 Euro.

Kunden, die ihre Wagen zur Werkstatt bringen, können sie bisher kostenfrei aufladen. An der Ladesäule dauert es sechs Stunden, bis die Autos ihre Maximal-Reichweite wieder schaffen. "An einer herkömmlichen Steckdose können sie auch aufgeladen werden, das dauert aber rund zwölf Stunden", erklärt Kutzner.

Eine weitere Ladesäule gibt es im Stadtgebiet beim Autohaus Mittag in der Abtsdorfer Straße. Sie steht bei dem Renault-Händler bereits seit zwei Jahren. Während der Geschäftszeiten haben Elektrofahrzeug-Besitzer die Möglichkeit, ihre Autos an die Starkstromsteckdose zu stöpseln. Auch nachts können dort Wagen geladen werden, die Fahrer müssen ihre Gefährte jedoch bis 18 Uhr abliefern und sie morgens ab 7 Uhr abholen. Allerdings geht es bei Renault noch deutlich einfacher, wie der Verkäufer Thomas Melzer betont. "Wer einen Elektro-Renault kauft, bekommt eine Ladesäule für Zuhause kostenlos dazu." Der Anschluss sei im Kaufpreis inbegriffen. An der Ladesäule ist das Fahrzeug dann nach etwa sechs Stunden wieder voll einsatzfähig.

Damit das Interesse an Elektro-Fahrzeugen zukünftig weiter steigt, ist für die Autohaus-Mitarbeiter eines unerlässlich: eine flächendeckende Versorgung mit Lademöglichkeiten. "Wer unterwegs ist, braucht dringend auch auf seinem Weg Ladesäulen", macht AMB-Mann Strehlau deutlich. In dem Bereich seien andere Länder schon viel weiter, weshalb auch dort die Nachfrage nach Elektro-Autos viel größer sei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2014
Julia Tonne

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