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Borna Kreis: Jugendhilfeplanung verabschiedet
Region Borna Kreis: Jugendhilfeplanung verabschiedet
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17:59 08.10.2010
Die Zentrale des Kinder- und Jugendrings im Landkreis. Von hier aus wird Jugendarbeit koordiniert. Quelle: Günther Hunger
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Borna

In der abschließenden Debatte gab es Lob, aber auch kritische Töne.

Fast ohne Abstriche soll das Netz der Jugendarbeit erhalten bleiben und in Teilbereichen ausgebaut werden, obwohl der Freistaat in diesem Jahr seine Zuschüsse für den Landkreis um 250 000 Euro senkte und mit noch weiteren Einschnitten zu rechnen ist. Die Finanzierung der Personal- und Sachkosten der verschiedenen Angebote ist unterm Strich das eigentliche Problem.

„Wir haben eine Planung, die sich nicht am Bedarf, sondern an den zur Verfügung stehenden Geldern orientiert", verdeutlichte denn auch SPD/Grünen-Fraktionschef Karsten Schütze. „Wir haben kaum noch volle, sondern nur noch Teilzeitstellen." Schütze lobte jedoch genauso wie die Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), Ute Kniesche, dass die überregionalen Träger - Kinder- und Jugendatelier „Katzenhaus Kaditzsch" sowie Kultur- und Umweltzentrum Markkleeberg - im Plan wieder Berücksichtigung finden. Schütze lobte auch das Zustandekommen der Jugendhilfeplanung - die Freien Träger waren eingebunden. „Am Ende stand ein Kompromiss."

Das Thema sei durch die Sparmaßnahmen der Landesregierung aufgedrückt, sagte Naunhofs Bürgermeister Uwe Herrmann (UWV). „Die Abstriche tun uns allen weh. Wir haben es aber mit einer Planung zu tun, bei der trotz des Sparens viele Strukturen stabil bleiben." Linken-Fraktionschefin Heike Werner sagte, dass „mit weniger Geld die gleichen Aufgaben" zu erledigen seien. „Da kommt auf Vereine, Träger und Mitarbeiter mehr zu." Auch der Fraktionsvorsitzender der CDU, Fritz-Dieter Mittenzwei, blickte in die Zukunft: „Wir werden keine besseren Zahlen bekommen und bald wieder zusammensitzen und Abstriche machen müssen." Er lobte, dass die guten Seiten des Leipziger Landes, wie die Schulsozialarbeit, nunmehr aufs Muldental ausgeweitet werden und die guten Seiten des Muldentals, wie hauptamtlich bestückte Jugendhäuser, aufs Leipziger Land.

Der Colditzer Bürgermeister Manfred Heinz (FDP) kritisierte indes das Verhältnis von Schulsozialarbeit, die im Landkreis derzeit 18 Projekte mit 13 Vollzeitstellen zählt, und der mobilen Jugendarbeit. Im Raum Colditz würden für letztere pro Tag 6,80 Euro zur Verfügung stehen. „Damit kann man keine Jugendarbeit machen", schimpfte er.

Die Schulsozialarbeit sieht der Landkreis als ein wichtiges Standbein der Jugendhilfe an. SPD/Grüne scheiterten aber mit ihren Antrag, für die Robinienhofschule (für geistig Behinderte) in Borna wenigstens eine halbe Stelle zu erhalten. Bei 31 Ja- und genau so vielen Nein-Stimmen fiel der Antrag durch. Die Jugendhilfeplanung sieht vor, die Schulsozialarbeit vor allem an Mittel- und Förderschulen dauerhaft zu etablieren. An der Robinienhofschule wird sie als verzichtbar eingeschätzt. Dabei sei das für Sachsen eine Vorzeigestelle gewesen, sagte Schütze.

Die aktuell vorliegende, 71 Seiten umfassende Planung bietet eine konkrete Bestandsanalyse der Jugendhilfe zwischen Pegau und Colditz an, schreibt Prioritäten und Maßnahmen fest und verdeutlicht, welche Angebote der Landkreis erhalten, ausbauen oder streichen will und wird. Mit ihr wurden nun auch die bislang unterschiedlichen Regelungen der beiden Altkreise vereinheitlicht.

Frank Prenzel

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