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Borna Kreisbauernverband mit Spendenaktion fürs Restaurant des Herzens
Region Borna Kreisbauernverband mit Spendenaktion fürs Restaurant des Herzens
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17:31 07.12.2017
Zweihundert Kilogramm Gala-Kartoffeln spendet der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher. Chef Kevin Frost (li.) lädt sie mit in den Kleintransporter, Michael Kiesewetter hilft. Quelle: Jens Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Der weiße Kleintransporter fuhr vorsichtig auf den Hof der Kartoffelhalle des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher. Schließlich hatte er einige Paletten Eier geladen. Kartoffeln, Zwiebeln, Fleisch und Wurst sollten noch dazu kommen. Am Donnerstag startete der Kreisbauernverband Borna/Geithain/Leipzig seine 17. Spendenaktion für das Restaurant des Herzens in Leipzig.

„Wir hatten 2001 davon gehört, dass dort Bedürftige eine warme Mahlzeit bekommen und wollten dies mit dem, was wir produzieren, unterstützen“, sagte Verbandsgeschäftsführerin Yvonne Kern. Zwölf Agrarfirmen beteiligten sich in diesem Jahr. Die Chefin war nun mit Helfer Michael Kieselwetter im Borna-Geithainer Land unterwegs und lud all die guten Sachen nach und nach in den Transporter.

Oft fassten die Firmenchefs selbst mit an. Kevin Frost packte in Kitzscher Säcke seiner Gala-Kartoffeln ins Auto. Wolfram Rühle von der Agrargenossenschaft verlud Zwiebeln in Pötzschau, „extra große für die Großküche“. Sein Unternehmen macht von Anfang an bei der Aktion mit, „das ist doch eine gute Sache, daher unterstützen wir das gern mit unserer kleinen Spende“. In Form von 150 Kilogramm Zwiebeln.

Die nächste Station war die Fleischerei Landhan in Großstolpen bei Groitzsch. Sieben rote Kisten mit zwei Schweinehälften, Leberkäse, Römerbraten, Bockwurst, Jagdwurst und Rostern wanderten in den Kleintransporter. Ein Teil davon wird vom Unternehmen gesponsert, ansonsten kommen Spendengelder zum Einsatz.

Mitarbeiter Eckhard Landgraf half beim Verladen und meinte: „Wir unterstützen das gern seit drei Jahren.“ Verwundert zeigte er sich allerdings über die Nachricht, dass im Restaurant des Herzens ehrenamtliche Mitarbeiter fehlen würden und damit die Existenz des Projektes auf dem Spiel steht – aber bei den Betroffenen selbst gebe es wohl angeblich wenig Engagement.

Genau darüber im Bilde ist Sabine Glinkowski, Projektleiterin des besonderen Restaurants im Leipziger Süden. Sie hatte alle Hände voll zu tun, nicht nur der Bauernverband lieferte am Donnerstagmittag Lebensmittel. „Die Spendenbereitschaft ist sehr gut“, lobte die gelernte Köchin, die seit 18 Jahren dieses Projekt mit organisiert. „Es ist genug für alle da: Helfen Sie mit, damit wir helfen können“ heißt der Slogan. Mit gespendeten Lebensmitteln kochen Ehrenamtler warme Mahlzeiten – kostenlos für Bedürftige. In Spitzenzeiten waren es 380 Teller voll Kartoffeln, Gemüse und Römerbraten, die im großen warmen Speisesaal gegessen werden. Im Durchschnitt jedoch würden 200 bis 280 Leute pro Tag kommen, sagte Glinkowski.

Die 66-Jährige ist mit Herzblut dabei, doch zuweilen ärgert sie sich auch. So fehlten neulich ehrenamtliche Helfer. Sie habe junge Menschen, die vom Restaurant des Herzens profitieren, angesprochen – Fehlanzeige. „Es gibt einige, die immer fordern und zuweilen auch frech sind“, berichtete die Leiterin. Das sei nicht in Ordnung. Inzwischen habe sich das Problem klären können, „ich habe wieder Helfer“. Ihre Motivation, weiterhin Spenden zu organisieren und lecker auf den Tisch zu bringen, sei aber immer noch da: „Es sind oft die alten Leute mit der Mindestrente, da ist das Geld wirklich knapp. Die warme Mahlzeit am Tag hilft ihnen und sie sind dankbar dafür.“

Von Claudia Carell

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