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Kreistag: CDU in 22 Kommunen vorn

Kreistag: CDU in 22 Kommunen vorn

Die Kreistagswahlen am Sonntag haben die Kräfteverhältnisse im Parlament nur marginal verschoben. Kleine Zugewinne für Unabhängige Wählervereinigung (UWV), CDU und Linke, einen kleinen Rückgang für die SPD.

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Wie hier in der Bornaer Dinter-Sporthalle wurde es beim Auszählen der Stimmen ein langer Wahlabend.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Die FDP verfügt nicht mehr über die für eine Fraktion nötigen sechs Sitze, für die rechtsextreme NPD ziehen drei statt vier Kandidaten ein, und die Alternative für Deutschland (AfD) sitzt neu im Kreistag. Erdrutschartige Verschiebungen blieben in der Summe aus. Von den 218 965 Wahlberechtigten im Landkreis nutzten 48,1 Prozent (2008: 48,2) die Chance zur Stimmabgabe.

Bei den Abstimmungen in den 34 Kommunen des Landkreises lag die CDU in 22 Städten und Gemeinden vorn. Gegen die UWV allerdings hatte sie in sechs Kommunen keine Chance: In den Wahlkreisen 6, 7 und 8, wo die Unabhängigen ihre Bürgermeister-Phalanx mit Matthias Berger (Grimma) und Matthias Schmiedel (Colditz) an der Spitze aufboten, blieb für die etablierten Parteien nichts zu holen. Nur in jeweils drei Kommunen legten SPD und Linke das Bestergebnis vor.

Hochburg der CDU war diesmal Thallwitz, wo die Partei 67,1 der Stimmen holte. Die Linke erzielte in Böhlen mit 48,6 Prozent ihr bestes Resultat noch vor Bennewitz (45,9), die SPD hatte in Großpösna (43,3) den meisten Grund zum Jubeln. Mit 43,8 Prozent gab die Unabhängige Wählervereinigung in Colditz allen anderen Bewerbern deutlich das Nachsehen. Allerdings erzielte dort die FDP mit 16,4 ihr Bestergebnis. Die Alternative für Deutschland erreichte 11,2 Prozent in Bad Lausick.

Die CDU hat ihr Ergebnis bei der Kreistagswahl gegenüber 2008 leicht verbessert, stellt die größte Fraktion. "Ein solides Ergebnis", sagt Henry Graichen dazu, die Partei habe das Niveau gut gehalten. Zufriedenheit allerdings sehe anders aus, denn es gebe "Kommunen mit Schwächen". Der Neukieritzscher Bürgermeister wertet das Ergebnis als Auftrag an die CDU, die sachbezogene Arbeit fortzusetzen.

Heike Werner (Linke) war sehr zufrieden, dass ihre Partei die "absolut guten Zahlen" habe wiederholen können. "Es war schwer absehbar, wie das Ergebnis im Zusammenhang mit der Europawahl ausfällt", erklärte sie. Doch es habe sich gezeigt, dass die Linke auf die richtigen Themen gesetzt habe. Auf diesem Kurs solle die Arbeit fortgesetzt werden.

Für die SPD sah es lange so aus, als würde sie hinter die Unabhängige Wählervereinigung (UWV) zurückfallen. Das erst gestern nach 12 Uhr feststehende Resultat aus Markkleeberg, einer traditionellen SPD-Hochburg, sorgte dafür, dass die Sozialdemokraten mit leichten Verlusten dritte Kraft im Kreistag bleiben. "Ein Rückgang ist immer enttäuschend", kommentierte die einstige Leipziger-Land-Landrätin Petra Köpping das Resultat ihrer Partei. Eine Erklärung dafür habe sie nicht. "Das ist kein gerechter Lohn für unsere Arbeit." Es zeige aber, dass die Arbeit in den Orten noch verstärkt werden müsse. Die Schwerpunkte der Kreistagspolitik allerdings sollen beibehalten werden, sagte Köpping.

Obwohl das Überholen der SPD nicht ganz klappte, saß Ute Kniesche gestern "mit einem Lächeln" im Büro. Ziel sei gewesen, das Ergebnis von 2008 zu bestätigen, jetzt habe es sogar den erhofften Zuwachs gegeben. "Wir können darauf stolz sein", so Kniesche. Es werde deutlich, dass die UWV das Vertrauen der Wähler nicht enttäuscht habe. Zudem sei auch die Verankerung im Leipziger Land verbessert worden.

Anders der Gemütszustand von Dieter Hager (FDP). "Ich hatte gehofft, dass wir unsere sechs Sitze verteidigen", erklärte der Freidemokrat. Mit dem Verlust von zwei Sitzen könne er natürlich nicht zufrieden sein. Offenbar habe der Bundestrend der FDP auch auf das Kreisergebnis durchgeschlagen.

"Das ist kein Grund, an die Decke zu springen." Bei Joachim Schruth (Grüne) löste das Wahlergebnis keine Freunde aus. Die Haltung der Partei in der Braunkohle-Frage - die Forderung nach einem Ausstieg - habe in traditionellen Braunkohle-Revieren sicherlich nicht zur Akzeptanz beigetragen. Ziel sei es, mit den verbliebenen Abgeordneten die "faire Fraktion" mit der SPD fortzusetzen.

Ebenfalls zwei Sitze eroberte die AfD. Dort wird dieses Ergebnis überaus positiv bewertet. "Wir haben von vier Kandidaten zwei durchgebracht", so Torsten Reitter, Sprecher des AfD-Kreisvorstands. "Das ist ein Riesenerfolg." Über konkrete Zielsetzungen gelte es jetzt nachzudenken, schließlich stelle der Kreistag eine neue Arbeitsebene für die Partei dar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2014
Heinrich Lillie

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