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Borna Kreistag stellt die Weichen für die Finanzierung der Kulturraumorchester
Region Borna Kreistag stellt die Weichen für die Finanzierung der Kulturraumorchester
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12:00 13.05.2016
Die Sächsische Bläserphilharmonie mit Sitz in Bad Lausick. Quelle: Gesellschaft Schloss Colditz
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Borna

Der Kreistag hat die Weichen für den Erhalt und die verbesserte Ausstattung der beiden Kulturraumorchester gestellt. Auf seiner Sitzung am Mittwochabend im Bornaer Stadtkulturhaus gab es eine große Mehrheit für den Vorschlag, dass der Kulturraum Leipziger Raum das Leipziger Symphonieorchester (LSO) und die Sächsische Bläserphilharmonie ab dem Jahr 2017 jährlich mit 4,2 Millionen Euro fördert; bisher sind es 3,4 Millionen Euro. Zugleich beauftragte der Kreistag Landrat Henry Graichen (CDU), bei den freiwilligen Leistungen des Kreises nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Finanzierung der beiden kommunalen Musikschulen künftig mit Landkreismitteln gesichert werden kann, ohne dass die Kreisumlage erhöht werden muss.

Einen entsprechenden Ergänzungsantrag hatte die Linken-Fraktion gestellt. Die neuen Gelder für die beiden Orchester resultieren zum einen aus der Finanzierung der Musikschulen mit Landkreismitteln. Dahinter verbergen sich konkret 467 000 Euro für die Musikschulen „Theodor Uhlig“ und „Ottmar Gerster“ im Landkreis Leipzig sowie 307 000 Euro für die Bildungseinrichtung in Nordsachsen. Geld, das ebenso aus dem Landkreishaushalt kommt wie ein Teil des so genannten Sitzgemeindeanteils, den Bad Lausick und Böhlen als Orchesterstandorte zu zahlen haben. Der wird auf acht Prozent erhöht – zu viel für beide Kommunen. So müsste Böhlen fürs LSO nach dieser Rechnung 144 000 Euro zahlen und Bad Lausick für die Bläser 216 000 Euro.

Die langjährige Böhlener Bürgermeisterin Maria Gangloff (Linke), die den Antrag einbrachte, zeigte deshalb Verständnis für ihre einstigen Amtskollegen in den beiden Orchesterstandorten sowie alle Gemeindechefs, sofern die Kreisumlage steigen würde. Im Antrag der Linken hieß es deshalb, dass Landrat Graichen prüfen soll, „welche freiwilligen Maßnahmen verschoben beziehungsweise ausgesetzt werden können, um die Mehrkosten, die durch die Zurücknahme der Musikschulen in den Kreishaushalt entstehen, zu kompensieren“. Gleichzeitig solle auch der erhöhte Sitzgemeindeanteil vom Landkreis finanziert werden. „Ziel dieses Antrages ist es, eine Erhöhung der Kreisumlage zu umgehen.“

Das war dem Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos/Fraktion Unabhängige Wählervereinigung) aus dem Herzen gesprochen. Grimma müsste bei einer höheren Kreisumlage 100 000 Euro mehr zahlen. „Dabei sind wir so ausgestattet, dass die Kategorie ,Wünsch Dir was“ längst nicht existiert.“ Berger wollte deshalb Sicherheit und festschreiben lassen, dass es auf keinen Fall zu einer höheren Kreisumlage kommt.

Landrat Graichen erklärte, es gehöre zur Ehrlichkeit, „dass wir die Kreisumlage nicht ausblenden können, falls keine anderen Leistungen gestrichen werden können“. Karsten Schütze, Chef der Fraktion SPD/Grüne und Markkleeberger Oberbürgermeister, erklärte, „dass wir sagen können, dass wir die Kreisumlage nicht für die Orchester erhöhen“. Dann werde die Kreisumlage eben zur Finanzierung einer Pflichtaufgabe erhöht.

Für Bergers Vorstoß gab es keine Mehrheit. Für den Ergänzungsantrag und den Beschluss zur künftigen Orchesterfinanzierung schon. Sollte er umgesetzt werden, hätten beide Klangkörper Sicherheit bis zum Jahr 2026. Nötig sind dafür allerdings auch ein positives Votum des Torgauer Kreistages am 15. Juni und ein solcher Beschluss des Kulturkonvents einen Tag darauf.

Von Nikos Natsidis

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