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Kreistagswahl: Korrekturen mit einer Konsequenz

Kreistagswahl: Korrekturen mit einer Konsequenz

Der Kreiswahlausschuss unter Vorsitz des Ersten Beigeordneten im Landratsamt, Wolfgang Klinger, hat vorgestern Abend das amtliche Endergebnis der Kreistagswahl festgestellt.

Borna. Gegenüber dem vorläufigen Resultat nach dem Wahltag am 25. Mai mussten mehrere Fehler ausgebügelt werden. Beim Wahlergebnis der Parteien führte das zwar nur zu minimalen Bewegungen hinter dem Komma, und an der Sitzverteilung im 92-köpfigen Kreisparlament ändert sich nichts (siehe Grafik). Aber in den CDU-Reihen führten die Korrekturen zu einer personellen Konsequenz. Danach konnte der Lossataler Wolfram Ebert, Geschäftsführer der Feinkäserei Falkenhain, im Wahlkreis 10 seinen Kreistagssitz verteidigen, während der Wurzener Kay Ritter, Mitarbeiter der CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold, den Sprung in den Kreistag doch nicht geschafft hat. Nach der Auszählung am Wahlabend standen für Ritter 960 Stimmen auf der Habenseite, für Ebert 919. Die Überprüfung ergab jedoch, dass Ebert insgesamt 969 Stimmen erhalten hat und damit statt Ritter in den Kreistag einzieht.

Bei 21 der 92 gewählten Kreisräte musste die Anzahl der Stimmen nach unten oder nach oben korrigiert werden. Am deutlichsten fiel die Korrektur beim Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) im Wahlkreis 1 ins Gewicht, der gegenüber dem ersten Ergebnis jetzt 639 Stimmen weniger auf der Habenseite hat (insgesamt 6128 Stimmen). Wie Klinger erläuterte, seien in Kunzes Fall "in der Hektik des Wahlabends" im Landratsamt bei der Schnellmeldung Ergebnisse der Briefwahl zweimal eingegeben worden. Damit sei ein Übertragungsfehler entstanden. So musste im Wahlkreis 1 (Groitzsch, Pegau, Elstertrebnitz, Markranstädt) für weitere Kreisräte die Stimmenanzahl nach unten korrigiert werden, etwa beim Elstertrebnitzer Bürgermeister Klaus Sommer (CDU, minus 145 auf 1780 Stimmen), beim Landtagsabgeordneten Enrico Stange (Linke, minus 82 auf 1679 Stimmen) oder beim Groitzscher Bauunternehmer Dieter Hager (FDP, minus 65 auf 1136 Stimmen).

Bei der Wahlüberprüfung seien Diskrepanzen zwischen einigen Zähllisten und den von den Wahlvorständen festgestellten Ergebnissen bemerkt worden, nannte Klinger den zweiten wesentlichen Grund für die Korrekturen. Wo sich die Unstimmigkeit nicht habe ausräumen lassen, seien die Stimmzettel angefordert und im Landratsamt nachgezählt worden. Hier lag auch der Fehler beim CDU-Mann Ebert. In einem Wahllokal standen für ihn auf der Zählliste 72 Stimmen, der Wahlvorstand hatte aber nur 22 Stimmen gemeldet. Mit 200 Stimmen kam nach den Korrekturen das deutlichste Plus auf das Konto des Grimmaer Bürgermeisters Matthias Berger (UWV - Unabhängige Wählervereinigung, insgesamt 8956 Stimmen).

In Einzelfällen musste der Kreiswahlausschuss vorgestern Abend auch über die Gültigkeit von Stimmen entscheiden.

Insgesamt hatten sich am 25. Mai 105 172 der 219 875 Wahlberechtigten an der Kreistagswahl beteiligt, das ist ein Anteil von 47,8 Prozent. 102 529 Stimmzettel waren gültig, 2643 ungültig. Alles in allem wurden für den neuen Kreistag 294 713 gültige Stimmen abgegeben. Jeder Wähler hatte die Möglichkeit, drei Kreuze zu machen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2014
Frank Prenzel

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