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Borna Kreuzweg junger Christen aus dem Leipziger Land führt am Tagebau entlang
Region Borna Kreuzweg junger Christen aus dem Leipziger Land führt am Tagebau entlang
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16:00 14.04.2017
In der Neukieritzscher Kirchgemeinde begann der Jugendkreuzweg, der entlang des Tagebaus bis nach Groitzsch führte. Quelle: René Beuckert
Neukieritzsch

Jugendliche auf dem Leidensweg Christi, nennt sich die Osteraktion, in der sich am Gründonnerstagabend Jugendliche aus dem Kirchenbezirk Leipziger Land auf den Weg machten, um eigene Erfahrungen zu sammeln. In diesem Jahr trafen sie sich in der Neukieritzscher Kirchgemeinde, die Ausgangspunkt für die Tour war und gegen Mitternacht in Groitzsch endete.

„Unsere Aktion soll alle Christen ansprechen“, sagt Jugendwart Andreas Bergmann im Kirchenbezirk Leipziger Land. Einmal geht es um die Begegnung, in der die Jugendlichen miteinander ins Gespräch kommen und zum anderen führt sie der Weg am Tagebau entlang, der Einblicke in den Kohleabbau in der Region gibt und deshalb in der Pödelwitzer Kirche eine Station zu diesem Thema aufgebaut wurde, wo Informationen dazu bereitstehen“, erzählt Bergmann. Auf ihrem Kreuz-Weg begegnen den jungen Christen weitere Stationen, die zu verschiedenen Themen Auskunft geben.

Franz Taubert und Felix Kolossa haben gern die Verantwortung für ihre Station übernommen. „Gemeinsam haben wir uns dazu Gedanken gemacht, wobei eine der vielen Situationen von Jesus auf seinem Kreuzweg im Vordergrund steht“, sagt Franz Taubert. Dass der gemeinsame Weg sie an den Tagebau entlang führt, verdeutlicht ihnen, dass Strom aus der Steckdose keine Selbstverständlichkeit ist und ihren Preis hat. Wir haben uns in der Schule zwar damit beschäftigt, aber keinen direkten Zugang dazu gehabt“, stellt Felix Kolossa fest. Da sie weitab vom Tagebau, nämlich in der Frohburger Region wohnen, haben sie nur wenig Bezug dazu. „Sicher wäre es eine andere Situation, wenn der Kohleabbau vor unserer Haustür stattfinden würde“, meint Felix nachdenklich.

Ein Stück des Leidensweges von Jesus nachzuempfinden, ist für Christin Gutwasser ein besonderes Erlebnis. Dass der Weg in diesem Jahr entlang des Tagebaus führt, stellt sich für sie nicht bedrohlich dar. „Kohlestrom ist immer noch die bessere Alternative als Atomenergie, obwohl mir auch die Energiegewinnung aus Kohle missfällt“, sagt die junge Christin.

Auch Laura Lächelt ist gegen Atomenergie und zieht die Kohleverstromung als Alternative vor. „Was mir dabei nicht gefällt ist, dass deshalb Orte weichen müssen.“ Im Auftakt der Veranstaltung verlasen die Jugendlichen jene Orte, die der Kohle weichen mussten. „Die Kohlestromgewinnung ist für mich selbstverständlich, da ich damit groß geworden bin. Aus der geschundenen Landschaft entsteht wieder etwas Neues, wie beispielsweise Seen mit einer neuen Naturlandschaft. Diesen Kreuzweg nachzuempfinden regt aber zum Nachdenken an“, stellt Juliane Gutwasser fest.

Von René Beuckert

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