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Borna Kriminalität: Weniger Fälle im Kreis Leipzig – aber Aufklärungsquote nimmt auch ab
Region Borna Kriminalität: Weniger Fälle im Kreis Leipzig – aber Aufklärungsquote nimmt auch ab
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13:10 12.04.2016
Die Polizeidirektion Leipzig hat die aktuelle Kriminalstatistik vorgelegt. (Symbolfoto) Quelle: LVZ
Landkreis Leipzig

Die Kriminalität ist im Landkreis Leipzig im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Die Zahl der erfassten Fälle sank 2015 im Vergleich zu den zwölf Monaten zuvor um 1458 auf 15 847. Das entspricht einem Rückgang um 8,4 Prozent, ist der „Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 – Sicherheitslage für die Polizeidirektion Leipzig“ zu entnehmen, die jetzt vorgelegt wurde.

Verringert hat sich allerdings auch die Aufklärungsquote. Zwar wird immer noch etwas mehr als jeder zweite Fall gelöst. Doch lag sie im Jahr 2014 bei 52,7 Prozent, während es im letzten Jahr 51,3 Prozent waren. Damit setzt sich ein Trend fort, der mit einer Ausnahme in den letzten fünf Jahren zu beobachten war. Im Jahr 2011 hatten die Polizeibeamten im Landkreis Leipzig noch 56,2 Prozent aller Kriminaldelikte aufklären können. Angesichts dieser Entwicklung schlägt die Vorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), Ute Kniesche, die Schaffung einer Sicherheitswacht vor.

Vier Morde und fast 2800 Diebstähle

Die größte Zahl unter den registrierten Straftaten machen die sogenannten Diebstähle unter erschwerenden Umstände aus (2795). Im letzten Jahr gab es zudem 1937 Rohheitsdelikte beziehungsweise Straftaten gegen die persönliche Freiheit. In der Statistik der Polizeidirektion Leipzig werden außerdem vier Mordfälle genannt (2014 zwei Fälle) sowie 15 Straftaten gegen das Leben (2014 neun Fälle). Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – von 106 auf 88. Aktenkundig wurden aber drei Vergewaltigungen beziehungsweise schwere sexuelle Nötigungen (2014 vier Fälle) sowie 33 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (zuletzt 39).

Unter den Diebstählen ragen die Zahl derjenigen aus Geschäften und Kiosken (1093) sowie die der klassischen Ladendiebstähle (816) heraus. Hoch im Kurs bei Langfingern stehen nach wie vor Fahrräder. Sie wurden im letzten Jahr im Landkreis Leipzig 951-mal entwendet. Außerdem nahmen die Ordnungshüter Anzeigen von 578 Diebstählen in Wohnungen sowie 462 Diebstähle aus Böden und Kellern auf.

Autoklau mit 1,8 Millionen Euro Schaden

Zurückgegangen ist die Zahl der Diebstähle von Kraftfahrzeugen. Sie lag bei 109, nachdem im Jahr 2012 noch 163 Autodiebstähle registriert worden waren. Die Schadensumme belief sich dennoch allein hier auf rund 1,8 Millionen Euro. In beziehungsweise an Kraftfahrzeugen machten sich Diebe in 1284 Fällen zu schaffen.

Die Polizei nahm 367 Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln auf. Das Gros davon, 285 Fälle, waren Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Heroin, Kokain und Amphetaminen. 36-mal ging es um den unerlaubten Drogenhandel und -schmuggel.

5624 Tatverdächtige

Von den im letzten Jahr ermittelten 5624 Tatverdächtigen waren 889 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Das sind 15 Prozent. Von den insgesamt 772 nichtdeutschen Tatverdächtigen stammten 113 aus Tunesien, 95 aus Rumänien und 70 aus Polen. 48 waren Libyer, 45 Türken, 40 Georgier und 37 Serben. Aus Syrien kamen 36, aus Marokko 34 und aus Russland 19. Die anderen stammen aus weiteren Ländern.

UWV fordert mehr Sicherheit vor Ort

Die UWV-Vorsitzende Kniesche fordert angesichts der Kriminalitätsstatistik, es müsse „wieder mehr Sicherheit in die Orte kommen“. Sie schlägt eine Sicherheitswacht aus Freiwilligen vor, die eine entsprechende Ausbildung, Ausrüstung sowie eine Aufwandsentschädigung erhalten sollten. In einer Anfrage an Landrat Henry Graichen (CDU) verlangt die UWV Auskünfte über regionale Kriminalitätsschwerpunkte und regional unterschiedliche Straftaten im Landkreis. Außerdem will sie wissen, wie sich die Zahl der Polizeistreifen im Landkreis sowie das dafür zur Verfügung stehende Personal in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

Von Nikos Natsidis

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