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Borna Kritik am Denkmalschutz: Groitzsch hebt Verkauf von Ex-Gemeindeamt Gatzen auf
Region Borna Kritik am Denkmalschutz: Groitzsch hebt Verkauf von Ex-Gemeindeamt Gatzen auf
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16:22 22.02.2018
Das frühere Gemeindeamt im Ortsteil Gatzen bleibt vorerst Groitzscher Eigentum. Kaufinteressenten sind wegen Denkmalschutz-Forderungen abgesprungen. Quelle: Olaf Krenz
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Groitzsch

Der Stadtrat von Groitzsch musste jetzt seinen Beschluss über den Verkauf des ehemaligen Gemeindeamtes in Gatzen aufheben. Das Pegauer Paar, das die leerstehende Immobilie kaufen, sanieren, bewohnen und gewerblich nutzen wollte, war kurz vor dem Notartermin abgesprungen. Wie berichtet, hatte es sich außerstande gesehen, bei der Herrichtung von Gebäude und Grundstück den speziellen Forderungen der Unteren Denkmalschutzbehörde nachzukommen. Vor der Abstimmung sprachen sich Abgeordnete gegen das Wiehern des Amtsschimmels aus.

„Wir werden immer wieder vom Denkmalschutz ausgebremst. Können wir denn nicht irgendetwas dagegen tun“, fragte FDP-Stadtrat Kai Ludwig. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) verneinte: „Das ist eine Sache des Landkreises. Da haben wir als Stadt keine Möglichkeiten.“ Allerdings habe Landrat Henry Graichen (CDU) mit ihm Rücksprache gehalten, nachdem dieser von der Situation aus der Zeitung erfahren hatte. „Er hat mir zugesichert, dass ein externer Fachmann die denkmalrechtlichen Be­lange aufnehmen soll, damit wir Unterlagen für eine künftige Gestaltung erhalten.“ Dann müssten Interessenten für das Gebäude, das bis Ende der 1960er-Jahre die Dorfschule war, nicht wie die Pegauer eine böse Überraschung erleben, so Kunze. Woraufhin Ludwig bedauerte: „Aber die 50 000 Euro Kaufsumme haben wir jetzt trotzdem nicht.“

Andreas Zielke (CDU) wollte wissen, ob es die Behörde etwas vorschlägt, wie die Kommune handeln kann, um die Immobilie zu erhalten. „Gibt es Geld, um jemandem den Denkmalschutz schmackhaft zu machen?“ Natürlich gehe es nicht darum, Geschichte einzustampfen. So aber sei es zu viel. „Wenn sich in den nächsten 30 Jahren kein Interessent findet, ist das Gebäude nicht nur zugewachsen, sondern zusammengefallen“, meinte Zielke. Kunze entgegnete, dass es keine finanzielle Unterstützung vom Landratsamt gibt. „Höchstens mal aus Dresden vom Land.“

Von Olaf Krenz

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