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Borna Kühle Sünde ohne Hokuspokus: Groitzscher Mohneis Crema di Primavera überzeugt Jury
Region Borna Kühle Sünde ohne Hokuspokus: Groitzscher Mohneis Crema di Primavera überzeugt Jury
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06:00 12.04.2017
Speiseeishersteller Enrico Mieding aus Groitzsch hat beim Halbfinale zur Gelato World Tour mit seinem Mohneis Crema di Primavera für Aufsehen gesorgt. Quelle: privat
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Groitzsch/Großstolpen

Vor den Toren der Stadt Groitzsch liegt versteckt ein kleines Stück Italien: das Eiscafé di Lago in Großstolpen, keine 500 Meter vom See entfernt. Hier haben Enrico Mieding und Heike Schümichen vor zehn Jahren ein kleines mediterranes Paradies geschaffen, ein Genusstempel für Eisliebhaber. Ihre Kunden scheuen selbst lange Anfahrtswege aus Leipzig, Altenburg oder Zwickau nicht und kommen gerne auch mit dem Fahrrad hierher.

Passend zum Geschäftsjubiläum haben sich die Groitzscher in diesem Jahr selbst ein Geschenk gemacht: die Qualifikation für das deutsche Halbfinale der „Gelato World Tour“, einer Art Weltmeisterschaft der Speiseeishersteller. 24 Gelatieri aus ganz Deutschland reisten dazu ins bayrische Straubing und kreierten vor den Augen einer hochkarätigen Jury ihre süßesten und fruchtigsten Verführungen. Enrico Mieding hatte sich für ein Mohneis Crema di Primavera entschieden, einen kühlen Frühlingsgruß in den Farben Weiß-Gelb-Grün.

„Die Grundlage dafür ist Mohneis, verfeinert mit Pfirsich-Arabeschi und gehackten grünen Pistazien“, plaudert der 41-Jährige aus dem Nähkästchen. Eine Sünde für Augen und Gaumen, denn bewertet werden neben dem Geschmack (50 Prozent) auch die Konsistenz (30 Prozent) und Optik (20 Prozent) des Eises. Ein weiterer Pluspunkt für den sächsischen Gelatere: Sein Mohneis ist frei von Emulgatoren und dem Stabilisator Carageen, die beide im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. „Alle Grundzutaten habe ich persönlich ausgewählt. Ich verwende nur beste Inhaltsstoffe und mische sie aufs Gramm genau“, erläutert der Groitzscher sein Erfolgsrezept. Sein Anliegen sei es, ein ehrliches, sauberes Produkt herzustellen, nicht einfach „irgendein Eis, sondern genau das Eis“.

Die Jury um Starkoch Ludwig Maurer, Starköchin Véronique Witzigmann sowie „Bayerns bester Bäcker“ Markus Steinleitner leckten sich nach dem Groitzscher Mohneis sprichwörtlich alle Finger. „Sie fanden, dass es mir sehr gut gelungen ist“, freut sich Enrico Mieding über das Lob. Am Ende belegte er mit weiteren Gelatieri den vierten Platz und ist darüber sehr zufrieden. „Es gibt keinen Verlierer, niemand braucht sich zu verstecken. Wir haben alle super Eis gemacht.“ Auch Heike Schümichen blickt dankbar auf den Tag zurück: „Was wir erlebt und gesehen haben, wen wir alles kennengelernt haben, das war unwahrscheinlich“.

Zurück in Großstolpen will Enrico Mieding das Mohneis Crema die Primavera hin und wieder mit ins Sortiment nehmen. Darüber hinaus sind im Sommer eher Frucht- und Joghurteis gefragt, in den kühleren Monaten mehr die Klassiker wie Vanille und Schokolade. „Das ist echt abhängig von der Temperatur“, hat Heike Schümichen beobachtet. Ihr Mann liebt selbst die traditionellen, klassischen Eisvariationen wie Stracciatella, kann dagegen mit ausgefallenen Sachen wie Leberwurst-, Bratwurst- oder Bier-Eis wenig anfangen. „Das sollen ruhig die anderen machen, für mich ist das nichts. Ich mag einfache, gute Zutaten und keinen Hokuspokus.“

Schon als Kind und Jugendlicher war Enrico Mieding der beste Kunde in den Eisdielen seiner Heimatstadt. Mit dem eigenen Eiscafé in Großstolpen hat sich der gelernte Kaufmann als Quereinsteiger einen langgehegten Traum erfüllt.

Von Kathrin Haase

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