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Künstler aus Pegau schafft Orten im Wandel ein Denkmal

Tagebau Künstler aus Pegau schafft Orten im Wandel ein Denkmal

Heuersdorf ist von der Landkarte längst verschwunden, der kleine Ort ist der Braunkohle zum Opfer gefallen. Bei dem Künstler Daniel Krüger verschwindet der Ort in gewisser Weise noch einmal, denn der frisch gebackene Meisterschüler hat das Verschwinden in einer Bilderserie festgehalten.

Der kleine Ort Heuersdorf vor den Tagebaulöchern. Ein Bild aus der Serie.

Quelle: Julia Tonne

Pegau. Heuersdorf ist von der Landkarte längst verschwunden, der kleine Ort ist der Braunkohle zum Opfer gefallen. Bei dem Künstler Daniel Krüger verschwindet der Ort in gewisser Weise noch einmal, denn der frisch gebackene Meisterschüler hat das Verschwinden in einer Bilderserie festgehalten. Rund 60 Bilder sind in der Zeit der Devastierung entstanden, zum Teil vor Ort, zum Teil nach fotografischen Vorlagen. An Motiven mangelt es dem aus Wiederau stammenden Maler nicht, da auch Pödelwitz dem Kohleabbau zum Opfer fällt.

„Die Serie soll keine Dokumentation sein, sondern eher eine Auseinandersetzung mit dem Verlust eines Ortes“, erklärt Krüger. Eine hervorragende Technik, um dieses Verschwinden umzusetzen, sei die Aquarell-Malerei. Mit ihr sei es möglich, diesen Verlust verschwommen darzustellen. Motive werden ausgebleicht. Was entsteht, ist ein Streit zwischen dem Gegenstand und einem abstrakten Bild.

Beeindruckend ist vor allem, dass sich die einzelnen Bilder gegenseitig ergänzen. Was in einem Teil der Serie im Detail auftaucht, bekommt an anderer Stelle ein eigenes Motiv. Die Serie wird so zur imaginären Wanderung durch ein Heuersdorf, das es längst nicht mehr gibt. Und doch existieren Kirche, Weiher, ein Zelt, in dem Bodenproben untersucht werden, Höfe und Häuser weiter. Zumindest bis die gemalten Tagebaulöcher immer weiter an den Ort heranrücken.

Krüger, der an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert hat, dort Meisterschüler in der Fachklasse für Bildende Kunst bei Astrid Klein war und jetzt ein halbjähriges Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen beginnt, versucht, das Spektakuläre dort zu suchen, wo es eigentlich nicht zu finden ist. Schon für seine Diplomarbeit vor drei Jahren hat Krüger Orte in den Fokus gerückt, die einem Wandel unterliegen. „Und davon gibt es ja hier zahlreiche“, sagt der Wiederauer.

Ohnehin konzentriert sich Krüger lange auf Landschaften, auch hier vorwiegend mit Aquarellen. Vor allem geht es ihm darum, Tageszeiten einzufangen. Denn die wiederum erzielen erst die Atmosphäre, die Krüger haben will.

In den vergangenen Jahren hat Krüger verschiedene Techniken an der Hochschule erprobt, doch letztlich hat er sich für Aquarell und Tempera entschieden. In gewisser Weise sind die beiden sehr gegensätzlich. „Während man bei Tempera sozusagen drauf malt, färbt man beim Aquarell den weißen Untergrund ein.

Seit drei Jahren arbeitet der 33-Jährige in einer Ateliergemeinschaft in Leipzig, gemeinsam mit anderen Künstlern. Derzeit beschäftigt er sich statt mit Landschaften mit Stillleben. „Es ist eigentlich eine kleine Sache, aus der eine eigene Situation wird“, begründet Krüger, der in den Objekten und Motiven immer das Repräsentative sucht. „Linie, Kontur und Fläche – darum dreht sich alles.“ Auch wenn Stillleben immer wieder eine beliebte Technik von Künstlern seien, so schaffe er doch ein zeitgenössisches Bild trotz aller Traditionen.

Dennoch: Die Heuersdorf-Serie bleibt in gewisser Weise sein Lieblingskind, für das er noch Ausstellungsmöglichkeiten sucht. Den Verkauf einzelner Bilder daraus kann er sich nicht vorstellen, „sie gehören einfach alle zusammen, fehlt ein Bild, fehlt auch ein Stück Heuersdorf“. Nun überlegt Krüger, auch Pödelwitz, das vor der Überbaggerung steht, ein solches künstlerisches Denkmal zu setzen. Doch die Überlegungen dazu stehen noch am Anfang.

www.malerei-danielkrueger.de

Von Julia Tonne

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