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Borna Kultband Renft in Borna: Alte Herren rocken monstermäßig den Saal
Region Borna Kultband Renft in Borna: Alte Herren rocken monstermäßig den Saal
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00:19 15.11.2017
Die Fans lieben Renft mit Frontmann Monster und reisen ihrer Kultband nach.
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Borna

Wenn Renft, Legende, Kulturgut und Kultband aus dem Osten, zum Konzert ruft, kommen die Fans auch von weither. Im fast ausverkauften Stadtkulturhaus traf sich am Freitag ein junggebliebenes Publikum, das zum großen Teil mit der Klaus Renft Combo aufgewachsen ist.

Renft, das sind jetzt Thomas „Monster“ Schoppe, Marcus „Basskran“ Schloussen, Delle Kriese und Gisbert „Pitti“ Piatkowski. Renft, das war 1958 die Band des damals 16-jährigen Klaus Jentzsch. Sie durchlebte eine wechselvolle und bewegende Geschichte, wurde in der DDR mehrfach gegründet und von der Staatsmacht wegen aufmüpfiger Texte verboten.

„Monster“ rockt noch immer stimmgewaltig den Saal. Seit den 1970ern, als er zur wiedergegründeten Klaus Renft Combo um Bandlieder Jentzsch kam, singt und röhrt er die meisten Songs. Eine monstermäßige Leistung für den mittlerweile 72-Jährigen mit einer Bühnenpräsenz, die niemanden still sitzen lässt. Bevor er in Borna mit Agitations-, Ostsee- und Liebesliedern so richtig loslegt, stellt er klar: „Es kursieren Gerüchte, ich sei in Borna geboren, aber das stimmt nicht. Hab’ ich etwa irgendwo ‘ne Zwiebel hängen?“ Überliefert ist dagegen eine Episode von einem Auftritt Renfts im Bornaer Kulturhaus, als Schoppe noch ein „kleiner Piepel“ war und vor „zwei, drei Leuten“ spielte. Klaus Renft kam damals vorbei und fragte ihn, ob er nicht bei ihm einsteigen wolle. Kein Zweifel, der Piepel hat sich zum charismatischen Frontmann entwickelt.

Kritische Fans kennen Monsters Stimme und sind sofort im Bilde, wenn er mal nicht so gut drauf ist. In Borna plagt ihn zwischen den Titeln ein Husten. „Deutschlandwetter“ grantelt er zum „Kopf-Ab-Zeichen“ und nimmt einen Schluck aus dem Glas Rotwein. Er kämpft, die Fans lieben ihn dafür und brüllen ihm ein kollektives „Prost“ entgegen. Der Wein scheint ganz in Ordnung zu sein, denn er nippt kommentarlos. Hatte er doch kürzlich in Arnstadt beklagt, der sehe reichlich hell und dünne aus.

„Gefühlt seit über 100 Jahren“ ist Gerd Behrendt Anhänger. „Das ist hier wie ein Familientreffen, manche sind immer da, Renft ist deren Lebensinhalt“, sagt er in der Pause, während er den Blick über die Besucher schweifen lässt. Man kennt sich, auch er ist mit seiner Frau Kristina bei allen Konzerten im Umkreis von rund 50 Kilometern dabei. „Wenn sie weiter weg auftreten, verbinden wir das manchmal mit einem Wochenendausflug.“ Kristina hat vor rund zehn Jahren wieder alte Renft-Titel im Radio gehört und war überrascht, wie viele der Texte sie noch von früher aus dem Effeff kannte. „Wenn die Klassiker wie ,Wer die Rose ehrt’, ,Apfeltraum’ oder ,Gänselieschen’ gespielt werden, singen wir alle mit“, ist sich das Paar aus Aseleben bei Eisleben, der Geburtsstadt von Thomas Schoppe, einig. Sie erinnern sich an so manche Anekdote. „Sein Geburtshaus steht sogar noch“, weiß Behrendt. „Monster wollte es vor Jahren einmal besuchen, doch die neuen Besitzer haben ihn nicht reingelassen.“

Sandra Wagner, die den Fanstand betreut, hat vom Straßenschild, ähnlich dem im Leipziger Norden, über den Flaschenöffner in Gitarrenform übers Taschenmesser und Drumsticks alles dabei, was Fanherzen begehren. „Die Renner sind immer die Sampler mit den alten Titeln, am liebsten in der Originalbesetzung“, weiß die Fachfrau.

Von Gislinde Redepenning

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