Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Kulturhaus Böhlen: Mehr als 350 junge Theaterzuschauer an zwei Tagen
Region Borna Kulturhaus Böhlen: Mehr als 350 junge Theaterzuschauer an zwei Tagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 08.03.2016
Noch zeigt Koschka (re.) ihren Freunden, dem Ziegenbock und Tante Schwein, voller Stolz ihr Prunkschloss. Doch als sie deren Hilfe braucht, steht sie alleine da. Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Böhlen

Wenn es dunkel wird auf der Bühne, geht ein Raunen durch den Saal. Werden Kerzen angezündet, flüstern viele überrascht: „Oh, echtes Feuer“. Mehr als 240 Grundschulkinder haben am Dienstag den Auftakt der Schultheaterwoche im Kulturhaus in Böhlen erlebt und sahen das Stück „Das Katzenhaus“ – aufgeführt von der Landesbühne Sachsen.

Rund 25 Schauspieler vom Opernchor der Landesbühne sorgten zum einen für eine ausgelassene Partystimmung, zum anderen für dramatische Momente. Denn im Stück dreht sich alles um die adlige Katze Koschka, die in einem prächtigen Haus lebt und dieses voller Stolz ihren Freunden vorführt. Zwei kleine Katzenwaisen, die in der kalten Nacht vor ihrem Haus um Obdach bitten, werden von ihrem Knecht vom Hof gejagt. Als nach dem Fest das Prunkschloss der Adligen einem Feuer zum Opfer fällt und abbrennt, geraten Koschka und ihr Diener selbst in Not. Verzweifelt und all ihrer Besitztümer beraubt, bittet sie ihre vermeintlichen Freunde, Baron und Baronin von Hahn, Meister Bockowitsch, den ­Ziegenbock und die fette Tante Schwein um Hilfe, doch diese weisen sie einer nach dem anderen an der Tür ab. Nach erfolgloser Suche nach einer Herberge gelangen Koschka und ihr Diener an ein verfallenes Haus, in dem die zwei Katzenwaisen wohnen.

Die Landesbühnen Sachsen inszenieren diesen gleichnamigen Klassiker der sowjetischen Kinderliteratur von Samuil Marschak, der besonders durch die DDR-Hörspielfassung von 1977 mit der Musik von Joachim Turm bekannt wurde, mit dem Opernchor der Landesbühnen Sachsen, für den Hans-Peter Preu eigens eine Neukomposition erarbeitet hat. Und sowohl das Bühnenbild als auch die singenden Darsteller kamen bei den jungen Zuschauern gut an. „Die Kostüme sind wirklich richtig toll, nur manchmal hat man beim Singen nicht alles verstanden“, sagt die achtjährige Emely.

Die Grundschule Böhlen kommt seit Jahren schon zur Schultheaterwoche. „Wir haben bisher immer positive Erfahrungen gemacht und lassen uns das nicht entgehen“, sagt die Klassenlehrerin der 2a, Karina Blaesing. Was besonders gut bei der Pädagogin ankommt, ist die aktuelle Thematik, die durchaus auf die derzeitige Asylproblematik abzielt.

Anliegen des Kulturhauses ist es, Kinder schon frühzeitig für Theater zu begeistern. „Nur wenige Eltern ermöglichen ihren Kindern, Theaterstücke zu sehen oder Konzerte zu hören“, sagt die Kulturhausleiterin Christiane Fuhrmann. An zwei Tagen seien die Schauspieler in Böhlen zu Gast, pro Kind koste die Karte lediglich fünf Euro. Weshalb es sich Schulen aus Böhlen und Borna nicht nehmen lassen, das Angebot zu nutzen. Am Mittwoch steht das Stück „Hannes Strohkopp und der unsichtbare Indianer“ von Janosch auf dem Programm. An beiden Tagen hat das Haus damit mehr als 350 Kinder zu Gast. Und dass einige die Kulturstätte noch nie von innen gesehen haben, ist an den erstaunten Ausrufen über die Größe zu erkennen. „Und genau das ist es, was wir auch erreichen wollen – dass die Kinder das Kulturhaus kennen lernen“, macht Fuhrmann deutlich.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Spätsommer bot der obere Dorfteich in Hagenest, einem Ortsteil von Regis-Breitingen, noch den Anblick eines Dickichtes, was viele Dorfbewohner ärgerte. Jetzt hat der Bauhof Hand angelegt und die Hagenester können sich freuen: Ihr Teich sieht wieder gut aus.

08.03.2016

Die Anmeldezahlen der Fünftklässler an den Oberschulen und Gymnasien der Region sind noch nicht offiziell und vollständig – aber wichtig, nicht nur für viele Eltern. Während das Gymnasium „Am Breiten Teich“ in Borna die Marke von 100 knackte, sieht es für die Geithainer Paul-Guenther-Schule mit 28 Meldungen erneut nicht gut aus.

07.03.2016

Der Groitzscher Stadtrat hat sich einstimmig für die Erweiterung des Fördergebietes um den Bereich des Schützenplatzes und das angrenzende Volkshaus ausgesprochen. Hintergrund dafür ist die derzeitige Diskussion in der Stadt über eine Kultur- und Veranstaltungsstätte, die beste Bedingungen für Vereine, Künstler und Besucher bieten soll.

07.03.2016
Anzeige