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Borna Kunst mit Köpfchen: Premiere für Linoldruckkurs in Pegau
Region Borna Kunst mit Köpfchen: Premiere für Linoldruckkurs in Pegau
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15:56 22.02.2018
Zum ersten Mal bot die Bildhauerin Jiang Bian-Harbort einen Linoldruckkurs für Ferienkinder in Pegau an. Der elfjährige Friedrich zieht hier seinen Druck ab und Justin schaut interessiert zu. Quelle: Jens Paul Taubert
Pegau

Linoldruck – das klingt komplizierter als es ist und kann selbst von Ungeübten und Kindern mit etwas Geduld erlernt werden. Es braucht nur eine gute Anleitung und Fingerspitzengefühl dafür.

Die Kitzener Bildhauerin Jiang Bian-Harbort hat in dieser Woche zum ersten Mal einen solchen Kurs angeboten und war über die Resonanz positiv überrascht: Zehn Mädchen und Jungen hatten sich zur Premiere im Pegauer Kunstraum Machart in der Breitstraße angemeldet. Nun könnte sich die 40-Jährige sogar vorstellen, daraus eine Tradition in den Winterferien werden zu lassen. Auch kleine Ausstellungen seien möglich. „Ich möchte den Kindern beibringen, wie man eine Ausstellung vorbereitet“, sagt die Künstlerin. „Sie sollen den ganzen Schaffensprozess miterleben und sehen, wie ein Künstler lebt und arbeitet.“

Am Anfang steht die Skizze. Dann wird das Gezeichnete mittels Blaupapier auf die Druckplatte übertragen und schließlich mit einem Schnitzmeisel gefühlvoll ausgekratzt. Die Arbeiten der Kinder reichen vom schlichten Namensstempel bis zu Wald- und Meereslandschaften, Häusern, Tieren und abstrakten Motiven. „Ich bin begeistert, was sie sich alles ausdenken“, lobt die Künstlerin, die in Kitzen regelmäßig Stein- und Keramikkurse anbietet. „Das Besondere am Linoldruck ist, das alles seitenverkehrt erscheint. Bei Bildern ist das nicht ganz so schlimm, aber bei Schriften.“ Außerdem: „Was auf der Platte weg ist, wird im Druck weiß; was bleibt, wird schwarz. Man muss schon ein bisschen nachdenken.“ Kunst mit Köpfchen also.

John Seiferheld ist ganz in seine Arbeit vertieft. Mit großer Freude druckt der Siebenjährige einen selbst gemachten Stempel auf Buntpapier, darauf steht sein Name. Friedrich Rösel (11) hält seine Zeichnung auf die Linolplatte und fährt sie Millimeter für Millimeter auf Blaupapier nach. Allmählich ist das Bild zu erkennen: Hühner und Enten wie auf einem Bauernhof. „Wir haben zu Hause selber Geflügel“, sagt der Pegauer dazu. Magdalene Hönig hat ein abstraktes Motiv gewählt und überträgt es nun auf die Platte. „Es ist schön zu sehen, wie gefühlvoll und mit welcher Ruhe sie das macht“, sagt Jiang Bian-Harbort, die die Gymnasiastin schon von früheren Keramikkursen in Kitzen her kennt. Auch zu Hause malt und bastelt die 13-Jährige gerne, genau wie ihre Freundin Amelie Winderlich aus Elstertrebnitz, mit der sie den Kurs gemeinsam besucht.

Von Kathrin Haase

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