Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Kunst spielt im Kinder- und Jugendhaus Habitat in Borna eine besondere Rolle
Region Borna Kunst spielt im Kinder- und Jugendhaus Habitat in Borna eine besondere Rolle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:29 19.02.2018
Die bunten und fantasievollen Masken dürften in zukünftigen Theaterstücken eine Rolle spielen. Quelle: Julia Tonne
Borna

Geduldig sitzt Katharina (Name von der Redaktion geändert) über ihrem Maskenrohling, ertastet mit den Fingern, wo Nase und Augen angedeutet sind, um Glitzersteinchen aufzukleben und Konturen nachzuzeichnen. Für die junge Frau keine Selbstverständlichkeit, denn sie ist blind. Trotz aller Herausforderungen hat sie sich im Bornaer Kinder- und Jugendhaus Habitat gut eingelebt, gemeinsam mit anderen Jugendlichen bestreitet sie ihren Alltag, Schule, Ausbildung.

Kunsttherapeutin Maren I. Kühn zeigt Masken, die im Kunstprojekt im Habitat in Borna entstanden sind. Quelle: Julia Tonne

Einmal in der Woche ist Maren I. Kühn für die derzeit zehn Schützlinge im Haus da. Die Kunsttherapeutin bietet unter dem Motto „Kunst und mehr“ Theaterworkshops an, Malereistunden und eben auch passend zur fünften Jahreszeit Maskenbildnerei. „Kreativität hat einen hohen Stellenwert hier im Haus“, macht sie deutlich. Denn kreativ sein bedeute Entwicklung. Die Jugendlichen würden durch das Malen, Basteln, Theaterspielen erfahren, welche Fähigkeiten in ihnen schlummern, welche Fertigkeiten. „Meist haben sie das in ihrer Kindheit nie kennen gelernt, haben nicht erkannt, was sie tatsächlich können.“ Kühn richtet sich sowohl bei den Einzelstunden als auch bei den Gruppenarbeiten danach, was die Heranwachsenden wollen, hilft, wo Hilfe gewünscht wird, gibt Tipps und zeigt Kniffe. Einen Rat gibt sie häufiger: „Ändere die Perspektive“. Denn ob Masken, Bild oder Drehbuch: „Erst, wenn man sich etwas vom Werk entfernt, sieht man, wo nachgebessert werden kann“, betont sie.

Masken als Requisite für zukünftige Theaterstücke

Masken nehmen bei den Kunstprojekten noch einen besonderen Stellenwert ein. „Vielen unserer Jugendlichen geben Masken Sicherheit, sie können sich dann so geben, wie sie eigentlich sein wollen“, begründet die Pädagogin. Die jetzt entstandenen Kunstwerke sollen jedoch nicht ausschließlich für die anstehende Faschingsfeier im Habitat – eine Einrichtung der Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH – genutzt werden, sondern womöglich zukünftig in den von den Jugendlichen geschriebenen Theaterstücken eine Rolle spielen.

Vor wenigen Wochen erst haben die Habitatbewohner ein eigenes Stück uraufgeführt, das auch im Rathaus der Stadt zu sehen sein soll. Einen Termine dafür gebe es laut Kühn jedoch noch nicht. Dabei ist die öffentliche Aufführung sowohl für Kühn als auch für Thomas Eckel, den amtierenden pädagogischen Leiter des Hauses, wichtig. „Nur so kann mit Vorbehalten gegenüber den jungen Bewohnern – darunter auch Mütter mit ihren Kindern – aufgeräumt werden.“ Denn die Jugendlichen würden Ressourcen mitbringen, die von vielen nicht wahrgenommen werden.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Abwasserzweckverband Espenhain muss noch 350 Grundstücke ans zentrale Abwassernetz anschließen. Das dauert voraussichtlich bis Ende 2023. Rund 1000 Grundstücke bleiben dauerhaft von der zentralen Entsorgung ausgeschlossen. Hier mussten die Eigentümer die eigenen Kläranlagen sanieren oder umrüsten.

21.02.2018

Die Bornaer Wasserwacht bietet ab dem 1. März im Bornaer Jahnbad eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer an. Es geht um Einsätze am Beckenrand in Freibädern oder bei höherer Qualifikation auch am Oststeestrand.

19.02.2018

Der Vorstoß des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, als Modellregion für den kostenlosen Nahverkehr zu dienen, weckt große Erwartungshaltungen. Wurzen und Grimma sehen ein Aufschwung für die S-Bahn. Grimma befürchtet, der ländliche Raum wird abgehängt.

21.02.2018