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Kunsttherapie hilft junger Mutter in Borna

Projekt Kunsttherapie hilft junger Mutter in Borna

Ein Jahr lang zwischen Wohnung und Kliniken pendeln: Das hat die 19-jährige Nicky Rodehau aus Borna mit ihrem Sohn Fynn erlebt. Um die Ereignisse und Sorgen um ihr Kind zu verarbeiten, hat die junge Frau eine Geschichte geschrieben und illustriert.

Schreiben und Illustrieren haben Nicky Rodehau geholfen, mit der schwierigen Situation umzugehen.

Quelle: privat

Borna. Nie hätte sich Nicky Rodehau träumen lassen, einmal zu schreiben und zu illustrieren. Aber kürzlich hat sie tatsächlich ein selbst geschriebenes und illustriertes Heft gemacht. Es heißt „Teddy – Das große Wunder“ und erzählt von einem herzkranken Bärenbaby, schweren Zeiten und großen Sorgen seiner Bärenmama, einer Operation in der Bärenherzklinik und wie am Ende alles gut wird.

Nicky Rodehau hat damit ihre eigene Geschichte und die ihres Sohnes Fynn verarbeitet, der fast sein komplettes erstes Lebensjahr in Kliniken zugebracht hat. „Ich wollte damit das Ganze abschließen“, erklärt die 19-Jährige, die mit dem Kleinen im Bornaer Kinder- und Jugendhaus Habitat wohnt.

Also ging sie zu Kunsttherapeutin Maren I. Kühn, die im Habitat kunstpädagogische Angebote anleitet und immer offen für neue, kreative Ideen ist. Gemeinsam überlegten sie, wie sie die Geschichte umsetzen könnten. Mit Monotypie-Drucktechnik gestaltete Nicki Illustrationen, die unter anderem ihr zerbrochenes Herz und ihre Tränen zeigen. Schließlich schrieb sie alles ins Reine und heftete es mit einer Zwirnbindung zusammen.

Kürzlich präsentierte sie ihr Werk stolz vor den Bewohnern und Mitarbeitern des Kinder- und Jugendhauses. „Am Ende der Lesung hatten einige Besucher Tränen in den Augen, und es gab viel Beifall.“ Das Projekt habe Nicky unheimlich geholfen, die Situation zu verarbeiten, sagt Kühn. Die Bärengeschichte und ihr weiterer Fortgang geben Hoffnung. Heute freut sich die 19-Jährige an ihrem „munteren Bärenkind“, das inzwischen zwei Jahre alt ist und sich „mit riesigen Schritten entwickelt“.

Im Habitat fühlt sich Nicky Rodehau äußerst wohl. „Die Erzieher sind nett und man kann sich auch mal ausquatschen“, sagt sie. Für die Unterstützung mit dem Kleinen ist sie dankbar. „Am Anfang habe ich mich wegen seiner OP-Narbe kaum getraut, ihn anzufassen“, sagt sie und stellt selbstbewusst klar: „Aber jetzt brauche ich keine Hilfe mehr“. Im August beginnt sie eine Ausbildung und so geht es auch in ihrem Leben mit großen Schritten voran.

Von LVZ

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