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Kurs auf eine energiesparende, grüne Zukunft

Kurs auf eine energiesparende, grüne Zukunft

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept für Groitzsch - in der Vorwoche vom Stadtrat beschlossen - ist weder in Stein gemeißelt noch ein Dogma. Die Planer der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) analysieren darin lediglich das aktuelle Leben und Wohnen in der Stadt und geben Prognosen für die nächsten Jahrzehnte (wir berichteten).

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Ein attraktiver Ortseingang sieht anders aus, finden die Planer der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft.

Quelle: Jakob Richter

Groitzsch. Dazu formulieren sie wichtige Aufgaben, um etwa dem Bevölkerungsschwund, einer Überalterung, aber auch dem Leerstand an Wohnungen und Geschäften entgegenzuwirken. Das Ganze steht und fällt jedoch mit der Aufnahme ins Stadtumbauprogramm und dem Freisetzen der entsprechenden Fördergelder.

Kernziele: Wohnen, Lernen, Leben

Die Kernstadt als Wohnstandort: Als Ziel Nummer 1 sehen die Planer eine Belebung des Wohnstandortes im Zentrum - hier sind die Bereiche um Marktplatz, Bahnhof und Schulcampus gemeint. Die DSK empfiehlt dort kostengünstige Wohnangebote nach energieeffizienter Gebäudesanierung, den Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz sowie zusätzliche ökologische Flächen, die Entwicklung von Kleingrün mit Dach- und Fassenbegrünung sowie Pflanzkübel.

Die Kernstadt als Zentrum des öffentlichen Lebens: Im Herzen von Groitzsch muss das Leben pulsieren. Breit gefächerte Kultur- und Freizeitangebote sind gefragt, gestützt durch eine regionale Ausrichtung und eine effiziente Energieversorgung.

Die Kernstadt als Standort lebenslangen Lernens: Die Stadt Groitzsch verfügt über ein umfassendes Bildungszentrum, den Schulcampus. Mit weiteren Einrichtungen wie der Stadtbibliothek, dem Kindergarten und der Volkshochschule entstehe ein positives Flair, das nicht nur Lernerfolge fördere, sondern auch das gesellschaftliche Leben bereichere. Moderne und moderate Energieversorgung biete Finanzspielräume für inhaltliche Arbeit.

Die Kernstadt als Modellraum des kommunalen Klimaschutzes: Mit ihrer frühzeitigen Ausrichtung auf Klimaschutz könnte die Stadt eine regionale Vorreiterrolle einnehmen. Im Fokus stehe die energetische Stadtsanierung.

Ortseingang neu gestalten

Eine Reihe von Maßnahmen wird im Städtebaulichen Entwicklungskonzept für Groitzsch empfohlen, etwa die Neugestaltung des Ortseingangsbereiches inklusive Verlagerung des Bauhofes in den Jahren 2015/2016. Das Vorhaben verursache rund 500000 Euro Kosten.

Derzeit werde der nordöstliche Eingang von Groitzsch (Leipziger Straße) vom Bauhof der Stadt und einem Kfz-Handel geprägt. "Beide entsprechen nicht dem städtebaulich und gestalterisch wünschenswertem Zustand eines Eingangsbereiches zu einem attraktiven Wohnstandort", stellen die Experten fest. Mit einer Umsiedlung des Bauhofes und dem Abbruch der Gebäude stehen die Flächen frei zur Verfügung. Zu prüfen sei ferner ein möglicher Umzug des Kfz-Handels an einen Ersatzstandort. Nun könnten laut DSK ein attraktiver Rast- und Aufenthaltsbereich mit Grünflächen und Parkmöglichkeiten für das benachbarte Sportzentrum entstehen.

Altes Bahngelände nutzen

Darüber hinaus empfiehlt die DSK eine Wiedernutzung ehemaliger Bahnflächen, wofür sie Kosten in Höhe von 460000 Euro veranschlagt.

Die Bahnlinie Pegau-Groitzsch-Neukieritzsch wurde 1998 stillgelegt und entwidmet. Das Areal mit den Gleisanlagen umfasst eine Fläche von schätzungsweise drei Hektar und bildet den östlichen Rand des Stadtgebietes. Die brachliegenden Flächen könnten zur Erweiterung und Aufwertung des Wohnstandortes an der Alwin-Schmidt-Straße reaktiviert werden. Um den Charakter des Ortes zu erhalten, empfehlen die Experten eine Integration typischer Bestandteile wie Bahnsteigüberdachung, Wärterhäuschen und Signalanlagen. Interessante Ideen erwarten die Planer für den alten Güterbahnhof.

Ein weiteres Augenmerk legt die DSK auf den bestehenden Radweg zwischen Groitzsch und Zwenkau. Mit der Umgestaltung der ehemaligen Bahnlinie nach Neukieritzsch könne er verlängert werden und den Anschluss zum künftigen Rundweg am Zwenkauer See und zum Grünen Ring Leipzig darstellen. Sinnvoll sei daher die Fortführung des Radweges bis zum Großstolpener See.

Das Gelände der ehemaligen BHG grenzt unmittelbar an den Bahnhof und umfasst rund 9500 Quadratmeter. Das Grundstück scheint zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Gewerbefläche vermarktbar. Das könne sich jedoch mit einem Rückbau eines Großteils der Gebäude ändern.

Umweltfreundliche LED-Leuchten

Für rund 250000 Euro empfiehlt die DSK eine Umrüstung auf energieeffiziente Straßenbeleuchtung. Demnach verursache die derzeitige Technik - in Groitzsch gibt es noch viele Quecksilberdampf-Hochdrucklampen und veraltete Leuchten - einen hohen Stromverbrauch, hohen Kohlendioxid-Ausstoß und damit hohe Kosten. Diese Leuchten sollten durch umweltfreundliche und qualitativ hochwertige LED-Technologie ersetzt werden. In einigen Fällen bedeute das eine komplette Neuplanung und Neuinstallation von Straßenleuchten, in anderen nur den Austausch des Leuchtenkopfes beziehungsweise den Einbau eines Umrüstsatzes.

Im Vergleich zu Quecksilberdampf-Lampen sparen Leuchtdioden etwa 60 Prozent Energie. In Kombination mit einem intelligenten Lichtmanagement kann das Einsparpotential sogar bei 80 Prozent liegen.

Privathäuser energetisch sanieren

Für die energetische Sanierung privater Gebäude wurden drei Schwerpunktbereiche definiert: um die Leipziger Straße, entlang der Schützenstraße bis hin zum Schützenplatz und um die Schletterstraße bis zur Mühlstraße. Vor allem sollten hier private Instandsetzungen von Dächern, Fenstern und Fassaden erfolgen, legt die DSK im Städtebaulichen Entwicklungskonzept fest. Die Auswahl der Baumaßnahmen erfolge unter Berücksichtigung des Ist-Zustandes. Für eine zeitnahe Sanierung seien ausschließlich Objekte mit erheblichem Handlungsbedarf vorgesehen.

Blockheizkraftwerk fürs "Azur"

Das Fitness- und Wellnesszentrum "Azur" hat einen hohen Energiebedarf. Das mache eine lokale Energieerzeugung über ein Blockheizkraftwerk attraktiv. Die Kosten dafür liegen bei rund 230000 Euro, die Realisierung könnte zwischen 2014 und 2016 erfolgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Kathrin Haase

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