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Borna Kurve geht nach oben: Wetterstation von Neukirchen verzeichnet Temperaturrekorde
Region Borna Kurve geht nach oben: Wetterstation von Neukirchen verzeichnet Temperaturrekorde
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07:00 10.03.2016
Sebastian Schroth prüft am Carport in Neukirchen den Regensensor. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Dürre im Mai, Rekordhitze im August, Frühling zu Weihnachten: Das waren die Wetterkapriolen, die 2015 klimatisch zu einem Ausnahmejahr machten. Nicht nur gefühlt, sondern konkret. Anhand der Aufzeichnungen seiner eigenen Wetterstation weiß Sebastian Schroth, wovon er spricht. Der Neukirchener, der wie der Wyhraer Stefan Ladisch seit 14 Jahren eine Wetterstation betreibt, kann auf Kurven und Zahlenreihen zurückgreifen, die nicht mal der Deutsche Wetterdienst (DWD) zur Hand hat. „In unserer Region betreiben die Profis keine Station“, sagte Schroth.

Deshalb wenden sich wetterfühlige oder anderweitig interessierte Menschen immer häufiger an die einheimischen Wetterfrösche. Bis zu 150 Besucher täglich registrieren die Hobby-Meteorologen auf ihrer Homepage. „Vor allem bei extremen Wetterlagen schnellen die Zugriffe in die Höhe“, so Schroth. Bis zu zehnmal im Jahr gäbe es zudem Anfragen nach Belegen über Wetterextreme. „Dazu sind wir aber nicht autorisiert“, stellte der Neukirchener dar. Aber oft reiche ja schon der Blick auf die meteorologischen Zahlenreihen, die ungewöhnliche Temperaturen oder Niederschläge dokumentieren.

Von diesen sogenannten Ausreißern gab es im vorigen Jahr viele. Während des Hochs Finchen im August kletterte die Quecksilbersäule auf 39 Grad Celsius in Neukirchen, in Wyhra blieb sie nur kurz unter diesem Höchstwert. Der Sommermonat blieb nicht der einzige mit einem Temperaturrekord. Mit knapp 20 Grad knackte der November alle bisherigen Rekorde in der Aufzeichnung von Schroth und Ladisch. Frühlingshafte Temperaturen von 12 bis 14 Grad an den Weihnachtsfeiertagen ließen das Jahr ausklingen, wie es begonnen hatte – viel zu warm. Mit über zehn Grad Durchschnittstemperatur platzierte sich das Jahr 2015 als drittwärmstes seit der Wetteraufzeichnung im Wyhratal. So richtig Winter war es bereits seit drei Jahren nicht mehr.

Durch die hohe Einschaltquote ihrer Aufzeichnungen sind die einheimischen Wetterfrösche inzwischen in der Pflicht, die Dokumentation nicht abreißen zu lassen. „Die Kunst besteht darin, dass gesamte System technisch am Laufen zu halten“, sagte Schroth. Rund 500 Euro hatten die Experten vor 14 Jahren jeweils in Mess- und Rechentechnik investiert. Die Sensoren der Messgeräte werden mit Solarstrom gespeist. Während Herstellerangaben zufolge die Akkus aller vier bis sechs Jahre erneuert werden müssen, arbeiten die im Wyhratal eingesetzten Module bis heute zuverlässig. Über eine spezielle Software werden die Daten ausgelesen und hochgeladen. Lediglich die in die Jahre gekommene Hardware, der Laptop in der Garage, streikt mitunter. „Dann müssen wir das System neu starten“, so der 35-jährige Informatiker, der das auch aus der Ferne bewerkstelligt. Denn die zeitnahen Wetterdaten aus dem Wyhratal sind inzwischen unverzichtbar in der Region. „Die Leute trauen uns mehr, als den Angaben des Wetterdienstes“, sagte Schroth selbstbewusst. Mit der Einschränkung, dass er und Ladisch über ihre Stationen das Ist-Wetter reflektieren und die Rückschau ermöglichen. Eine Vorhersage geben sie nicht ab.

Von Birgit Schöppenthau

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