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LEAG schürt bei Lippendorfer Kraftwerkern neues Selbstbewusstsein

Braunkohleverstromung LEAG schürt bei Lippendorfer Kraftwerkern neues Selbstbewusstsein

Kurz und griffig ist der Name des neuen Unternehmens, unter dessen Dach das Braunkohlekraftwerk Lippendorf jetzt firmiert: LEAG, das steht für Lausitz Energie AG beziehungsweise Lausitz Energie Kraftwerke AG. Man könnte das L auch für Lippendorf lesen.

Neuer Eigentümer, neuer Konzern, neues Logo. Für manchen steht das L von LEAG auch für Lippendorf.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch/Lippendorf. Kurz und griffig ist der Name des neuen Unternehmens, unter dessen Dach das Braunkohlekraftwerk Lippendorf jetzt firmiert: LEAG, das steht für Lausitz Energie AG beziehungsweise Lausitz Energie Kraftwerke AG. Steckt schon darin mehr regionaler Bezug als im bisherigen Schriftzug Vattenfall, so lesen ausgefuchste Einheimische das L längst als Kürzel für Lippendorf.

Rund zwei Jahre, nachdem Schweden beschlossen hatte, dass sich sein Staatsunternehmen von der Braunkohle löst, und wenige Wochen nach dem Vollzug des Verkaufs von Tagebauen und Kraftwerken an die EPH-Gruppe, hat in Lippendorf das Umdekorieren begonnen. Die Stelen an der Einfahrt tragen schon den neuen Namen, auch auf den großen Fahnen prangt das LEAG-Logo mit dem stilisierten Kreis dahinter. Beim Tausch von Arbeitskombis lässt man sich Zeit, neue gibt es bei Bedarf. Und es mache gar nichts, wenn der eine oder andere Kollege in der Zwischenzeit noch den Vattenfall-Schriftzug auf der Jacke trägt, sagt Kraftwerksleiter Christian Rosin.

Der gemeinsam mit Lutz Dornberg vom Kraftwerks-Besucherzentrum noch einmal eine Lanze für den bisherigen Eigentümer von Kraftwerksblock R und Betreiber des ganzen Kraftwerkes bricht: „Wir sind von den Schweden immer gut behandelt worden.“ Auch in den letzten zwei Jahren habe der Konzern Investitionen und Modernisierungen immer noch unterstützt. Der zweite Kraftwerksblock S gehört nach wie vor dem Konzern EnBW.

Für den laufenden Betrieb habe der Eigentumsübergang, der zum 1. Oktober vollzogen worden war, keine Auswirkungen. Es gebe im Kraftwerk keine Veränderungen und es sind auch keine zu erwarten, sagt Rosin und betont: „Wir arbeiten weiter an preisgünstiger und umweltschonender Energieerzeugung.“

Die Belegschaft hatte noch keinen Kontakt zu den neuen Eigentümern, die haben sich in Lippendorf noch nicht vorgestellt. Kontakte gibt es bisher nur auf der Führungsebene. Und aus denen zieht Rosin den Schluss, dass „EPH mit Begeisterung auf uns zugeht“. Es sei deutlich geworden, dass die neuen Eigentümer „langfristig mit uns arbeiten wollen“. Neben dem Kerngeschäft, elektrische Energie aus Braunkohle zu erzeugen, werde man sich voraussichtlich auch um neue Geschäftsfelder bemühen, deutet Rosin an. Worin die bestehen könnten, dazu will er sich noch nicht äußern, sagt aber: „Der Horizont ist weiter aufgemacht worden.“

Unter dem Dach von LEAG gehöre das Kraftwerk Lippendorf jetzt zum viertgrößten Energieversorger in Deutschland. Und auch gemessen an den Beschäftigtenzahlen zähle der neue Konzern zu den Top Ten. „In Sachsen hat nur VW mehr Mitarbeiter als wir“, sagt Rosin.

Gehörten Braunkohle und elektrischer Strom für die Lippendorfer Kraftwerker schon bisher organisch zusammen, so führt die Bündelung der Sparten unterm Dach eines Unternehmens, das – anders als Vattenfall – bewusst auf diesen Rohstoff setzt, augenscheinlich zu einem neuen Selbstbewusstsein in Bezug auf die Braunkohleverstromung. „Das werden wir auch offensiv nach außen tragen“, kündigt der Kraftwerksleiter an und betont seine Überzeugung, dass Deutschland mittelfristig nicht auf die Braunkohle als Energieträger verzichten könne. Wobei er unter mittelfristig eine Zeitspanne bis zum Jahr 2050 versteht, „eher noch länger“. Nämlich so lange, ergänzt Dornberg, „bis regenerative Energien grundlastfähig sind sowohl für den zivilen als auch für den industriellen Bedarf“.

Von André Neumann

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