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Borna Pleiße-Reinigung im Kahnsdorfer See? Pläne lösen Protest aus
Region Borna Pleiße-Reinigung im Kahnsdorfer See? Pläne lösen Protest aus
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15:45 09.11.2016
Pläne der LMBV zur Reinigung der Pleiße im Kahnsdorfer See könnten auch für den Hainer See Folgen haben. Quelle: Jens Paul Taubert
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Neukieritzsch/Rötha

Pläne der LMBV, die Pleiße durch den Kahnsdorfer See zu leiten und auf diese Weise von Eisen und Sulfaten zu reinigen, stoßen sowohl beim Seeeigentümer Blausee GmbH als auch bei der Gemeinde Neukieritzsch auf Vorbehalte und Protest. Blausee-Chef Hans-Martin Oettinger setzt darauf, dass der Bergbausanierer nichts gegen den Willen des Eigentümers unternehmen wird. Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) befürchtet negative Auswirkungen auf Naherholung und Tourismus.

Beide kritisieren zudem dass die LMBV die Pleiße-Verlegung offenbar als einzigen gangbaren Weg verfolgt. Andere Varianten „wurden als unpraktikabel verworfen“, ist Oettingers Eindruck. Das betreffe unter anderem den Vorschlag, den Stausee Rötha zu nutzen. Im Gespräch war auch, die Pleiße mit Spundwänden vor dem Kippengrundwasser zu schützen und dieses durch Gräben abfließen zu lassen und zu reinigen.

„Schön wäre, wenn man ergebnisoffen prüfen würde und nicht die Lösung schon vorgibt“, fordert Oettinger angesichts vorhandener Alternativen. Sollte tatsächlich die Pleiße durch den Kahnsdorfer See geleitet werden, rechnet Oettinger mit Auswirkungen auf ein gesamtes Gewässersystem. Der Kahnsdorfer See, der nach bisherigen Plänen eigentlich einer rein natürlichen Entwicklung überlassen werden sollte, werde „mit noch mehr Eisen belastet und weiter versauern“, sieht der Blausee-Chef voraus. Durch einen vorhandenen Überlauf zum Hainer See gelange das Pleißewasser zudem in den Hainer See, „der ja jetzt schon sehr unter der Eisenfracht aus der Innenkippe zu leiden hat“. Gut vorstellbar, was die rund 100 Bauherren in der Lagune Kahnsdorf davon halten.

Eine andere Befürchtung Oettingers: „Man öffnet dann auch diesen gesamten Raum für zukünftige Hochwasserereignisse.“ Das stelle das gesamte bisherige Hochwasserkonzept auf den Kopf.

Neukieritzsch’ Bürgermeister Thomas Hellriegel stellt sich in der Angelegenheit voll hinter den Eigentümer der Seen und deren Betreiber: „Ich finde es unverschämt, das hier die LMBV den Weg des geringsten Widerstandes gehen will und ein privates Gewässer dazu nutzen will, um Bergbaufolgeschäden zu beseitigen.“ Zumal die Gemeinde auch selbst unmittelbar betroffen wäre, will sie doch in Kahnsdorf-Nord dicht am Kahnsdorfer See ein neues Wohngebiet entwickeln. Werde der zum „Absetzbecken“, sei das für die Entwicklung dieses Gebietes nicht sehr förderlich, Entwicklung und Vermarktung könnten im Gegenteil gehemmt werden, sieht Hellriegel als Folge voraus und stellt fest: „Wer wohnt schon gern neben einer Deponie für Eisen und Sulfat!“

Nachdem Hans-Martin Oettinger sich und seine Gesellschaft bisher eher „rudimentär“ über die Absichten der LMBV informiert sah, setzt er jetzt auf deren Zusage, alle Beteiligten in die Vorplanung einzubeziehen. „Wir haben das Wort der Planungsträger, dass man nichts gegen unseren Willen unternehmen wird“, sagt er.

Für den 29. November hat die LMBV die Beteiligten zu einer Anlaufberatung für die Vorplanung eingeladen. Dazu gehören neben der Gemeinde, dem Seeeigentümer und anderen Behörden auch der Zweckverband Planung und Erschließung Witznitzer Seen. Hellriegel will das Gespräch auch dazu nutzen, sich mit den Partnern rund um Kahnsdorfer und Hainer See über das weitere Vorgehen auszutauschen. Blausee will nach wie vor auch über Alternativen reden und dafür auch Flächen zur Verfügung stellen.

Als allerletztes Mittel, wie er sagt, käme für Oettinger auch eine Klage in Betracht. „Ich bin aber überzeugt, dass die LMBV und der Regionalverband zu ihrem Wort stehen und nicht mit der Brechstange vorgehen werden“, fügt er hinzu.

Ein Interview zum Thema mit dem Neukieritzscher Bürgermeister veröffentlicht die Leipziger Volkszeitung in ihrer Ausgabe Borna-Geithain am Mittwoch.

Von André Neumann

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