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LVZ-Umfrage: Aufträge an die neue Regierung

LVZ-Umfrage: Aufträge an die neue Regierung

Allein in der Kreisstadt Borna waren gestern für die Bundestagswahl 14 Wahllokale eingerichtet. Die LVZ postierte sich vor dem Wahllokal im Wohngebiet An der Wyhra und fragte einige Wähler unmittelbar nach der Stimmabgabe, was sich denn in Deutschland ändern müsse.

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Stimmabgabe im Bornaer Wahllokal An der Wyhra: Wahlhelfer Daniela Kuphal, Lars Quitzrau und Heike Schröter (v.l.) sowie Wahlvorsteher Dietmar Ludwig (nicht im Bild) hatten hier gestern alles im Griff.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Gerechte Löhne und Renten sowie mehr Kinderfreundlichkeit waren häufig geäußerte Punkte.

"Wenn die Gesetze eingehalten würden, müsste sich nicht allzu viel ändern", glaubt Christine Schröter (67). Doch ihr Mann Siegfried Schröter (74) legt den Finger in eine Wunde: "Zwischen Arm und Reich geht die Schere immer weiter auseinander. Diese Differenz muss verringert werden."

Frauen sollten einen finanziellen Ausgleich bekommen, wenn sie für die Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssen, meint Jana Lange (50). Und ihrem Mann Andreas Lange (49) geht es um ein Einkommen, von dem man auch leben kann. "Ich muss in drei Schichten arbeiten, aber es bleibt nicht groß was übrig", sagt er mit Blick auf die hohen Steuerabgaben.

Peter Seifferth (27) ist für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns. "In vielen Branchen leisten die Leute wahnsinnig gute Arbeit, sind aber unterbezahlt und können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten", beklagt er. "Da muss sich was ändern." Genauso wichtig ist ihm eine Kinderbetreuung, die es beiden Elternteilen ermöglicht, arbeiten zu gehen.

In diesem Punkt sieht auch Gunda Zacharias (51) Handlungsbedarf. "Die Kinderfreundlichkeit lässt sehr zu wünschen übrig", meint sie. Zwei ihrer drei Kinder sind inzwischen Mütter, und denen falle es "extrem schwer, die Arbeitszeit und die Betreuungszeit für die eigenen Kinder unter einen Hut zu bringen". Auch bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Armut im Rentenalter muss für Gunda Zacharias in Deutschland mehr getan werden.

Mehr als 20 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es bei Löhnen und Renten immer noch Unterschiede zwischen Ost und West. "Die Angleichung der Rente muss schneller kommen", bekräftigt denn auch Horst Burgschweiger (63). Zudem kritisiert er die Rente mit 67. "Das ist ja nur eine Rentenkürzung", sagt er mit Blick auf verringerte Bezüge bei vorzeitigem Eintritt ins Rentenalter. Auch die Energiewende umtreibt den Bornaer. Strom müsse für den kleinen Mann bezahlbar bleiben, und beim Benzinpreis sollte der Staat mehr Einfluss auf die Ölkonzerne nehmen.

Iris Lindner (50) ist ebenfalls der Ansicht, dass bei Löhnen und Renten ein Unterschied nicht gerechtfertigt ist. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Ost und West", betont sie. Außerdem müsste aus ihrer Sicht der Hebel angesetzt werden, um Lohn- und Zeitarbeit "stark einzugrenzen" und feste Arbeitsverhältnisse zu schaffen. "Im sozialen Bereich muss sich zugunsten der kleinen Leute einiges ändern", so der Auftrag der Bornaerin an die neue Bundesregierung.

Auch Herbert Majer (75) ist eine gerechte Entlohnung wichtig. Die Bezahlung der Leiharbeiter bezeichnet er sogar als Katastrophe. Deutschland müsse einen Mindestlohn einführen und die Unterschiede bei Löhnen und Renten zwischen Ost und West rasch abbauen, sagt er.

Sowohl im Sozial- als auch im Bildungssystem muss sich in den Augen von Heinz Kießling (71) "vieles ändern". "Warum kann man in Deutschland kein einheitliches Bildungssystem schaffen", fragt er. "Das wäre doch ratsam." Auch die Armut ganzer Schichten umtreibt den Bornaer. Werde einer in der Familie arbeitslos, könne schon die Miete nicht mehr bezahlt werden. "Die Mieten sind zu hoch."

Marlen Urbig (24) sieht den Ansatzpunkt noch an ganz anderer Stelle. "Der Euro muss weg, wir brauchen wieder die D-Mark", sagt die junge Frau. Zumindest müssten ihrer Meinung nach die südeuropäischen Länder die Euro-Zone verlassen. "Wir buttern da viel Geld rein, aber es wird nicht besser."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2013

Prenzel, Frank

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