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Borna Landkreis Leipzig kauft Thüsac-Anteile zurück und erhöht Einfluss
Region Borna Landkreis Leipzig kauft Thüsac-Anteile zurück und erhöht Einfluss
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00:19 02.07.2017
Tatjana Bonert wurde als zweite Geschäftsführerin der Thüsac bestellt Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Landkreis Leipzig

Im Verkehrsunternehmen Thüsac stehen Veränderungen ins Haus. Es sei von strategischer Bedeutung, dass Engagement des Landkreises Leipzig wieder deutlich zu erhöhen, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU). In dem Busunternehmen mit Sitz im thüringischen Altenburg möchte man sich wieder mehr Einfluss sichern. Aus Geldnot hatte der damalige Landkreis Leipziger Land im Jahr 2005 Anteile an der länderübergreifenden Firma verkauft. „Von ursprünglich 48 Prozent der Anteile verfügte unser Landkreis zuletzt nur noch über fünf Prozent“, erläuterte der Landrat. Um wieder einen größeren Einfluss auf die Geschehnisse zu erlangen, kauft der Landkreis nun ein Stück vom ÖPNV-Kuchen zurück. Der Kreistag in Borna stimmte auf seiner jüngsten Sitzung dem Kauf der Anteile zu. „Die Höhe der Geschäftsanteile wird damit auf 19 Prozent steigen“, so Graichen. Für den Transfer muss der Landkreis rund 1,4 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das Geld fließt an die Thüsac direkt, die zuletzt 43 Prozent der Anteile hielt. Der Landkreis Altenburger Land ist Herr über 52 Prozent.

Die Thüsac betreibt derzeit 51 Buslinien im Stadt- und Überlandverkehr. Jährlich werden rund 6,8 Millionen Fahrgäste befördert. „Vor allem im südlichen Landkreis bedient die Thüsac traditionelle viele Verbindungen und ist auch ein wichtiger Partner bei unserem Modellvorhaben Muldental in Fahrt“, ergänzte Graichen.

Die Thüsac mit Sitz im thüringischen Altenburg bedient auch viele Linien in der Region Borna-Geithain Quelle: Mario Jahn (Archiv)

Im Kreistag des Altenburger Landes wurde dem Verkauf der Anteile ebenfalls zugestimmt. Allerdings gab es noch Klärungsbedarf, was die Änderung der Zweckvereinbarung zwischen beiden Landkreisen betrifft. Diese wurde von der Tagesordnung genommen. „Die Genehmigung des Thüringer Landesverwaltungsamtes als zuständiger Behörde hat noch nicht vorgelegen“, erläuterte Katrin Friebel, im Büro des Bornaer Landrates für Beteiligungsmanagement zuständig. Das soll nun bis September erfolgen und die Beschlussfassung dann nachgeholt werden. Die Vereinbarung konkretisiert Mitwirkungs- und Unterrichtsrechte zugunsten des Landkreises Leipzig, erläuterte Graichen. So kann der Landkreis Standards für Pünktlichkeit und sichere Anschlüsse setzen. Eine Pünktlichkeitsstatistik soll von der Thüsac halbjährlich vorgelegt und in Abstimmung notfalls Verbesserungen angestoßen werden. Auch Standards für Fahrzeuge und die Sauberkeit in den Bussen können festgelegt werden.

Um insbesondere die Herausforderungen des Projektes Muldental in Fahrt zu stemmen, werden von der Thüsac neue Busse angeschafft. Auch personell legt das Unternehmen eine Schippe drauf. Neben Stefan Bog wurde die 35-jährige Tatjana Bonert als zweite Geschäftsführerin bestellt. Die Doppelspitze war im Vorfeld unter anderen damit begründet worden, dass auf dem Gebiet des ÖPNV etliche Herausforderungen anstünden, auch mit Blick auf die Thüringer Kreisreform. Außerdem habe man mit dem Vier-Augen-Prinzip in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, schilderte die Altenburger Landrätin Michaele Sojka (Linke).

Zu den Aufgaben von Tatjana Bonert gehört die Weiterentwicklung des Unternehmens, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und der Aufbau neuer innovativer Geschäftsfelder. Die Diplom-Wirtschaftsingenieurin arbeitete seit 2016 bereits als Controllerin bei der Thüsac. Über mehrjährige Verwaltungserfahrung verfügt die junge Mutter ebenfalls. Nach einer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im damaligen Regierungspräsidium Leipzig war sie seit 2008 im Verwaltungsverband, dann in der Einheitsgemeinde Wiedemar (Landkreis Nordsachsen) tätig - zuletzt als Hauptamtsleiterin. Neben ihrem Job besuchte sie das Leipziger Abendgymnasium und absolvierte ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Hochschule Wildau. Bei der Ausschreibung für den Geschäftsführerposten hatte sie sich gegen 13 Konkurrenten durchgesetzt.

Von Simone Prenzel

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