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Borna Landkreis Leipzig stockt Personal auf
Region Borna Landkreis Leipzig stockt Personal auf
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14:02 17.05.2018
Schule ist mehr als Unterricht: Schulsozialarbeiter helfen bei der Freizeitgestaltung. Quelle: Kempner
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Borna

Die Schulsozialarbeit erheblich ausbauen möchte der Landkreis ab dem Sommer: Nicht nur, dass die Zahl der eingesetzten Fachkräfte steigen soll. Geplant ist vor allem, die Angebote deutlich auszuweiten, so dass neun Grundschulen und das Freie Gymnasium Zwenkau zusätzlich bedacht werden können. Der Jugendhilfeausschuss stimmte am Dienstagabend einem entsprechenden Konzept einhellig zu. Nun ist es am Jugendamt, sich mit den Kommunen und den Trägern der Schulsozialarbeit über die Umsetzung zu verständigen.

Jugendhilfeausschuss unterstützt Ausbau in drei Stufen

„Im Landkreis kann auf ein hohes Niveau der Schulsozialarbeit zurückgegriffen werden. Die Projekte sind gut in die Hilfestrukturen integriert“, sagte Sozialraum-Koordinatorin Susanne Kobus, als sie das Papier vorstellte. Aktuell kümmerten sich in allen 19 Oberschulen, in vier Gymnasien, in vier Lernförderschulen und in vier Grundschulen Sozialarbeiter um ein breites Aufgabenspektrum. Schulsozialarbeit gibt es zudem an drei Berufsschulzentren, der Freien Schule Großbardau und einer Schule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung. Dass, daran anknüpfend, ein Ausbau sinnvoll sei, war im Ausschuss unstrittig.

Das Konzept sieht drei Stufen vor, die ab dem neuen Schuljahr greifen sollen. Schulsozialarbeit soll sich verschiedenen schulischen und außerschulischen, familiären und individuellen Themen widmen. Die reichen von sozialem Lernen bis zur Hilfe in Krisen, von Erziehungsfragen bis zur Vorbeugung von Schulversagen, von Freizeitangeboten bis zum Schulklima.

Sozialarbeiter in Vollzeit an den Oberschulen

In den Oberschulen erfolgt erstens eine Aufstockung der Stellen um ein Viertel auf Vollzeit. Vollzeitstellen gibt es zweitens künftig auch an Förderschulen und Gymnasien. „An beiden Schularten besteht ein zunehmender Bedarf“, so Kobus. Weil das 2014 gestartete Modellprojekt, vier Grundschulen (von insgesamt 52 im Landkreis) in die Schulsozialarbeit einzubeziehen, „sehr gute Ergebnisse“ zeitige und es so gelinge, „schon im Kindesalter präventiv wirksam zu werden“, nehme man drittens neun weitere Grundschulen auf, zudem das Zwenkauer Gymnasium.

Allerdings müssten diese Grundschulen zwei von mehreren Kriterien erfüllen: mehr als 250 Schüler haben; eine Klasse mit Deutsch als Zweitsprache aufweisen; in einer Region liegen, wo die Arbeitslosigkeit über dem Kreisdurchschnitt rangiert. Außerdem müssen die Schulträger dem Landkreis ihr Interesse daran begründen. Die Zahl der Schulsozialarbeiter soll von 33 (Stufe eins) auf 43 (Stufe drei) steigen.

Finanzierung muss gesichert werden

Das hat für den Landkreis, die Kommunen und die Träger finanzielle Konsequenzen. Rund 1,9 Millionen Euro stellt das Land künftig pro Jahr zur Verfügung. Während der Freistaat so die Schulsozialarbeit an den Oberschulen komplett fördert, beträgt dieser Zuschuss für Stufe zwei 80 Prozent. Das heißt, Kreis und Schulträger sind mit je zehn Prozent im Boot. Deutlicher noch wird die finanzielle Herausforderung in Stufe drei. „Dann stehen nach ersten Hochrechnungen für 2019 lediglich noch 80 000 Euro Landesmittel zur Verfügung“, sagte Susanne Kobus. Eine Summe, die zehn Prozent der Kosten abdeckt. Landkreis und Schulträger müssten demnach je 45 Prozent übernehmen. Die notwendigen Gespräche würden jetzt geführt, die Mittel beantragt, nach Fachpersonal Ausschau gehalten.

Von Ekkehard Schulreich

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