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Borna Landkreis Leipzig testet Biotonne ab September in Rötha
Region Borna Landkreis Leipzig testet Biotonne ab September in Rötha
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00:22 12.02.2018
Speiseabfälle sollen künftig im Landkreis getrennt vom sonstigen Hausmüll entsorgt werden. Quelle: Mario Jahn
Landkreis Leipzig

Küchenabfälle, Blumensträuße, Grasschnitt – vieles, was Biomüll ist, landet derzeit im normalen Hausmüll. „Der Landkreis Leipzig ist einer der letzten in Sachsen, der Bioabfälle noch nicht getrennt erfasst“, erklärte Jens Meissner, Geschäftsführer der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH (Kell). Der Gesetzgeber schreibe die Trennung aber bereits seit 2015 vor. „Und auch die Landesdirektion“, ergänzte der Erste Beigeordnete des Kreises, Gerald Lehne, „macht inzwischen Druck.“

Modellversuch soll ein Jahr laufen

Dennoch will sich die Verwaltung die nötige Zeit nehmen: „Es geht darum, ein System an den Start zu bringen, das für den Landkreis passt und eine möglichst große Akzeptanz beim Bürger findet“, gab Lehne die Richtung vor. Der Ausschuss erteilte einstimmig grünes Licht, im Rahmen eines Pilotversuchs erst einmal Erfahrungen zu sammeln.

Als Testgebiet dient die 6000-Einwohner-Stadt Rötha. „Der Modellversuch soll ab September ein Jahr laufen, damit wir Daten aus allen Jahreszeiten sammeln können“, so Meissner. Rötha sei eine Art Mini-Landkreis. „Die Gegebenheiten spiegeln die gesamte Palette an Grundstücken wider, die wir in der Region vorfinden. Es gibt städtische als auch ländliche Bereiche, Neubaugebiete wie Eigenheime.“ Als unschlagbarer Vorteil gilt außerdem die Nähe zur Deponie Cröbern. Denn hier sollen künftig sämtliche Bioabfälle aus dem Landkreis und auch der Stadt Leipzig verwertet werden. Getestet werden soll vorerst eine 14-tägige Abfuhr.

Die Verbreitung der Biotonne in Deutschland Quelle: Nabu

Über weitere Rahmenbedingungen des Modellversuchs informierte Meissner die Ausschussmitglieder: Demnach sollen die Tonnen 120 Liter fassen und ein Teil mit speziellen Filterdeckeln gegen üble Gerüche ausgerüstet sein. „Um die Bürger mitzunehmen, wird der Test durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit begleitet“, versicherte der Kell-Vertreter. In Rötha und Espenhain werden rund 2500 Grundstücke einbezogen. „Um die Bioabfälle ordnungsgemäß abzutransportieren, mieten wir extra ein spezielles Drehtrommelfahrzeug an.“ Außerdem werden vorerst 4000 Behälter angeschafft.

Reste dienen als hochwertiger Kompost

Lehne bekräftigte noch einmal, dass man sich mit dem Thema sehr schwer getan habe. „Es ging uns um eine Lösung, die sowohl der Landkreis als auch die Stadt Leipzig mittragen können.“ Inzwischen seien die Weichen für eine Abfallvergärung auf der Deponie Cröbern gestellt. „Damit“, so Lehne, „haben wir die Gewissheit, dass das Biogut ab 2020 auch entsprechend verwertet wird.“ Der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen will aus dem Bioabfall einen weiteren Teil seines Strom- und Wärmebedarfs auf der Zentraldeponie decken. „Außerdem kann der Gärrest hiesigen Landwirten als hochwertiger Kompost angedient oder zur Abdeckung der Deponie genutzt werden“, erklärte er weiter.

An der Einführung der Tonne, betonte Meissner, führe kein Weg vorbei. „Allerdings können wir an verschiedenen Stellschrauben drehen, um das System so nutzerfreundlich wie möglich, aber eben auch bezahlbar zu halten“, meinte der Kell-Geschäftsführer. Kosten würden vor allem durch den Abtransport und das zweite Behältersystem entstehen. „In welchem Rhythmus die Tonnen später abgefahren werden, ob es auch noch die 120- und die 80-Liter-Variante gibt, darauf soll der Test Antworten liefern.“

Wer kompostiert, kann sich befreien lassen

Natürlich wird auch die Möglichkeit bestehen, sich vom Anschluss- und Benutzerzwang befreien zu lassen. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend großes Grundstück, auf dem Bioabfälle kompostiert werden können. „Pro Person, die zum Haushalt gehört, müssen dafür üblicherweise mindestens 50 Quadratmeter Gartenland nachgewiesen werden“, so Meissner. Ein Richtwert, an dem sich auch der Landkreis orientieren würde. Zwischen Wurzen und Geithain soll ab 2019 ein neues Gebührenmodell für die Müllentsorgung eingeführt werden.

Was die Tonne den Bürger kostet, steht noch nicht fest. Die rund 6000 Röthaer Test-Sammler sollen dafür jedenfalls nach jetzigen Plänen keinen Obolus entrichten müssen.

Von Simone Prenzel

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