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Landkreis Leipzig und Kommunen arbeiten am Schuldenabbau

Landkreis Leipzig und Kommunen arbeiten am Schuldenabbau


Borna. Die Verschuldung der Kommunen in Sachsen ist zurückgegangen, teilte das Statistische Landesamt jetzt mit.

. 19 Gemeinden seien zum Stichtag 31. Dezember 2009 schuldenfrei gewesen. Aus dem Landkreis Leipzig ist jedoch keine dabei. Gut 450 Millionen Euro Schulden haben Kreis, Städte und Gemeinden zusammen angehäuft. Auf jedem Landkreis-Bürger lastet dadurch durchschnittlich eine Bürde von 1662 Euro. Rechnet man die Eigenbetriebe und Verbände heraus, stehen aktuell 952 Euro pro Nase zu Buche.

69,6 Millionen Euro Verbindlichkeiten hatte der Landkreis Leipzig Ende 2009, im Vorjahr waren es noch 72,1 Millionen Euro. Der Kreis praktiziert, was die meisten Kommunen auch tun: Er versucht, den Schuldenberg Jahr für Jahr ein bisschen abzutragen. Eine schwierige Aufgabe ist das vor allem auch für die Kreisstadt Borna, die mit 51,56 Millionen Euro in der Kreide steht, dicht gefolgt von Markkleeberg (49 Millionen). Einen zweistelligen Wert schafft in der Region lediglich noch Bad Lausick mit 13,9 Millionen Euro, im Muldental sind es darüber hinaus Grimma (35,4 Millionen), Colditz, Brandis, Wurzen und Naunhof.

Weil die Aufnahme von Schulden in den meisten Fällen im Zusammenhang mit der Größe der Kommune, sprich mit der Einwohnerzahl zu sehen ist, rechnen die Statistiker die Summen gern auf jeden Kopf herunter. Und da ergibt sich im Leipziger Land, klammert man die Eigenbetriebe aus, ein etwas anderes Bild: Spitzenreiter ist da nämlich die Gemeinde Deutzen mit 2602 Euro Verbindlichkeiten pro Nase. Bad Lausick kommt auf 1320 Euro und liegt knapp vor Geithain mit 1250 Euro. Auf immer noch mehr als einen Tausender – 1064 Euro nämlich – bringt es Kohren-Sahlis. Am unteren Ende der Skala hat sich Böhlen eingerichtet. Lediglich 249 Euro pro Einwohner stehen zu Buche. Unter 300 Euro bleibt auch Regis-Breitingen. Und selbst der Landkreis schneidet mit 236 Euro hervorragend ab. Haben alle Kommunen der Region im vergangenen Jahr ihre Schulden um einige Zehntausend oder gar Hunderttausend zurückgefahren, durchbricht Groitzsch diese Tendenz: Eine halbe Million neue Schulden weist die Statistik des Landesamtes auf.

„Seit Jahren arbeiten wir konsequent am Abbau unserer Schulden", sagt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann: „Mit dem Geld, was wir aufgenommen haben, haben wir aber auch etwas gemacht." Ein wichtiger Teil der Mittel floss in die Wohnungssanierung, musste aber auch für Altschulden aufgebracht werden oder wurde im Zuge von Eingemeindungen, etwa von Steinbach für die Wohnungssanierung, übernommen. Bad Lausick erschloss mit Krediten das Gewerbegebiet Angerwiesen, versenkte aber andererseits viel Geld für den Flächenkauf auf dem Viertelsberg, wo eine Siedlung entstehen sollte, aber nicht entstand. „Fakt ist: Wir haben einen gesunden Haushalt. Er ist ausgeglichen. Wir haben Geld in der Rücklage und in jedem Jahr investiert", so der Bürgermeister. Dass Wünsche offenblieben, sei unbestritten, am Kurs, die Schulden abzutragen, ändere sich nichts: Ende 2014 soll die Pro-Kopf-Verschuldung der Kurstadt laut Finanzplanung auf 814 Euro sinken.

„Wir investieren zwar immer was, doch nur in kleinen Schritten", verrät die Böhlener Kämmerin Kornelia Hanisch ihr Erfolgsrezept, das sie so gar nicht nennen will. Anfang/Mitte der neunziger Jahre habe man erhebliche Kredite aufgenommen, um kommunalen Wohnraum zu sanieren; an der Tilgung sei man noch heute. Erst 2008 habe die Stadt zwei Gebäude verkauft, um den Erlös für die Kreditrückzahlung einzusetzen. Schulden abbauen und keine neuen machen, daran führt aus Hanischs Sicht kein Weg vorbei: „Wir müssen ja auch an kommende Generationen denken."

„Geithains Schuldenstand betrifft vor allem den kommunalen Wohnungsbestand", erläutert Bürgermeisterin Romy Bauer. 446 Euro pro Kopf resultierten aus Altschulden dafür, 455 aus Sanierungskrediten. Trotz „all der jährlichen umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur" schlage die nur mit 333 Euro/Einwohner zu Buche. Da Geithain den Wohnungsbestand nicht wie in anderen Kommunen in eine Gesellschaft übertrug, so die Bürgermeisterin, „ist dieser durch das Mietaufkommen gedeckte anteilige Schuldendienst in unserem Haushalt mit abgebildet". Seit 1994 gab es keine Kreditaufnahmen, und es sind keine Neuaufnahmen geplant. Zur Sicherung der planmäßigen Kredittilgungen in den Folgejahren wurden zweckgebundene Rücklagen gebildet.

Ekkehard Schulreich

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