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Landkreis Leipzig und LVZ würdigen in Borna gelebte Heimatverbundenheit

Heimatpreis 2016 Landkreis Leipzig und LVZ würdigen in Borna gelebte Heimatverbundenheit

Zum 25. Mal haben der Landkreis Leipzig und die Leipziger Volkszeitung den Heimatpreis an Menschen verliehen, die sich in einem besonderen Maß für ihre Heimat einsetzen. Der Mölbiser Tobias Thieme (Einzelperson), die Dorfgemeinschaft Frankenhain und der Verein Milchhaus Etzoldshain nahmen am Sonnabend ihre Ehrungen im Bornaer Bürgerhaus „Goldener Stern“ entgegen.

Der Mölbiser Tobias Thieme (Einzelperson), die Dorfgemeinschaft Frankenhain und der Verein Milchhaus Etzoldshain nahmen am Sonnabend ihre Ehrungen im Bornaer Bürgerhaus „Goldener Stern“ entgegen.
 

Quelle: Thomas Kube

Borna.  Vor einem Vierteljahrhundert haben der Landkreis Leipzig und die Leipziger Volkszeitung im Gasthof Bennewitz zum ersten Mal den Heimatpreis an ehrenamtlich engagierte Menschen und Initiativen aus dem Muldental und später auch aus der Region Borna-Geithain verliehen. Am Sonnabend gingen die Trophäen zum 25. Mal an die Preisträger der drei ausgelobten Kategorien: Tobias Thieme (Einzelperson) für seinen Einsatz in der Dorfentwicklung von Mölbis, die Dorfgemeinschaft Frankenhain (Vereine) für die Belebung des Frohburger Ortsteiles und der Förderverein Milchhaus Etzoldshain (Impulse) für seine Verdienste, den Jugendlichen im Ort Angebote zu machen.

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Zum 25. Mal haben der Landkreis Leipzig und die Leipziger Volkszeitung den Heimatpreis an Menschen verliehen, die sich in einem besonderen Maß für ihre Heimat einsetzen. Der Mölbiser Tobias Thieme (Einzelperson), die Dorfgemeinschaft Frankenhain und der Verein Milchhaus Etzoldshain nahmen am Sonnabend ihre Ehrungen im Bornaer Bürgerhaus „Goldener Stern“ entgegen.

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Das Bürgerhaus „Goldener Stern“ in Borna sei ein würdiger Ort für diese Preisverleihung, begrüßte die neue Bürgermeisterin der Kreisstadt, Andrea Staude, Nominierte, Preisträger und Gäste. „Die Stadt Borna steht für den Wandel im dynamischen Neuseenland“ – eine Entwicklung, die vom Schaffen der Menschen in der Region getragen wird. Menschen, die hier zu Hause sind und deren Heimatverbundenheit Motivation ist, sich für den ländlichen Raum einzusetzen. Für diese Menschen ist der Heimatpreis von LVZ und Landkreis gedacht. „Damals wie heute hat diese Verknüpfung von Ehrenamt und Heimatliebe Spuren in der Region hinterlassen, hat Chancen für einen regionalen Orientierungsraum inmitten der Unwägbarkeiten einer sich globalisierenden Welt bereitgestellt“, unterstrich Ralph Egler in seiner nachdenklich stimmenden Festrede, in der er dem individuellen Bezug zu Heimatliebe nachspürte. Der Direktor der Volkshochschule Leipziger Land: „Letztlich verkörpert Heimat die zentrale Kategorie persönlicher und sozialer Selbstverwirklichung des Menschen. Heimat existiert für mich dort, wohin ich mich zurückziehen kann, wo ich meine persönliche Ruhe und Gelassenheit entwickle und wiederfinde.“

Heimatbezug und Verbundenheit fand sich nicht nur in den Laudati und Grußworten wieder. Auch das kulturelle Rahmenprogramm im Goldenen Stern, der dank des Feinschliffs vom Blumeneck Fleischer einen feierlichen Rahmen bot, war getragen von regionalem Gemeinsinn: Beeindruckend das Sächsische Bläserquintett, dass mit William Birds „Earle of Oxford’s Marche“ die Veranstaltung eröffnete. Hinreißend die Damen der Gesangsgruppe animato des Gemischten Chores Neukieritzsch, denen der Spaß am Singen vor allem bei Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ in die Gesichter geschrieben stand. Bezaubernd die Kinder der Tanzgruppe Zitazus, die ihren Auftritt ebenso genossen, wie Luise Hahmann. Die Gitarristin der Muldentaler Musikschule „Theodor Uhlig“, interpretierte mit atemberaubender Stimmgewalt Songs von Emil Bulls, City und The Rolling Stones. Und der Auftritt des Männerballetts vom Heimatverein Zitzschen dürfte als etwas gelten, was so in 25 Heimatpreisjahren noch nicht da gewesen ist. Ihre Choreografie zu Nana Mouskouris „Guten Morgen Sonnenschein“ brachte den Festsaal dank strahlender Kostüme und die Gesichter der Gäste dank schnörkelloser Komik zum Leuchten.

Das 25. Jahr der Heimatpreis-Verleihung wird aber insbesondere wegen der Preisträger und der vielen anderen dafür nominierten Ehrenamtlichen nachhallen. Denn, so Landrat Henry Graichen, „Heimat gewinnt und lebt durch das Engagement aller. Auch derer, die heute nicht gewonnen haben“. Die Dorfgemeinschaft Frankenhain, der Verein Milchhaus Etzoldshain und der Mölbiser Tobias Thieme haben mit den Trophäen aus der Töpferei Gundula Müller aus Kohren-Sahlis jetzt die Bestätigung vor Augen, dass sich Engagement auszahlt. Ihre Motivation zum Weitermachen werden sie aus dem inneren Antrieb und der Verbundenheit zu ihrer Heimat ziehen. Wie alle anderen auch. „Denn seien Sie versichert, jedes eingereichte Projekt hilft den Menschen unseres Landkreises, ihre Heimat kennenzulernen, sie zu verstehen und zu lieben“, so Ralph Egler.

Landrat Henry Graichen gratuliert dem Preisträger Tobias Thieme aus Mölbis

Landrat Henry Graichen gratuliert dem Preisträger Tobias Thieme aus Mölbis.

Quelle: Thomas Kube

Kategorie Einzelperson

 

Als Ortsvorsteher steht für den 53-Jährigen die Mölbiser Dorfentwicklung im Fokus, welche er als Regionalplaner professionell und mit Fachwissen begleitet. Die Hochhalde Trages als naturverbundenes Freizeitziel ist aus regionalplanerischer Sicht gewissermaßen sein persönliches Steckenpferd. Weiterhin wirkt er kreativ an der Verwirklichung eines geschlossenen Radwegenetzes in unmittelbarer Umgebung in Verbindung mit dem Leipziger Neuseenland mit. Insbesondere in seinem Heimatdorf liegen ihm die einzelnen Vereine (Fußball, Chor, Senioren) am Herzen, weswegen er großen Wert darauf legt, sich bei vielen sich bietenden Gelegenheiten einzubringen. So organisiert er das jährliche Mölbiser Dorffest, Vereinsveranstaltungen, die Betreuung der Senioren, Chorausflüge oder auch Arbeitseinsätze mit Leidenschaft maßgeblich mit.

Thieme selbst machte der Preis „sehr verlegen“, weil es eigentlich ein Lebenswerk-Preis ist, wenn man sich frühere Preisträger ansieht, die große Fußstapfen hinterlassen haben. Es spornt mich an weiter zu machen – für Mölbis“, so Thieme.

Glückwünsche des Landrats an die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Frankenhain

Glückwünsche des Landrats an die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Frankenhain.

Quelle: Thomas Kube

Kategorie Verein

„Wenn es in einem Ort etwas Besonderes, Außergewöhnliches gibt, dann spricht der Volksmund oft davon, dass es sich lohne, dorthin mal eine Reise zu machen“, leitete Laudator Thomas Lang seine Ode an die Freunde ein. Die der Dorfgemeinschaft Frankenhain galt, die für ihren Einsatz zur Belebung und Entwicklung des Frohburger Ortsteiles mit dem Heimatpreis in der Kategorie Vereine geehrt wurde.

Der Verein sei ein „gelungenes Beispiel, wie bürgerschaftliches Engagement dazu beitragen kann, dass Infrastruktur und kulturelle Angebote im ländlichen Raum erhalten bleiben“, hieß es in der Begründung, die Dorfgemeinschaft für den Preis zu nominieren. Thomas Lang, der die Menschen und den Ortsteil aus zahlreichen Besuchen als LVZ-Lokalredakteur in der Region Geithain „kennen und schätzen gelernt“ hat, weiß, dass die inzwischen 140 Mitglieder schon aktiv waren, als es den Verein noch gar nicht gab. „Nein, die Dorfgemeinschaft engagierte sich schon Jahrzehnte zuvor als Festkomitee in großartiger Weise dafür, dass sich in der kleinen Gemeinde in Sachen Sport, Kultur und Unterhaltung und Seniorenbetreuung für die Einwohner und Gäste viel tat. Und vor allem auch für Dinge, die man sonst in einem so kleinen Ort kaum finden dürfte.“ Lang erinnerte an viele Dorffeste, an amüsante Märchenspiele, sprach vom Ferkelfangen für Kinder und von einer Love-Parade, die samt beeindruckender Festwagen durchs Dorf rollte.

Der Vorsitzende der Gemeinschaft, Karsten Richter, reichte die Honorationen gleich weiter: „An die Vereinsmitglieder, ohne die das alles überhaupt nicht möglich wäre. Und an alle da draußen, die sich für ihre Heimat stark machen und einsetzen. Für die nehmen wir den Preis heute stellvertretend entgegen – denn Gewinner sind alle, die etwas für ihre Heimat bewegen.“

Carolin Klein (2vl) und Franziska Gneupel (2vr) vom Verein Milchaus Etzoldshain (Kategorie Impulse) nehmen die Ehrung von Landrat Henry Graichen

Carolin Klein (2.v.l.) und Franziska Gneupel (2.v.r.) vom Verein Milchaus Etzoldshain (Kategorie Impulse) nehmen die Ehrung von Landrat Henry Graichen und den LVZ-Regionalverlagsleiterinnen Erika Schirmer (M.) und Kerstin Friedrich entgegen.

Quelle: Thomas Kube

Kategorie Impulse

Es ist die viel zitierte Ohnmacht gegenüber der demografischen Entwicklung in den ländlichen Regionen, der dieser Preisträger in der Kategorie Impulse entgegen steht und wirkt. Der Förderverein Milchhaus Etzoldshain hat sich aus dem Jugendklub des Ortes gegründet, um Angebote für die Jugendlichen im Ort zu machen. Die Gruppe besteht aus 20 jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Ziel und Zweck des Vereines ist die Förderung der Jugend von Etzoldshain und deren Beteiligung an der Dorfgemeinschaft.

Das größte Projekt der Gruppe ist die jährliche Organisation des Festivals „Rock auf der Kippe“. Die Jugendlichen kümmern sich dabei um alle anfallenden Aufgaben. Sie schreiben Fördermittelanträge, suchen Sponsoren, akquirieren Bands, führen den Aufbau durch, organisieren die Technik und übernehmen den Essens- und Getränkebetrieb. Das Festival spricht im Besonderen die Jugend aus Etzoldshain, Bad Lausick und Umgebung an und wird sehr gut angenommen.

Philip Richter klopfte in seiner Laudatio den Jugendlichen kräftig auf die Schulter. Das Engagement und der Zusammenhalt der Truppe sei beispielgebend. Immer wieder gebe es Beispiele, bei denen die Etzoldshainer mit Taten reagieren, während sich andere noch lange in theoretischen Annäherungen verlieren. Anfang letzten Jahres packten sie bei der Restaurierung des Fußballplatzes zu Farbe und Werkzeug und ermöglichten Kindern und Jugendlichen das gemeinsame sonntägliche Training im Ort. „Der Verein ist beeindruckendes Beispiel für Eigeninitiative und Zusammenhalt“, so Richter.

Franziska Gneupel und Carolin Klein nahmen den Preis stellvertretend für die Truppe entgegen: „Und wir hoffen, dass wir das alles noch lange weiter machen können. Denn der Zuwachs an Jugend in Etzoldshain ist sehr klein – und wir werden ja auch nicht jünger“, so Gneupel.

Von Thomas Lieb

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