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Borna Landkreis Leipzig vergibt Betreuungsleistung an neue Träger
Region Borna Landkreis Leipzig vergibt Betreuungsleistung an neue Träger
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20:06 10.10.2018
Bei der Ankunft in Deutschland benötigen die meisten Asylsuchenden Hilfe. Diese Leistung, die Freie Träger von Sozialdiensten erbringen, wird im Landkreis Leipzig jetzt neu vergeben. Quelle: dpa
Borna

In einer Sondersitzung des Bau- und Vergabeausschusses in Borna steht am Donnerstag eine wichtige Entscheidung auf der Tagesordnung: Die Flüchtlingssozialarbeit im Landkreis Leipzig wird neu vergeben.

Im Jahr 2015 wurden die Verträge mit fünf freien Trägern unterzeichnet, die derzeit die Asylbewerber betreuen. „Die Rahmenbedingungen haben sich seither gravierend verändert, so dass eine neue Ausschreibung notwendig war“, sagte Ines Lüpfert, Zweite Beigeordnete des Landkreises.

Weniger Flüchtlinge, Unterkünfte werden geschlossen

So kommen heute wesentlich weniger Flüchtlinge als in den Jahren zuvor. Asylbewerberunterkünfte wie zum Beispiel in Borsdorf sind geschlossen worden. Auch rechtlich habe sich in der Förderrichtlinie einiges geändert. Derzeit leben nach Angaben des Landratsamtes 1537 Flüchtlinge im Landkreis Leipzig, in dem mehr als 250 000 Menschen wohnen.

Aufgrund des Umfangs von rund zwei Millionen Euro für die Flüchtlingssozialarbeit für die nächsten zwei Jahre im gesamten Landkreis musste das Projekt europaweit ausgeschrieben werden – darin unterscheidet es sich nicht von Straßen- oder Brückenbau.

Ausschreibung über drei Territorien im Landkreis

Allerdings bekommt hier nicht der wirtschaftlichste Anbieter den Zuschlag: 40 Prozent Inhalt und 60 Prozent Preis heiße die Formel bei dieser Vergabe, so Lüpfert. Auch werde ein Anbieter nicht benachteiligt, wenn er Tarif zahlt.

Drei Territorien im Landkreis waren ausgeschrieben. Insgesamt 14 Sozialpädagogen und Sprachmittler werden dort arbeiten. Im Norden von Grimma bis Thallwitz bekam nach der Ausschreibung die Johanniter-Unfall-Hilfe aus Leipzig den Zuschlag. Für die beiden anderen Regionen des Landkreises im Westen von Markranstädt bis Neukieritzsch und im Süden von Geithain bis Kitzscher ist es der Verein Zukunftorientierte Förderung aus Duisburg. Der Vergabeausschuss stimmt am Donnerstag in Borna endgültig darüber ab – für jede der drei Regionen einzeln.

Die fünf bisherigen Träger sind raus

Alle fünf freien Träger, die bisher die Sozialarbeit stemmen, wären damit raus. „Soziale Arbeit liegt immer an Personen“, sagte Ines Lüpfert, „Es wurde bisher viel Aufbau- und Netzwerkarbeit geleistet.“ Mit den neuen Partnern sei es „eine Herausforderung, aber das ist zu leisten“.

Die Behörde habe keine andere Möglichkeit, sie sei an die europaweite Ausschreibung gebunden, wo sich auch alle bisherigen Anbieter hätten bewerben können. Auch wies die Beigeordnete darauf hin, dass es in der jüngeren Vergangenheit oft eine hohe Fluktuation beim Personal in diesem Bereich gegeben habe.

Die Grundlage für die Flüchtlingssozialarbeit bildet eine sächsische Förderrichtlinie. Danach sollen Asylbewerber vor Ort soziale Beratung und Betreuung erhalten, zum Beispiel Hilfe und Unterstützung in Bereichen des täglichen Lebens, aber auch bei Problemen oder in Konfliktsituationen.

Von Claudia Carell

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